Mehrweg an der Tanke: TotalEnergies startet RECUP

Taxifahren, ja Autofahren generell, ist ohne Kaffee nicht denkbar. Wer viel unterwegs ist, der kommt ohne Kaffee zum Mitnehmen – neudeutsch Coffee to go – nicht aus. Was liegt da näher, als sich beim Boxenstopp an der Tankstelle gleich noch mit dem koffeinhaltigen Heißgetränk zu versorgen? Ärgerlich ist es nur dann, wenn man gezwungen ist dadurch das Müllaufkommen zu erhöhen.

Denn Einwegbecher sind ein ernstes Problem: 190.000 davon landen täglich (!) alleine in München in öffentlichen Abfalleimern. Doch Verpackungsmüll ist nicht alleine ein Münchner Problem: In Deutschland fallen jährlich 2,8 Milliarden Einwegbecher für Heißgetränke an. Die Menge entspricht 28.000 Tonnen – und, das kann man sich vorstellen, das ist ein Müllvolumen von acht Millionen Restmüllbehältern im öffentlichen Raum. Dabei könnte ausgerechnet Corona den positiven Müllvermeidungstrend gestoppt haben. Wegen der Ansteckungsgefahr sind viele Anbieter von Kaffee zum Mitnehmen wieder dazu übergegangen nur noch eigene Gebinde zu befüllen.

So droht die Corona-Krise zur Müllkrise zu werden. Dabei gibt es heute viele Alternativen, die den Verzicht auf Einwegbecher leicht machen. Mehrerr Anbieter von Becher-Pfand-Systemen, wie zum Beispiel Recup, sind bereits auf dem Markt. Die Deutsche Umwelthilfe zum Beispiel fordert: Auch die Städte und Kommunen müssen ihren Beitrag zur Umsetzung von Mehrwegsystemen für Getränkebecher und Menüboxen leisten. „Große Kaffee- und Fast-Food-Ketten wie Starbucks, Burger King oder McDonald’s gehören zu den Hauptverantwortlichen für die massiv wachsenden Einweg-Müllberge während der Corona-Krise. Unsere Umfrage und eigene Stichproben zeigen, dass die großen Gastronomieunternehmen weitgehend am bisherigen Wegwerfmodell festhalten, anstatt auf umweltfreundliches Mehrweg zu setzen.“ erklärt die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Dabei ist der Trend gleich aus mehreren Gründen „ungesund“. Nicht nur die Umwelt wird über Gebühr belastet, auch unsere Gesundheit. Einwegbecher und deren Beschichtung können chemische Rückstände enthalten, die sich im heißen Getränk lösen – und das ist schädlich! Ein Grund mehr nach hygienisch einwandfreien Mehrwegsystemen zu suchen, die aus dem Gesundheitsaspekt betrachtet einwandfrei sind.

McDonald’s zum Beispiel testet derzeit ein eigenes Mehrwegsystem, noch bevor eine gesetzliche Mehrwegpflicht 2023 greift. Die McDonald’s Gäste können in den 10 ausgewählten Restaurants bei ihrer Bestellung angeben, für welche der Testprodukte sie gerne eine Mehrwegverpackung nutzen möchten. Pro Verpackung wird ein Euro Pfand erhoben. Bei der Rückgabe der Mehrwegbecher in den teilnehmenden Testrestaurants wird das Pfand vollständig rückerstattet. So stellt das Unternehmen sicher, dass die Verpackungen den Weg zurück ins Restaurant finden und wiederverwendet werden können.

Doch nicht nur Schnellrestaurants stehen auf der Liste der Einwegmüllproduzenten ganz oben. Gerade Tankstellen belegen unter den Anbietern von Mitnehmkaffee die vorderen Ränge. Versuche von Agip oder OMV eigene Mehrwegbecher zu etablieren, verliefen wieder im Sande. Doch haben diese Ansätze ein Problem: kein Autofahrer wird für jede Tankstellen-Kette einen extra Mehrwegbecher mit sich führen!

Einzig Shell setzt seit einem Jahr auf ein externes Mehrwegsystem: RECUP! Durch die Teilnahme am Pfandsystem von Recup können sich Kunden für 1 Euro Pfand einen Recup-Pfandbecher leihen oder ihren Kaffee in den eigenen sauberen Becher füllen lassen. So vermeiden sie Müll und werden dafür an teilnehmenden Shell Stationen mit Rabatten belohnt. Den ausgeliehenen Recup-Pfandbecher kann der Kunde jederzeit an einer der nunmehr über 11.000 Ausgabestellen in Deutschland zurückgeben oder gegen einen neuen eintauschen. Eine Übersicht hierzu gibt es in einer kostenlosen App. „Mit den Pfandbechern von Recup wollen wir die Kunden davon überzeugen, sich gegen Wegwerfbecher und für die Vermeidung von Müll zu entscheiden“, sagt Jan Toschka, Shell Tankstellenchef in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Januar 2021.

Jetzt zieht TotalEnergies nach. Ab sofort können sich Kunden an über 600 TotalEnergies Stationen beim Kauf eines Getränks zum Mitnehmen für einen RECUP-Pfandbecher anstelle eines Einwegbechers entscheiden. Bereits im Dezember 2021 begann die Zusammenarbeit der Tankstellen-Kette mit dem deutschlandweit größten Mehrweg-Anbieter RECUP an 50 TotalEnergies-Stationen. Nun sind im Januar 2022 über 600 Stationen mit der Alternative zum Einwegbecher gestartet.

Ziel von TotalEnergies ist es, die große Zahl der Einwegbecher in Deutschland zu reduzieren und damit aktiv zum Umweltschutz beizutragen. „Um das zu erreichen, sind wir die Zusammenarbeit mit RECUP eingegangen, da uns, neben der unkomplizierten Abwicklung für unsere Partner:innen an den Tankstellen, auch die Verbreitung des RECUP-Systems in Deutschland überzeugt hat”, erklärt Thomas Strauß, Direktor Tankstellen bei TotalEnergies in Deutschland.

Mit dem Anschluss von TotalEnergies an das Pfandsystem, sind rund 3.300 der deutschlandweit 11.000 RECUP/REBOWL- Ausgabestellen Tankstellen. “Gemeinsam können wir viel bewegen, denn die Nachfrage an Getränken und Kaffee-to-go ist an Tankstellenstationen sehr groß.”, so Fabian Eckert, Gründer und Geschäftsführer von RECUP. “Die Zusammenarbeit mit großen Energieunternehmen hat uns gezeigt,
dass RECUP gemeinsam mit Tankstellen viele Millionen Einwegbecher in ganz Deutschland einsparen kann. Wir freuen uns sehr, mit TotalEnergies einen wichtigen Partner für unser Pfandsystem an unserer Seite zu haben.” so Eckert weiter.

Wer jetzt RECUP ausprobieren möchte, der sollte das bis zum 28. Februar 2022 tun. Denn im Aktionszeitraum bekommt man beim Kauf eines Kaffeegetränks im RECUP-Mehrwegbecher an einer Total-Tankstelle einen wieder verwendbaren Mehrwegdeckel mit Café Bonjour-Logo im Wert von 1,30 Euro gratis dazu! Die Deckel in den Farbvarianten Zartbitter und Cappuccino passen übrigens auf alle Bechergrößen!

Mit RECUP kommt TotalEnergies der ab 2023 geltenden Mehrwegpflicht zuvor. Das neue Gesetz verpflichtet Gastronomiebetriebe, ihrer Kundschaft im Außer-Haus-Verkauf umweltfreundliche Mehrwegalternativen zum Einwegbecher anzubieten. Mir kommt das bei der Erfüllung meines guten Vorsatzes für 2022 entgegen: nicht mehr als einen Einwegbecher pro Monat! Außerdem steht der praktische Becherdeckel schon lange auf meiner Wunschliste!

Quellen: RECUP, TotalEnergies, Shell, OMV, DUH, Abfallwirtschaftsbetrieb München.

2 Gedanken zu “Mehrweg an der Tanke: TotalEnergies startet RECUP

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