Korfiotisches Kaffee-Tagebuch II: Lost Place Danilia

Ein geplatzter Traum – wenn auch ein besonders schöner. Doch der Reihe nach.

Das Heim des Griechen ist eine Burg. Zumindest wenn man sich die vielen Häuser abseits der der Stadt und der größeren Dörfer anschaut. Terrassen, Arkaden, Balkone, kein Element der Architektur scheint bei deren Bau vergessen worden zu sein. Auch, wenn manche Terrasse inzwischen als Lager für Fahrräder oder ausrangierte Möbel dient und einige Balkone nicht mehr sehr vertrauenserweckend aussehen, bei ihrer Errichtung trugen sie zur Verwirklichung eines Traumes bei – des Traumes vom schmucken heim.

Eine Gegend mit zahlreichen solcher Häuser und Villen auf Grundstücken, deren Gärten mal gepflegt, mal völlig verwildert sind, befindet sich etwa 8 Kilometer nordwestlich von Korfus Hauptstadt Kerkyra, genauer gesagt an der Westgrenze des Dorfes Kontokali südlich von Gouvia. Hier stand bis zu einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1953 das Dorf Danilia, dass damals fast vollständig zerstört wurde. Bis es in den 1970er Jahren wieder auferstand. Die Familie Boua investierte Geld in ein einmaliges Projekt: Danilia wurde als Museumsdorf und Themenpark wieder aufgebaut.

Es gibt Stimmen, die sagen, es sei das schönste Dorf Korfus – und ausgerechnet eine Fälschung! Wiedererrichtet im Stil eines korfiotischen Dorfes der 1930er Jahre muss es seinen ganz eigenen Charme entwickelt haben. 1981 wurden hier Szenen des Bond-Films „In tödlicher Mission“ gedreht. Überhaupt finden sich viele Drehorte zu diesem Agenten-Thriller auf der Insel wieder: in der Altstadt von Kerkyra inklusive Esplanade, venezianischer Festung und Mäuseinsel, im Achilleion und im Gebirgsdorf Pagi. Die Szene in der Bond am Rande einer griechischen Hochzeit Q trifft wurde allerdings in Danilia gedreht, ebenso, wie viel Einstellungen aus der TV-Serie „The Durrells“ zwischen 2016 und 2019.

Das Museumsdorf, heute würde man vielleicht eher sagen der Themenpark, wurde mehrfach geschlossen und wiedereröffnet. Als momentanen Besitzer habe ich die Hotelkette Crecotel ausmachen können. Meine Anfragen nach einer Besuchsmöglichkeit blieben leider unbeantwortet. Trotzdem mache ich mich auf den Weg nach Danilia. Nicht ganz einfach, da Beschilderungen nicht mehr existieren, doch nach einigen Fehlversuchen stand ich schließlich auf dem verwaisten Parkplatz des Anwesens. Wer einmal selber suchen möchte, der fährt bis zum „Green Corner Villas“ und danach die nächste Straße scharf rechts. Nach etwa 150 Metern macht die Straße eine Kurve nach links. Von dort sind es etwa 100 weitere Meter bis zur Einfahrt auf den Parkplatz.

Doch schon da empfangen einen nur Leere und „Betreten-Verboten-Schilder“. Ich mache das, was ich immer mache, wenn ich mich unerlaubt auf fremden Grundstücken befinde: ich gehe zielstrebig auf die Person zu, die sich berechtig dort aufhält, in diesem Fall ein Mann hinter dem Zaun. Der erklärt mir natürlich, dass das Gelände geschlossen ist, erlaubt mir aber durch die vergitterten Fenster neben dem Tor zu fotografieren. So gelingen mir zumindest die Bilder vom „Marktplatz“. Weiter komme ich heute nicht – aber vielleicht mal wieder…

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Zeit für einen Kaffee?

Sehr gerne! Lass uns uns gemeinsam auf den Weg nach Kerkyra machen, um auf dem Bauernmarkt im Schatten der Bastion Sarantaris einen griechischen Kaffee trinken! Wenn Dir mein Blog gefällt, dann freue ich mich über ein Trinkgeld!

3,70 €

5 Gedanken zu “Korfiotisches Kaffee-Tagebuch II: Lost Place Danilia

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