„Die Zukunft war früher auch besser!“ Valentin, Musäum und Turmstüberl

Richtig, der Valentinstag ist nicht nach dem Münchner Volkssänger Karl Valentin benannt. Trotzdem ein schöner Anlass sich einmal mit dem tragikomischen Schauspieler und dem Valentin-Karlstadt-Musäum im Münchner Isartor zu beschäftigen und einen Kaffee im Turmstüberl zu trinken.

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Valentin selbst nannte sich Humorist, Komiker und Stückeschreiber. In seiner Bühnenkunst stand er dem Dadaismus, aber auch dem Expressionismus nahe, obgleich er sich von beiden Stilrichtungen distanzierte. Geboren in der Au machte er nach der Volksschule eine Schreinerlehre und begann um das Jahr 1900 mit ersten Auftritten als Vereinshumorist. 1911 traf er Elisabeth Wellano, die als Liesl Karlstadt seine Bühnenpartnerin wurde.

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Seinen manchmal derben, manchmal hintergründigen immer aber skurrilen Humor kann man gut im Valentin-Karlstadt-Musäum nachvollziehen. Legendäre Schaustücke sind der Winterzahnstocher mit Pelz, der Gefangene Franzose – ein Schraubenschlüssel auf Stroh und hinter Gittern – das Glas mit Beamtenschweiß (sehr selten), sowie der Nagel, an den er seinen Schreinerberuf hängte.

Im wahren Leben ging es nicht immer so lustig zu. Oft plagten Karl Valentin finanzielle Sorgen. Auch liefen verschiedene Projekte schief, darunter ein eigenes Theater, ein Kuriositätenkabinett und ein Panoptikum, mit ruinösen Folgen, nicht nur für ihn selbst, als auch für Liesl Karlstadt. Der von Unterernährung geschwächte Valentin starb im Februar 1948 an einer Lungenentzündung. Diese erlitt er, weil er nach einem Auftritt aus Versehen in einem Theater in der Münchner Wörthstraße eingeschlossen wurde und die Nacht in den unbeheizten Räumen verbringen musste.

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Kurios geht es im Turmstüberl weiter. Als Bernadette Obergrußberger 2012 Turmstüberl im Valentin-Musäum übernommen hat, ist sie erst einmal über die Flohmärkte gezogen und hat das Geschirr für ihr Café zusammengetragen. Einige der Tische und die Thonet-Stühle stammen aus dem Café Stephanie – vulgo „Café Größenwahn.

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Ich fand einen schönen Platz im König-Ludwig-II-Eck. Über die 4,20 Euro für einen Haferl Maschinen-Cappuccino könnte man diskutieren, zumal er gerade einmal lauwarm serviert wurde, aber offenbar kommen die Gäste auch fürs Ambiente her. Und der Blick aus den Turmfenstern auf den Isartorplatz ist sehenswert. Und auch im Stüberl hat sich allerhand Interessantes angesammelt, auch wenn, oder vielleicht auch gerade weil, sich einem Sinn und Zweck nicht immer erschließt.

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Geklärt ist allerdings, wie man den Namen Valentin auszusprechen hat: „Nenn mich nicht Walentin, du nennst ja auch nicht deinen Vater Water.“ Ohne den Eintritt fürs Musäum zu bezahlen kommt man übrigens nicht ins Turmstüberl. Die 2,99 Euro sind vor der Turmbesteigung zu entrichten. Eine Ausnahme aber gibt es: für 99-Jährige in Begleitung ihrer Eltern ist der Eintritt frei!

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Valentin-Karlstadt-Musäum, Tal 50, München Altstadt. Öffnungszeiten: siehe Foto. Quellen: Museumsseite, Wikipedia, Münchner Abendzeitung.

 

 

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