Korfiotisches Kaffee-Tagebuch II: Sonnenaufgang über Gouvia

Die blaue Stunde. Noch ist alles ruhig über der Bucht. Nur vereinzelt schon Licht. Gouvia schläft noch. Sogar der Wellenschlag ist fast unhörbar. Nur die griechische Flagge flattert verschlafen im Wind. Es riecht frisch und nach Meer. Kaum kräuselt sich das Wasser unter der leichten, kühlen Brise und sogar die Palmblätter halten still.

Die Berge Albaniens lassen sich noch gut voneinander unterscheiden. Schattierungen von Blau. Dann zeigt sich hinter der den Gipfeln und Graten das erste Licht des Tages. Die Kanten der Berge werden schärfer. Wie Scherenschnitte. Ein paar Wolken scheinen orange, Bojen dümpeln schwarz in gelbem Wasser.

Schon kriecht die Sonne über den Kamm. Goldenes Licht ergießt über Bucht und Meer. Es ist, als wollten die Berge sie festhalten, den Anbruch des neuen Tages verhindern. Im Meer spiegelt sich erschreckt das Feuer des Gestirns.

Jetzt reißt sich die Sonne los und erhebt sich über die Felsen. So feurig scheint sie sonst nie, als hätte sie der Kampf mit den Bergen erzürnt. Schwarz und mahnend weisen die Bäume in den Himmel. Das Meer davor ein Glutsee, als läge eine zweite Sonne auf dem Grund der Bucht.

Die ersten Liegen wurden schon aufgestellt und warten auf frühe Gäste. Die Boote wiegen sich sanft in den ruhigen Wellen. Ihre metallenen Rümpfe reflektieren das Licht. Alles in Erwartung des jungfräulichen Tages.

Nur langsam scheint Gouvia zu erwachen. Noch sieht man den bunten Fassaden nicht an, was sich hinter ihnen abspielt. Vermutlich wird Kaffee gekocht, Frühstück zubereitet und Kinder machen sich bereit für die Schule. Hinter den Häusern ein türkiser Himmel. Er verspricht einen sonnigen Tag.

Noch ein Blick auf die venezianische Schiffswerft – das Wahrzeichen von Gouvia. Als es erbaut wurde hieß die Gegend noch Govino Bay. Zwei Vize-Admiräle der damaligen Seemacht Venedig teilten sich diesen Stützpunkt. Mit denn Seeleuten kam auch der Aufbau des Dorfes, dass erst nach dem Zweiten Weltkrieg seine Bedeutung als Militärposten verlor.

Nach diesem fotografischen Ausflug komme ich genau rechtzeitig zum Frühstück zurück ins Hotel Popi Star. Popi ist übrigens die Kose- beziehungsweise Kurzform eines griechischen Vornamens, den ich mir nicht gemerkt habe. Sorry! Und rechtzeitig deshalb, weil sich später ein Gemisch aus Italienern, Albanern und anderen Balkanvölkern in den Frühstücksraum ergießen wird. Abstand und Corona-Regeln scheint ihnen fremd.

Und das Frühstück hat sich seit letztem Jahr deutlich verbessert. Nicht, dass es vorher schlecht war, nur coronabedingt eher schlicht. Dieses Jahr entdecke ich einige erfreuliche Ergänzungen. Da wäre der Kaffee-Automat zu nennen, der auch ganz passablen Espresso und Cappuccino kann. Oder die kleinen heißen und kalten Gebäckstücke, mal mit Schinken und Käse, mal mit Spinat und Feta gefüllt, sowie deren süße Verwandten.

Dazu kleine Portionen verschiedener Cremes, niedliche Küchlein und Kuchen. Ja, so lässt sich abwechslungsreich in den Tag starten. Noch dazu an einem Tag, der es in sich hat. Denn heute werden wir den Pantokrator bezwingen!

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8 Gedanken zu “Korfiotisches Kaffee-Tagebuch II: Sonnenaufgang über Gouvia

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