Korfiotisches Kaffee-Tagebuch II: Mikro Cafe

Eigentlich sind es nur ein paar Schritte die Straße entlang. Ich lasse mir trotzdem Zeit. Eilig habe ich es heute nicht. Mich überholen einige Touristen, aber auch Einheimische, die am Samstag Nachmittag noch einige Einkäufe erledigen oder sich mit Freunden in den Tavernen und Cafés treffen. Selbst im Schatten der engen Gassen ist es noch angenehm warm – nur schwer hier einen Sonnenplatz zu finden!

Was für den Touristen gut ist, ist für den Korfioten noch besser! Jedenfalls finde ich mehrfach mitten in der Altstadt kleine private Sitzplätze. Wer keine Terrasse sein eigen nennt oder wessen Haus über keine Balkone verfügt, der sucht sich irgendwo sein kleines Refugium, auf einem Absatz, an einem Durchgang oder einfach an der Hauswand. Das Mikro Cafe wendet ein durchaus vergleichbares System an.

Unter den vielen Cafés in der Altstadt von Kerkyra nimmt das Mikro Cafe in der Themistokleous Kotardou 42 eine Sonderstellung ein. Es hat nur einen kleinen „Schankraum“ mit einer Bar und einer Theke, sitzen kann man allerdings ausschließlich im Freien. Da gibt es Tische und Stühle direkt vor dem Cafe, weitere Sitzplätze an einem Vorsprung unter der Arkade am Haus gegenüber und natürlich die stufenartige Terrasse neben einer steilen Stiege.

Zuerst versuche ich es unter der Arkade, finde zwar einen Platz, fühle mich aber beengt. Da kommt mir das Glück zu Hilfe: auf der Terrasse wird ein Platz frei, ganz hinten im Eck. Von hier aus habe ich auch den viel besseren Überblick. Man sitzt hier fast im Grünen: einige Bäume sorgen für Schatten und mildes Klima. Kaum angekommen, da bringt mir die Kellnerin auch schon eine Thermoskanne mit frischem, kaltem Wasser und ein Glas. Prima, denn die Erfrischung kommt mir gerade recht.

Da habe ich einen Déjà-vu. Begann nicht ein schönes Kaffee-Erlebnis auf Kos mit genau so einer Karaffe Wasser? Ich bestelle einen Cappuccino freddo, die eiskalte Version des italienischen Klassikers. Nun habe ich Zeit und Muße mir die übrigen Gäste anzusehen. Da sind zwei britische Frauen, die offenbar noch heute abreisen, denn sie haben ihre Koffer dabei. Da sind zwei junge, deutsche Pärchen, die Spielkarten dabei haben. Und da sind einige Griechen, die direkt unten vor dem Eingang sitzen.

Alles in allem ein eher junges, aber doch sehr gemischtes Publikum. Durch die Gasse huscht die Karawane der Touristen. Ein amerikanisches Paar besetzt den letzten freien Tisch hier oben. Die junge und auffallend schlanke Bedienung trägt ordnungsgemäß eine Maske. Bei den vielen Stufen, die sie heute zu laufen hat, bestimmt anstrengend. Trotzdem findet sie immer noch Kraft und Zeit um mit den Kunden ein paar nette Worte zu wechseln.

Die Sonne scheint die Gassen der Altstadt schon zu fliehen. Ich muss ihr nach, will ich heute noch etwas von ihr haben! Also zahle ich und klettere die Stufen hinab. Unten reihe ich mich in den Menschenstrom ein und lasse mich Richtung Liston spülen. Mal sehen, was mich dort noch erwartet…

Der nächste Cappuccino Freddo geht auf Dich?

Sehr gerne! Lass uns diesen kühlen Kaffee-Moment doch gemeinsam erleben! Wenn Dir mein Blog gefällt, dann freue ich mich über ein Trinkgeld!

2,80 €

4 Gedanken zu “Korfiotisches Kaffee-Tagebuch II: Mikro Cafe

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