Samiotisches Kaffee-Tagebuch: „Sommer, Sonne, Kaktus…

… Gyros in the Bauch!“ Schon der Weg vom Heraion zurück nach Ireon – was übrigens beides das Gleiche heißt – war ein Erlebnis, erlaubte die Tour doch schon einmal einen Einblick in die Flora der Insel. Was die Tierwelt betrifft ist Samos ja nicht besonders Artenreich, was der Insellage, vor allem aber dem Menschen geschuldet ist. Eine Ausnahme dürften da die Schakale sein, die nachts den Mond anheulen. Klingt unheimlich, soll aber ungefährlich sein.

Samos hat mehrere Schätze. Darunter den Wein, Oliven und Honig, Produkte, die man überall aus regionaler Herstellung bekommt. Der süße Samos-Wein ist ja weit über die Grenzen Griechenlands bekannt, aber auch die als Hausweine in den Tavernen ausgeschenkten Rot- und Weißweine können sich durchaus sehen lassen. Regionalen Retsina gibt es aber nicht.

Oliven und das daraus gewonnene Öl ist die wichtigste Gabe der Natur. Wer Griechenland schmecken möchte, der soll mal ein frisch geröstetes Weißbrot probieren, mit frischem Olivenöl beträufelt und mit Thymian und Oregano gewürzt – beides wächst auf der Insel! Auf den Honig ist man ebenfalls besonders stolz. Honig von Samos ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung. Dementsprechend teuer ist er in den Souvenirläden und Supermärkten. Wer die Gelegenheit dazu bekommt, der kauft ihn billiger beim Bauer oder Imker.

Die Ebene, in der das Heraion liegt, ist nicht zu Unrecht der Ursprung zur Verehrung einer Fruchtbarkeitsgöttin. Wein, Oliven, Feigen, Granatäpfel, ja sogar Orangen und Zitronen gedeihen hier. Auch mit Salatgurken und Kopfsalat versorgt sich Samos weitgehend selbst. Eine frisch geerntete Salatgurke, die saftigen Stücke nur mit einer Prise Salz gewürzt – herrlich! Auch die regionalen Tomaten sind rotfleischig und saftig. Und Ziegen für Milch und Käse gibt es ebenfalls zuhauf.

So wird der Weg zu einer kleinen Nachhilfestunde in Botanik. Wer aufmerksam hinhört, der kann erleben, dass der Wind, der immer etwas weht hier, von Gewächs zu Gewächs unterschiedlich klingt. Da ist das trockene, silbrige Rascheln in den Blättern der Olivenbäume, das dumpfe Pfeifen durch die Nadeln der Pinien, das Klatschen der fleischigen Blätter einiger Laubbäume und das dürre Wispern in den Büschen. Jede Ecke hat hier ihre eigene Melodie.

Doch es gibt noch mehr zu entdecken. Schon am Straßenrand eine mir unbekannte Fülle von Kräutern und wilden Feldblumen. Dazwischen immer wieder Kakteen mit großen, reifen Kaktusfeigen. Was mich zu folgender Umdichtung verleitet hat: „Sommer, Sonne, Kaktus, Gyros in the Bauch!“ Helge Schneider möge es mir verzeihen…

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