Toms Kaffee-Moment: Royusch Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ #Boot

Mein sechsundzwanzigster Beitrag für die Fotochallenge von ROYUSCH-UNTERWEGS. Er schreibt in seinem Blog: „Bei diesem Projekt soll des darum gehen, dass ich einmal pro Woche (Sonntags) einen Begriff vorgebe und Ihr dann die Woche über Zeit habt für Euch einen Beitrag zu erstellen und auf meinen zu verlinken; aber das kennt Ihr ja schon. Auch für dieses Projekt gilt: keiner muss, jeder kann und wie immer nur ein Bild. Hier jetzt der vierunddreißigste Begriff, der lautet: Boot.“

Und weiter: „Das Wort Boot kommt aus dem Niederdeutschen < mittelniederdeutsch bōt < mittelenglisch bot < altenglisch bat, wahrscheinlich verwandt mit beißen und eigentlich = ausgehauener Stamm

  • Bedeutung: (kleines, meist offenes Wasserfahrzeug)
  • Beispiele: (ein seetüchtiges Boot, ein Boot bauen, Boot fahren, die Boote aufs Wasser lassen)
  • Wendungen, Redensarten, Sprichwörter: (jemanden ins Boot holen, jemanden an etwas beteiligen, jemanden für etwas gewinnen: mit ihr wurde eine ausgewiesene Expertin ins Boot geholt, im gleichen Boot sitzen (umgangssprachlich: gemeinsam in der gleichen schwierigen Lage sein))

Als Boot wird im allgemeinen Sprachgebrauch ein kleines Wasserfahrzeug bezeichnet, welches in der Regel nicht eingedeckt ist. Eine verbindliche Definition des Begriffes „Boot“ gibt es nicht, Wasserfahrzeuge wurden und werden in den unterschiedlichen Bereichen des Transports in den jeweiligen Epochen und im regionalen Sprachgebrauch verschieden benannt. Daher möchte ich den Begriff auch nicht zu 100% nur auf Boot beschränken, sondern es kann auch eine Segel-, Motoryacht, ein Ozeanriese, ein Kreuzfahrtschiff usw. sein.“

Für mich ist diese Challenge ja eine doppelte Herausforderung. Schließlich muss ich den Begriff der Woche mit dem Begriff Kaffee verbinden. Doch auch hier wurde ich bei meinen Urlaubsfotos fündig, allerdings diesmal aus dem Vorjahr. Damals hatte mich eine meiner Touren auf Korfu nach Kassiopi geführt, einem Hafen im Nordosten der Insel und damit der albanischen Küste am nächsten. Tatsächlich sind es hier nur etwa zwei Kilometer durch den Golf von Korfu bis zum Festland.

Der südliche Teil von Kassiópi ist etwas moderner, hat etwas vorstädtisches. Wo sich die Hauptstraße nach Westen wendet, geht es zur Altstadt, zum eigentlichen Kassiópi mit seinem Hafen, über den eine byzantinische Festung wacht. Könnte Odysseus hier an Lang gespült worden sein? Man kann sich gut vorstellen, wie an der Stelle der Festungsruine einst der Palast von König Alkinoos gestanden haben könnte. Jedenfalls ist Kassiopi einer von drei Anwärtern darauf, der Hafen des legendären Phäakenkönigs gewesen zu sein.

Auch haben Taucher schon in den 30er Jahren Spuren eines antiken Hafens im Hafenbecken entdeckt. An einer Bergung war man aber nicht interessiert, da man eine Einschränkung des Hafenbetriebs befürchtete. Zwei Dinge sprechen aber gegen Kassiópi als einstiger Hafen des Alkinoos: es fehlt das zu Stein gewordene Schiff der heimkehrenden Phäaken und wenn der Palast in Sichtweite liegt, dann müsste Odysseus Nausikaa wohl kaum nach dem Weg dorthin fragen. Dazu ist die Festung auf dem Hügel einfach zu markant. Außerdem ist der Weg ausgeschildert.

In den Ruinen der Burg mit Mauern aus byzantinischer Zeit hatte mich auch der Regen voll erwischt! Schwarze Wolken wälzten sich die nahen Berghänge herunter. Das stahlgraue Meer peitschte wütend gegen die Küste und die Olivenbäume ächzten unter der Böh. Dann öffneten sich die unsichtbaren Himmelsschleusen, Regen prasselte herunter und der Weg entlang der Festungsmauer wurde zum reißenden Bach.

Das Unwetter verschwand so schnell, wie es gekommen war. Der Himmel riss auf und die Sonne begann sofort die Pfützen aufzulecken. In Dampf und Nebel wrang ich als erstes einmal meine Socken aus und schlüpfte mit bloßen Füßen in meine Stoffschuhe, die so wohl am ehesten wieder trocknen würden. Jetzt entschädigte mich das Sonnenlicht, wie es rein und strahlend nur nach Wolkenbrüchen scheint, für den erlittenen Unbill. Trotzdem war ich erst einmal nass bis auf die Haut.

Zurück am Hafen suchte ich mir die schönste Taverne mit dem besten Blick auf Meer und Hafen. Jetzt war eine Stärkung fällig. Vor dem obligatorischen griechischen Kaffee gab es deshalb Bauernbratwurst mit Paprika und Feta in Tomatensauce, während ich langsam trocknete. Ein kritischer Blick zum Himmel ließ mich noch verweilen. Und in der Tat prasselte kurz darauf ein weiterer Schauer herunter. Gut, dass man hier durchsichtige Plastikplanen runterkurbeln konnte, die vor Wind, Regen und Spritzwasser schützen.

So entstand dieses Foto: mein zweiter griechischer Kaffee vor Wind und Regen geschützt durch besagte Plastikplane. Das Boot hingegen war Wetter und Wellen ausgeliefert, aber das muss es gewohnt gewesen sein, als Boot in einem korfiotischen Hafen. Nicht umsonst nennt man Korfu die grüne Insel. Und sie ist nur deshalb so grün, weil es hier halt auch mal regnet. Trotzdem habe ich noch vor der Rückfahrt für zehn Euro ein gelbes Ölzeug erstanden, dass mir noch heute gute Dienste leistet. Mehr Bilder von Kassiopi gibt es übrigens hier!

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Der nächste griechische Kaffee geht auf Dich?

Sehr gerne! Lass uns diesen maritimen Kaffee-Moment doch gemeinsam erleben! Wenn Dir mein Blog gefällt, dann freue ich mich über ein Trinkgeld!

3,80 €

17 Gedanken zu “Toms Kaffee-Moment: Royusch Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ #Boot

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