9-Euro-Ticket-Tours: Landsberg am Lech I

Ein weiteres Ausflugsziel entlang der Romantischen Straße ist Landsberg am Lech. Die Große Kreisstadt liegt 55 Kilometer westlich von München und etwa 38 Kilometer südlich von Augsburg. Landsberg ist das Zentrum des Lechrains, der Grenzlandschaft zwischen Altbayern und Schwaben, liegt am Hochufer des Lechs und besitzt eine gut erhaltene und sehenswerte Altstadt.

Hautplatz mit Schmalzturm

1135 wurde die Siedlung erstmals urkundlich erwähnt, besaß aber noch kein Stadtrecht. Mehr Bedeutung erlangte die Stadt durch Herzog Heinrich den Löwen 1158, als er die historische Salzstraße in seinem Sinne veränderte. Zuvor führte sie bei Kaufering mittels einer Furt über den Fluss, jetzt verlief sie über die von ihm neu gebaute Brücke über den Lech. Salzzölle waren damals ein ungemein lukratives Geschäft.

Hauptplatz mit Marienbrunnen

Zum Schutz dieser Brücke errichtete er unter Einbeziehung der Burg Phetine eine neue größere Anlage, genannt „Castrum Landespurch“. Die Burg war zum einen Vogtburg des Wessobrunner Klosters  und zum anderen Schutz der Grenze zum Hochstift Augsburg. Im Schutz dieser Burg entstand eine rasch wachsende Ansiedlung, die schon im 13. Jahrhundert das Stadtrecht erhielt und bald „Landesperch“ genannt wurde. Daraus entwickelte sich die heutige Stadt Landsberg am Lech.

Engelbrunnen

1315 ist die Stadt im Krieg zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen abgebrannt. Da die Stadt eine wichtige strategische Lage hatte, wurde sie wieder aufgebaut. Der Wiederaufbau wurde vom Herzog von Bayern unterstützt. Im Jahr 1320 wurde der Stadt das Recht gegeben, Salzzölle zu erheben. Auf diese Weise gelangte die Stadt durch den so genannten Salzpfennig zu einem ansehnlichen Wohlstand. 1353 wurde der erste Salzstadel gebaut, bis zum 17. Jahrhundert waren es insgesamt drei. In diesen Salzstadeln wurde das Salz gelagert und auch verkauft.

Vorderer Anger mit Färbertor

Auch der sonstige Handel entwickelte sich bestens, vorwiegend mit Getreide und Holz, das über den Lech transportiert wurde. Die Stadt wurde ständig ausgebaut und erweitert, so dass zwischen 1415 und 1435 ein weiterer Stadtmauerring notwendig wurde. Dadurch wurde das Gebiet im Norden und Osten Landsbergs erheblich erweitert. 1419 genehmigte Herzog Ernst den Flusszoll, die Stadt durfte nun von jedem passierenden Floß 3 Pfennige Zoll kassieren, die Einnahmen wurden für die Landsberger Wehrbauten verwendet. Im Jahr 1425 entstand das Bayertor als Einlass in die Stadt von Osten her. Durch dieses Tor führte auch die Salzstraße von München kommend in die Stadt hinein.

Bäckertor

Im Dreißigjährigen Krieg erlebte die Stadt ein Massaker. Schwedische Truppen des Generals Lennart Torstensson belagerten ab dem 11. April 1633 die Stadt. In der Nacht vom 19. auf den 20. April erstürmten auf Befehl des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar die auf protestantischer Seite kämpfenden Truppen den Ort. Sie metzelten in der Folge alle Bewohner bis auf 500 Rekruten nieder, die sich ihnen anschlossen. In den beiden letzten Jahren des 1618 begonnenen Dreißigjährigen Kriegs sank die Einwohnerzahl von 650 auf 202.

Färbertor

Aus dem Jahr 1762 stammen die ersten schriftlichen Nachweise einer Hausnummerierung. Die bis heute gültige Zählung wurde dann im Jahr 1790 festgelegt. Unabhängig von den heutigen Straßennamen verläuft diese Nummerierung von Nr. 1 am Hauptplatz bis Nr. 496a im Hofgraben. Zusätzlich existieren Nebennummern mit a, b, c oder 1/2, 1/3 und 1/4, die bei Teilungen bzw. zusätzlichen Bebauungen entstanden.

Bayertor von Osten

Machen wir einen großen Sprung in der Geschichte: obwohl im Nationalsozialismus Landsberg eine besondere Bedeutung hatte – Adolf Hitler verbüßte hier seine Festungshaft und dort schrieb sein Buch „Mein Kampf“ – und trotz einiger militärischer Einrichtungen in oder in unmittelbarer Nähe zur Stadt, blieb sie als eine der wenigen Kreisstädte Deutschlands von alliierten Luftangriffen verschont, weshalb sich ihre Altstadt in unvergleichlicher Art und Weise erhalten hat. Auf die werfen wir morgen einen genaueren Blick…

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