Korfiotisches Kaffee-Tagebuch II: der lange Weg zur Torte im Emeral

Auf der Landkarte sieht das aus wie eine schöne, gerade Verbindung von Sidari nach Süden zur Paleokastritsas. Auf der Landstraße wird daraus ein wilder Ritt. Obwohl es erst durch eine liebliche Ebene geht. Vorbei an kleinen Dörfern und Weilern. Es gibt einige Landwirtschaft hier. Hier, wo sich die Wolken aus dem Nordosten abregnen, schlägt das grüne Herz von Korfu.

Erst halte ich mich an die Empfehlung des Tankwarts und fahre nach Agros. Dann wird die Landschaft hügeliger, ernst sanft, dann öffnet sich der Blick auf die Westküste vor Paleokastritsa. Doch nicht nur Hügel erheben sich gegen das Meer, auch schroffe und bizarre Felsen ragen schroff empor. Es wird anspruchsvoller.

Die Straße beginnt sich zu winden. Die Abendsonne taucht alles in ein magisches Licht, als gehöhrten die Felsen zu einem Zauberreich. Ich erreiche eine Kreuzung. Von hier sind es noch 23 Kilometer bis Kerkyra – und damit 15 Kilometer bis Gouvia. Noch einmal gewinnt die Straße an Höhe. Sie tänzelt entlang des Hanges, immer bemüht nicht anzustürzen. Jetzt kommen auch die ersten Serpentinen und Spitzkehren. Im Berufsverkehr kein Spaß.

Ich erreiche Troumpetas. Von hier an stürzt sich die Straße in immer aberwitzigeren Kurven ins Tal hinab. Ich habe auf den letzten Kilometern mehr Benzin verbraucht, als gedacht. Die Tanknadel nähert sich verdächtig dem roten Feld am Ende der Skala. Zwar geht es grundsätzlich bergab, doch muss ich immer wieder den Roller aus der Kurve ziehen. Ein mühsames Geschäft.

Als ich Skripero erreiche, habe ich es fast geschafft. Die Straße durch den Ort ist so eng, dass der Verkehr durch Ampeln an den Ortseingängen geregelt wird. Ich bin froh um eine kleine Verschnaufpause. Als es grün wird, lasse ich erst alle Autos vorbei, darunter auch Laster, und schließe mich erst am Ende dem Tross an. Ein letztes steiles Stück noch und ich habe das Tal erreicht – und damit die erste offene Tankstelle.

Jetzt rasten? Nur zwei Kilometer von hier stoße ich auf die Paleokastritsas, die bestausgebaute Straße der Insel. Hier kann ich endlich wieder Vollgas geben und komme so zügig voran. Doch noch einkehren? Als ich an der Konditorei Emaral vorbeikomme, fällt die Entscheidung. Ich war vor einem Jahr zwar schon einmal hier, den Kuchen habe ich noch nicht probiert.

Ich suche mir ein leckeres Stück Torte aus, eine Schokotorte mit Erdbeertopping stilvoll serviert. Zusammen mit dem heißen Cappuccino genau das, was ich jetzt brauche! Wie die meisten griechischen Konditorwaren ist mein Kuchen zwar sehr süß, aber mindestens ebenso lecker. Langsam kehren die Lebensgeister wieder in mein Glieder zurück. Das letzte Stück ist jetzt nur noch ein Katzensprung.

Zurück im Hotel lasse ich den Tag noch einmal Revue passieren. Ein Frappé am Strand, eine griechischer Kaffee im Bergdorf, ein zweiter Frappé auf dem Pantokrator und am Ende des ereignisreichen Tages noch einmal Cappuccino und Torte. Und ich habe noch zwei Tage vor mir! So kann es von mir aus weitergehen, auch wenn ich es morgen etwas ruhiger angehen werde. Die großen Ziele habe ich eh schon erreicht!

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Das nächste Stück Torte geht auf Dich?

Sehr gerne! Lass uns diesen griechischen Torten- und Kaffee-Moment doch gemeinsam erleben! Wenn Dir mein Blog gefällt, dann freue ich mich über ein Tortengeld!

2,80 €

3 Gedanken zu “Korfiotisches Kaffee-Tagebuch II: der lange Weg zur Torte im Emeral

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