Tchibo erhöht den Kaffeepreis

Tchibo hat angekündigt bereits zum 21. Februar 2022 den Kaffeepreis zu erhöhen. Nötig wird dieser Schritt aufgrund deutlich verteuerter Rohkaffeepreise. „Wir haben lange gezögert, aber seit vergangenem Sommer sind die Rohkaffeepreise um 50 Prozent gestiegen. Dieser Entwicklung tragen wir Rechnung und passen nun unsere Verkaufspreise an“, erläutert Arnd Liedtke, Unternehmenssprecher der Tchibo GmbH.

Je nach Sorte und Herkunftsland werden die Preise zwischen 50 Cent und 1,30 Euro pro Pfund steigen. „Auf diese Weise können wir weiterhin hochwertige Rohkaffees einkaufen und unsere Partner in den Kaffeeanbauländern mit fairen Preisen unterstützen,“ erklärt Arnd Liedtke. Ein Pfund des in Deutschland beliebtesten Filterkaffees, Feine Milde, ist demnach ab dem Stichtag für 6,99 Euro erhältlich.

Für Branchenkenner ist diese Entwicklung keine Überraschung. Dass die Inflation vor dem Kaffee haltmachen sollte, war nicht zu erwarten. Doch geht es dem Kaffee dabei besonders schlecht, setzt ihm doch nicht nur der allgemein gestiegene Kostendruck zu, auch die Kaffee-Ernte 2021 fiel nicht zur Zufriedenheit aus. Verantwortlich ist vor allem die anhaltend ungünstige Erntesituation in Brasilien, dem mit Abstand größten Kaffeeerzeuger weltweit.

Gleichzeitig lässt die Klimaerwärmung die Anbaugebiete schrumpfen. Der im Vergleich zum Robusta deutlich empfindlichere Arabica reagiert auf Wetterextreme besonders empfindlich. Arabica macht aber 60% der weltweiten Kaffeeproduktion aus. Zwar ist mittelfristig damit zu rechnen, dass mit veränderten Klima auch neue Anbaugebiete erschlossen werden können, zum einen wird das aber dauern, zum anderen braucht Kaffee ganz bestimmte Bedingungen, die nicht überall zu finden sind. Für einige traditionelle Anbauländer könnte das allerdings heißen, dass sie dann nicht mehr oder im verringerten Umfang produzieren können – mit Folgen für den Kaffeepreis.

Während andere Anbieter in Deutschland beim Thema Preisgestaltung eher schmallippig sind, geht Tchibo seit jeher offener damit um. Einen Vorteil hat die Hamburger Großrösterei: mit der Vermarktung ausschließlich in eigener Hand kann das Unternehmen auch die Verbraucherpreise selber festlegen. Andere Anbieter hingegen haben nur Einfluss auf den Großhandelspreis. Ob Preiserhöhungen an den Endkunden weitergegen werden, entscheiden letztlich die Supermarkt- und Diskonterketten.

Börsenanalysten reden im Zusammenhang mit angekündigten Preiserhöhungen auch von einem Frontrunner. Tchibo hat den Anfang gemacht. Ob andere folgen werden, wird sich zeigen. Dabei ist es eher wahrscheinlich, dass der Kaffeepreis bei den meisten Anbietern nachziehen wird. Vermutlich, so Analysten, wird der Preis auch erst im Sommer wieder sinken. Zumindest Tchibo wäre dann grundsätzlich bereit, auch das an die Kunden direkt weiterzugeben. In der Presseerklärung heißt es: „Wie auch in der Vergangenheit können sich die Kunden darauf verlassen, dass Tchibo die Preise senken wird, sobald die Rohkaffeepreise dies zulassen.“ Das lässt wenigstens etwas Raum für Hoffnung.

Quellen: Tchibo, ZDF heute, Kreiszeitung, manager magazin, Bisiness Insider; Bildrechte: Titel Image by Ri Butov from Pixabay, Tchibo (2).

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