Toms Kaffee-Moment: Royusch monatliches Fotoprojekt – Nahrung

Auf der Webseite von Royusch Unterwegs heißt es: „Nahrung setzt sich aus verschiedenen Stoffen zusammen und ist Grundlage für Stoffwechsel und damit für das Leben. Bestandteile der Nahrung für den Menschen sind z. B. Brot, Fleisch- und Wurstwaren, Gemüse, Obst oder Getreide. Aber auch Getränke z.B. Wasser, Bier, Wein, Limonade oder Fruchtsäfte gehören dazu.

Wie schon zu meinem Fotoprojekt 2020; Panoramabilder, werde ich auch bei diesem Fotoprojekt einmal pro Monat einen Beitrag posten, der etwas mit dem Thema Nahrung zu tun hat. Hiermit seit ihr wieder recht herzlich eingeladen mitzumachen und zum Thema Nahrung auf eurem Blog etwas zu posten und bei mir in die Kommentare meines Monatsbeitrages euren Beitrag zu verlinken. Dabei soll es keine Rolle spielen, wie oder wo das Bild entstanden ist, bzw. wie es bearbeitet wurde, Hauptsache es hat etwas mit Nahrung zu tun und sollte zu dem entsprechenden Monat passen.“

Bisher habe ich an dieser Challenge nicht teilgenommen. Also wird es Zeit für meinen ersten Beitrag. Man könnte jetzt ja sagen, Kaffee geht ja praktisch immer. Und wer sich das Titelbild genauer ansieht, der könnte das meinen. Der Held dieser Geschichte ist aber nicht der Kaffee. Doch der Reihe nach.

Aufgenommen wurden die Bilder letzte Woche in Paléo Períthia auf Korfu. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen zu Períthia liegen aus dem 14. Jahrhundert vor. Man nimmt jedoch an, dass die Senke zu Füßen des Pantokrators, des höchsten Berges der Insel, bereits deutlich länger besiedelt war. In seiner Blütezeit war er einer der wohlhabendsten Orte der Insel und hatte bis zu 1.200 Einwohner. Es gab etwa 130 Wohnhäuser und acht Kirchen. Die besondere Lage auf etwa 450 Metern bot ursprünglich Schutz vor Piratenüberfällen und der Malaria, die damals an der Küste grassierte. 

Viehzucht war ein wichtiger Wirtschaftszweig, andere Landwirtschaft war vornehmlich nur an Feldern in der tiefer gelegenen Küstenregion möglich. Im 19. Jahrhundert gab es kaum noch Piratenüberfälle und mehr und mehr Leute verbrachten den Winter an der Küste und nur die malariagefährlichen Sommermonate in den Bergen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verließen die letzten Einwohner den Ort, nachdem die Malariagefahr auf den griechischen Inseln gebannt war und der Tourismus Arbeitsplätze an den Küsten bot. Während in anderen Orten zahlreiche Häuser abgerissen, modernisiert und neugebaut wurden, blieb dieses Dorf unberührt und verfiel langsam. So konnte sich der venezianische Charakter des Bergdorfes in einer sehr reinen Form erhalten.

Schließlich wurde der Ort von Nachfahren der Auswanderer wiederentdeckt und eine erste Taverne eröffnet. Das Dorf wird als Geisterdorf beworben und gilt heute als Touristenattraktion. Inzwischen hat das Dorf vier Tavernen, ein Kunstatelier, eine Imkerei und eine kleine Pension. Bezeichnend ist allerdings, dass man ausgerechnet in diesen Tavernen genau die Atmosphäre findet, die man sucht, wenn man sich nach Griechenland aufmacht. An einem kleinen Dorfplatz teilen sich zwei Tavernen das Revier, zwei weitere liegen Richtung Dorfeingang.

Besonders wohltuend ist das Fehlen der Zeichen der Moderne. Damit ist nicht der elektrische Strom gemeint, den es hier seit ein paar Jahren wieder gibt, sondern die bunten Bildtafeln mit Fotografien des angebotenen Essens, auf die man hier verzichtet hat. In einer der Beiden Tavernen am Dorfplatz suche ich mir einen Platz mit Blick auf die Talsenke, auf eine Kirche und den großen Pantokrator. Ein perfekter Platz für einen griechischen Kaffee.

Einen Moment lang werde ich stutzig. Hier sitzt man unter dem Blätterdach von Weinranken. Sollte der Wirt hier etwa Weinreben aus Plastik angebracht haben? Der genaue Blick offenbart: der Wein ist echt! Wie das zweite Foto belegt. So ist der Held dieser Geschichte nicht der Kaffee, sondern das Dach aus Wein unter dem ich ihn genieße!

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Kaffee – der Wein der Muslime und Osmanen.

Denn Wein war verboten, Kaffee aber erlaubt. Und auch sonst haben Wein und Kaffee viel gemeinsam. So wird ein „Kaffee-Kellner“ heute auch Kaffeesommelier genannt. Nur hat Kaffee mehr Aromen! Wenn Dir mein Blog gefällt, dann freue ich mich über ein Trinkgeld!

3,60 €

19 Gedanken zu “Toms Kaffee-Moment: Royusch monatliches Fotoprojekt – Nahrung

  1. Vielen Dank Tom, dass du mit deinem Trauben-Bild aus Paléo Períthia auf Korfu, wieder bei meiner Foto-Challenge zum Thema Nahrung dabei bist 😊
    Liebe Grüße und dir noch einen schönen Tag in Urlaubserinnerungen.
    Roland

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      1. Ooh, I understand THAT chance for a spark very well 🙂 Then, it would have been the Turks who brought the coffee to Greece? (I’m not looking for trouble here 😉 )
        I always thought of an iced coffee-frappe for a Greek coffee 🙂 With all the heat over there and all.
        I know Turkish coffee well, grew up with it in Romania 🙂

        I wonder if you sensed a difference in the taste of your coffee here, in the mountains. I would imagine the water being so much clearer, from a spring, perhaps? 🙂

        Gefällt 1 Person

        1. The coffee was brought to Europe by the Osmans. Therefore it is calles Turkish Coffee. But after the fight in Cyprus, the Greek started to call it Creek Coffee. Nowadays you could find also Serbian Coffee and Bosnian Coffee, but it’s nearly all the same. But Nescafé Frappé is originally from Greece and invented in the 1960…

          Gefällt 1 Person

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