Sind Einwegbecher giftig?

Wer sich am Morgen auf dem Weg zur U-Bahn noch schnell seinen Kaffee „to go“ holt, der denkt bestimmt dabei nicht an Gifte, die er mit dem geliebten Heißgetränk aufnimmt. Denn der sogenannte Pappbecher besteht nicht nur aus Pappe. Die DKV Deutsche Krankenversicherung warnte bereits 2016: „Die Innenseite der üblichen Coffee-to-go Becher ist mit Plastik beschichtet, damit der Kaffee die Pappe nicht aufweicht und der Becher dicht bleibt. Der Plastikdeckel enthält ebenfalls Kunststoffe.“ Auch können sich bei gestapelten Bechern Rückstände der Druckfarbe ansammeln.

Wird dann ein heißes und milchhaltiges Getränk eingefüllt, können sich Stoffe aus der Becherbeschichtung und aus dem Deckel lösen. Darunter perfluorierte Polymere und andere Stoffe, die sich auf den Hormonhaushalt auswirken können. Wie gefährlich diese Stoffe sind und ob sie die Gesundheit wirklich beeinträchtigen ist unter Wissenschaftlern umstritten. Das NDR-Magazin Markt hat im vergangenen Jahr mehrere Einwegbecher getestet. Bei diesem Test wurde im Labor der Weichmacher Diisodecylphthalat nachgewiesen – auch in Bechern von Starbucks und McDonald’s. Phthalate stehen im Verdacht das Hormonsystem zu beeinflussen.

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Mehrwegbecher aus Plastik sind leider keine sichere Alternative. So können gerade durchsichtige Becher Bisphenol A enthalten – ein Stoff, der für die Herstellung von Babyfläschchen verboten wurde. Darüber hinaus können Plastikverbindungen neben den Weichmachern auch Antioxidantien, Mineralöle oder Schmiermittel enthalten. Auch, wenn die fraglichen Substanzen nur in Konzentrationen unterhalb der Grenzwerte nachgewiesen wurden, sollte man nicht unbedingt davon ausgehen, dass gesundheitliche Auswirkungen ausgeschlossen sind. Manche dieser Stoffe stehen im Verdacht, dass sie sich im Körper anreichern. Neben den Bechern finden sich diese und andere Stoffe nämlich auch in Kleidung, Lebensmittelverpackungen, Backpapier, Teppichen, Polstermöbeln und Baustoffen, um nur einige zu nennen.

Der gelegentliche Gebrauch der Wegwerfbecher gilt zwar als unbedenklich. „Bei regelmäßigem Benutzen über einen längeren Zeitraum sind Langzeitschäden jedoch nicht auszuschließen“, so Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte und Leiter der Medizinischen Beratung der DKV. Wer also auf Nummer Sicher gehen möchte, der sollte auf ein Bechermodell aus Edelstahl oder Porzellan ausweichen. Oder den Kaffee einfach in aller Ruhe am Frühstückstisch genießen. Sich für den ersten Kaffee des Tages etwas Zeit zu nehmen kann ohnehin nicht schaden.

 

Quellen: DKV Deutsche Krankenversicherung, Ergo.com, ndr.de, Welt.de, Brigitte.de, Bildrechte: weixx/fotolia.com, CoffeeNewsTom.

 

 

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