9-Euro-Ticket-Tours: Regensburg I – in der Ostnerwacht

Es geht wieder los! Erst am Vortag hatte ich die Walhalla bei Donaustauf besucht, dabei aber Regensburg nur gestreift, weshalb ich heute das Versäumte nachholen möchte. Bewaffnet mit einer Dose Kaffee fand ich mich frühzeitig am Münchner Hauptbahnhof ein, schließlich wollte ich einen Fensterplatz, was mir auch gelang.

Mein Plan: zum Regensburger Hauptbahnhof, mit dem Bus zum Ostentor und dann die Altstadt von Ost nach West durchqueren. Zwischen dem Ostentor aus dem 13. Jahrhundert und dem Verlauf der früheren römischen Stadtmauer aus dem 2. Jahrhundert liegt das, was man im Mittelalter wohl als Neubaugebiet betrachtet hätte, war doch die Ostnerwacht eine der damaligen Stadterweiterungen über das Gebiet des Römerlagers Castra Regina hinaus, das noch bis ins 19. Jahrhundert hinein das Kernsiedlungsgebiet von Regensburg darstellte.

Das ab 1284 entstandene Ostentor am Ostrand der heutigen Altstadt von Regensburg war einer von sechs Tortürmen der ehemaligen Stadtbefestigung und wurde zum Schutz der damaligen sogenannten „Ostenvorstadt“ errichtet. Das Tor entstand über der östlich nach Wien führenden Ausfallstraße und war damit das Stadttor, durch das der aus Wien kommende jeweilige Kaiser in die Stadt einzog. Das Ostentor ist das einzig noch vollständig erhaltene Stadttor dieser Zeit und zählt heute zu den besterhaltenen gotischen Stadttoren in Deutschland.

Durch das Tor gelange ich in die Ostengasse. Die Ostengasse, die historische Hauptstrasse der Ostnerwacht mit Vorstadtcharakter, kleinere Häuser von Handwerkern, Kleinhändlern, stattlichen Gasthöfen und einem einst blühenden Brauereiwesen. Ein Blick durch das Tor genügt, um zu erkennen, dass die Vorstadt bis heute nichts von ihrem Charme und Charakter eingebüßt hat.

Doch nicht nur zur Landseite war das mittelalterliche Regensburg befestigt, auch zur Flussseite hin war es stark befestigt, wie hier an der Ostenbastei. Dabei profitierte Regensburg von jeher von seiner Lage am Fluss. Der Regensburger Donaubogen ist bereits seit der Steinzeit besiedelt. Erste nachgewiesene Siedlungsspuren reichen bis um 5000 vor Christus zurück. Anfang 2006 wurden etwa 100 m östlich der Mauern des späteren Legionslagers – also in der Ostnerwacht – keltische Gräber mit teilweise hochwertigen Grabbeigaben aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert gefunden.

Nicht zu übersehen am Donauufer und unweit des Ostentors die Königliche Villa. Das Gebäude wurde von 1854 bis 1856 im Auftrag des bayerischen Königs Maximilian II. nach Plänen des Münchner Architekten Ludwig Foltz als Sommerresidenz errichtet. Zusammen mit der Königlichen Villa entstand auf dem Gelände der Villa eine von Ludwig Foltz geplante Parkanlage. Aber auch auf dem östlich der Villa gelegenen Außengelände der ehemaligen Ostenbastei, entstand ein kleiner Landschaftspark, der heutige Villapark.

Ich werfe noch einen Blick zurück auf das Ostentor und mache mich auf den Weg in die „alte“ Altstadt, der Teil von Regensburg innerhalb des früheren Römerlagers. Doch davon morgen mehr.

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