Korfiotisches Kaffee-Tagebuch II: vier Orte, die man auf Korfu nicht gesehen haben muss!

Noch beschwingt von meinem Gipfelsturm und der nachfolgenden kulinarischen Stärkung in der Taverne eines Bergdorfes, lenke ich den Roller weiter bergab. Über die gut ausgebaute Straße geht es durch Olivenhaine, kleine Wälder und Felder. Hier, zwischen der Nordseite des Pantokrator und dem Meer, liegt das grüne Herz der Insel. Hier habe ich noch drei Ziele, die ich besuchen möchte. Und Kaffee muss ich ja auch irgendwo trinken.

Fangen wir mit Roda an. Ein touristischer Küstenort, der schon in der Antike bewohnt war. Man geht heute davon aus, dass hier eine größere Hafenstadt gewesen sein soll, deren Reste durch das unkontrollierte Wachstum des Dorfes geschickt überbaut wurden. Von der Hauptstraße weißt ein Wegweiser zum Tempel zu einem Tempel, der Apoll gewidmet gewesen sein soll. Folgt man ihm, dann sucht man lange. Der „Tempel“ liegt mehr oder weniger im Hinterhof. Ein Trampelpfad führt von der Wirtsbudenstraße hierher. Wie Sie auf dem Bild sehen, sehen Sie nichts. Der Wegweiser war da noch das Interessanteste.

Nicht minder uninteressant die 1985 beim Ausbau des Dorfes Acharavi endeckten römischen Bäder. Es hätte mich stutzig machen sollen, dass Tripadvisor den Wegweiser als einziges Fotomotiv entschieden hat. Auch wenn es schwer fiel, wählte ich ein anderes, was meiner Meinung nach die historische Bedeutung dieses Ortes besser einfängt und transportiert. Wenn Sie diese Sehenswürdigkeit in Ihrem Korfu-Reiseführer finden, ignorieren Sie sie bitte!

Die breite Hauptstraße verführte mich meine Reise nach Sidari, der Nordwestecke der Insel, fortzusetzen. Da erschien am Wegesrand bei Sidariou die Café Bar Taste me. Ein moderner Bau mit großer Terrasse und Blick aufs Meer. Ich nehme Platz und studiere die Karte. Dabei fällt mir auf, dass sich einige Gäste, vermutlich Stammgäste und darunter auch Deutsche, im Café bewegen, wie als gehöre es ihnen. Dazu unterhalten sie sich lautstark über Immobilienkäufe, die sie getätigt haben, gerade tätigen oder tätigen wollen. Offenbar gehöre ich nicht zum gewünschten Klientel, denn ich werde – trotz Augenkontakt – nicht bedient. Also mache ich mich auf zur nächsten Enttäuschung.

Wenn ich geschrieben habe, dass der Urlauber- und Küstenort Kavos ganz im Süden der Insel so aussieht, wie wenn man mehrere Filialen von Rani’s Dream Food aus Moriatika aneinanderreiht, dann ist Sidari im Norden eine heruntergekommene Version von Kavos. Im Bild hier der „Hafen“ von Sidari, der, obwohl nicht auf Anhieb als solcher erkennbar, zumindest so beschildert ist. Ansonsten erfüllen weder Ort noch Strand meine Vorstellungen von einem angenehmen Urlaubsort.

An der Tankstelle frage ich nach dem besten Weg zurück nach Gouvia. Schließlich gibt es hier ein dichteres Straßennetz, als im Süden. Außerdem könnte ich ja die Küstenstraße zurück nach Hause nehmen. Davon rät mir der Tankwart aber ab. Quer durch bis zur Paleokastritsas sei der deutlich schnellere Weg. Außerdem kenne ich das ja noch nicht. Also mache ich mich auf den Weg. Die Nordwestecke der Insel kann ich im wahrsten Sinn des Wortes abhaken… 

Es muss nicht immer alles sehenswert sein!

Ich habe an dem Tag schon so viel schönes erlebt, da fallen die Enttäuschung gar nicht so ins Gewicht. Und ich habe ja auch noch die Rückfahrt vor mir. Mal sehen, was die so bringt. Wenn Dir mein Blog gefällt, dann freue ich mich über ein Trinkgeld!

1,80 €

4 Gedanken zu “Korfiotisches Kaffee-Tagebuch II: vier Orte, die man auf Korfu nicht gesehen haben muss!

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