9-Euro-Ticket-Tours: Burgruine Hopfen am See

Auf den ersten Blick ist die Burgruine Hopfen am See unspektakulär. Man muss schon genau hinschauen, um die Besonderheiten dieser Burg zu erkennen. Doch dann zeigt sie, dass sie etwas ganz besonderes ist – und das nicht nur für Mittelalter-Fans. Doch der Reihe nach.

Der Aufstieg von Hopfen, Ortsteil am See, geht zügig und dauert kaum länger als eine halbe Stunde. Es gibt einen kürzeren Weg von der Touristeninformation im Ort aus, doch der ist deutlich steiler, eignet sich aber als Rückweg. Doch auch während des gemütlicheren Aufstiegs gibt es ausreichend Gelegenheit einen Blick auf die Bergwelt zu werfen.

Von der Burg selbst sind nur noch die Grundmauern erhalten geblieben. Anfang des 18. Jahrhunderts diente die aufgelassene Festung als Steinbruch für das Kloster St. Mang im nahen Füssen. Was nicht geplündert worden ist, wurde ab 1999 endlich gesichert. Im Winter 2005/2006 wurde unverhofft das Fundament eines Turmes entdeckt, der auf eine Entstehung der Burg im späten 11. Jahrhundert hinweist. Das deckt sich mit einer mutmaßlichen Erwähnung der Burg im Jahr 1078, allerdings dürfte die Burg da schon einige Jahre gestanden habe.

Erwiesen hingegen ist die Existenz einer steinernen Festung ab dem Jahr 1172. In dieser Zeit dürfte die Burg auch ihre endgültige Größe erreicht haben. Die Gliederung der Burganlage ist heute wieder klar erkennbar. Der leicht erhöht liegenden Kernburg mit ihrem turmartigen Hauptbau und einer Kapelle war östlich ein großer Vorhof vorgelagert. Im Nordosten schützten zwei Abschnittsgräben und eine Vorburg die Veste, die an den anderen Seiten durch die Steilabfälle gesichert war.

Die Burg Hopfen ist als die früheste Steinburg des Allgäus von besonderer Bedeutung für die Burgenkunde. Die einfache Ringmauer ist noch nicht durch Turmbauten oder Bastionen bewehrt. 1322 diente die Hopfenburg als Amtssitz des Füssener Propstes. Aus dieser Zeit stammen die wohl letzten Um- und Anbauten. Den in der Höhe verkürzten Nordturm integrierte man in den Palas, den Südturm ummantelte und befestigte man.

Durch den damals höchstumstrittenen Neubau des Hohen Schlosses zu Füssen scheint die Burg entbehrlich geworden zu sein und begann zu verfallen. Neuere Funde allerdings belegen eine Nutzung bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts hinein. Bei Ausgrabungen legte man zwei Brandschichten frei: die ältere aus dem Jahr 1077, die jüngere bezeugt den endgültigen Untergang der Festung im Dreißigjährigen Krieg.

Auch wenn sich die einstige Größe und Bedeutung der Hopfenburg nur noch erahnen lässt, es gibt trotzdem gute Gründe ihr einen Besuch abzustatten. Nicht zuletzt wegen der grandiosen Aussicht auf den See, die Ammergauer Alpen und die Tannheimer Berge. Außerdem habe ich hier einen ganz besonderen Kaffee-Platz entdeckt. Doch davon erzähle ich morgen…

Quellen: Wikipedia, Aushänge.

2 Gedanken zu “9-Euro-Ticket-Tours: Burgruine Hopfen am See

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