Korfiotischen Kaffee-Tagebuch: Kríni und Makrádes

Durch Olivenhaine geht es zurück nach Kríni. Der Olivenanbau spielt eine große Rolle in der Landwirtschaft auf der Insel. Etwa 65 % der Landfläche wird landwirtschaftlich genutzt, mehr als die Hälfte davon entfällt auf den Olivenanbau. Den Rest teilen sich Zitrusfrüchte und Wein. Offiziellen Schätzungen zufolge gibt es auf Korfu 4.000.000 Olivenbäume. Das entspricht etwa 40 Olivenbäume pro Korfiot.

Jetzt schlittere ich noch durch Kríni! Schlittern, weil gerade um die Dorfmitte die Straßen mit blankgewetztem Marmor gepflastert sind. Für den geneigten Rollerfahrer keine Herausforderung, aber gewöhnungsbedürftig. In der Dorfmitte steht ein großer Baum, das dazugehörige Kafenio hat leider geschlossen. Also rutschen wir weiter.

Eigentlich wollte ich durch den nördlichen, den älteren Teil von Makrádes nur kurz durchfahren. Schließlich hatte ich gerade zu Füßen der Festung Angelókastro Frappé getrunken. Der neuere Teil hat sich an der Kreuzung gebildet und ein Stück entlang der Landstraße, die heute das Dorf umgeht. Der vom Durchgangsverkehr erlöste ältere Teil ist das ursprüngliche und von Haus aus eine Einbahnstraße.

Einmal durchgefahren, auf der Umgehung zurück zum Ortseingang – umdrehen ging ja schlecht – und nochmal in den Ort. Makrádes ist so lauschig, dass man – Koffeinspiegel hin, Koffeinspiegel her – einfach rasten muss. In der Mitte steht ein Baum (ich erkenne ein Muster!) und dieses Kafenio hat geöffnet.

Und dieses Dorfcafé ist so typisch, wie es typischer nicht sein kann. Auf der Bank lümmeln die Haus- und Dorfkatzen und neben Kaffee, Snacks und Waren des täglichen Bedarfs gibt es eine kleine Poststation, also es gibt im Café an der Theke auch Briefmarken und andere postalische Dienstleistungen. Ich nehme einen ebenso typischen griechischen Mokka!

Schön ist es zu sehen, wie sich Touristen in ihren Mietwägen nicht an die Einbahnregelung halten und sich hoffnungslos in der schmalen Gasse ineinander verkeilen. Ein paar hundert Meter weiter ist ein Parkplatz. Für den modernen Touristen offenbar zu weit. Besser für mich, habe ich so doch das Dorf für mich alleine.

Ich habe mehrere Lieblingsplätze auf Korfu. Das Kafenio von Makrádes gehört auf jeden Fall dazu. Denn wer das authentische, das ursprüngliche Griechenland sucht, der findet es weniger an den Touristen-Hotspots, sondern eher in den kleinen Dörfern. In Dörfern, wie diesem hier…

Morgen begegnen wir Odysseus wieder…

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