Toms Kaffee-Moment: Royusch Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ #Freude

Mein einundzwanzigster Beitrag für die Fotochallenge von ROYUSCH-UNTERWEGS. Er schreibt in seinem Blog: „Bei diesem Projekt soll des darum gehen, dass ich einmal pro Woche (Sonntags) einen Begriff vorgebe und Ihr dann die Woche über Zeit habt für Euch einen Beitrag zu erstellen und auf meinen zu verlinken; aber das kennt Ihr ja schon. Auch für dieses Projekt gilt: keiner muss, jeder kann und wie immer nur ein Bild. Hier jetzt der neunundzwanzigste Begriff, der lautet: Freude.“

Und weiter: „Das Wort Freude kommt von dem mittelhochdeutsch vröude, althochdeutsch frewida, frouwida, zu froh

Hier mal ein paar Beispiele zur Bedeutung des Begriffs Freude:

  • hochgestimmter Gemütszustand; das Froh- und Beglücktsein; Beispiele (eine tiefe Freude, diebische Freude, die Freude an der Natur, über das Geschenk, es ist eine Freude, ihr zuzusehen, jemandem mit etwas [eine] Freude machen, voll[er] Freude zustimmen)
  • Wendungen, Redensarten, Sprichwörter; Beispiele (Freud und Leid (gehoben: Glück und Unglück des Lebens: in Freud und Leid zusammenhalten), da kommt Freude auf (das ist ja wunderbar; oft ironisch als negative Beurteilung), geteilte Freude ist doppelte Freude )
  • etwas, was jemanden erfreut; Beispiele (die Freuden der Liebe, die kleinen Freuden des Alltags, sie lebten herrlich und in Freuden (es ging ihnen sehr gut))

Dies könnte man natürlich noch fortsetzen, aber ich belasse es wieder mal bei dieser Auswahl.“

Für mich ist diese Challenge ja eine doppelte Herausforderung. Schließlich muss ich den Begriff der Woche mit dem Begriff Kaffee verbinden. Doch mir viel gleich so ein Kaffee-Moment ein, bei dem ich besondere Freude empfunden habe. Doch die musste erst verdient werden…

Meine Reise im Sommer 2019 auf die griechische Insel Kos war für mich vieles gleichzeitig: meine erste große Reise alleine nach langjähriger Beziehung und meine erste große Reise nach einem Unfall, bei dem ich mir mein Knie nachhaltig verletzt hatte. Obwohl die OP schon 2018 und die Trennung auch einige Monate her waren, hatte beides bei mir doch Spuren hinterlassen, die man am besten verarbeitete, in dem man sich auf einem Roller sitzend auf einer griechischen Urlaubsinsel den Wind um die Nase wehen ließ.

Über eine durchaus anspruchsvolle Pass-Straße durch das Dikeos-Gebirge ging es von Kos-Stadt, dem großen Hafen im Nordosten der Insel, vorbei am Asklepieion und der Geisterstadt Agios Dimitrios über Zia nach Pyli und von dort nach Palio Pyli und damit zum schönsten Blick von Kos, zumindest dann, wenn ich meinem Reiseführer von Dumont glauben durfte.

Vor Ort erwies sich der Aufstieg zum Aussichtspunkt als nicht ganz so einfach. Am Beginn des Weges zum Foto stand ein alter Mann in einer alten griechischen Uniform mit einem Falken. Ein Bild mit ihm und Falken und, so man will, einem selbst, kostete einen Euro und beinhaltete wahrscheinlich eine genauere Wegbeschreibung. Ich wollte kein Bild, gab ihm 60 Cent und bekam wohl deshalb auch nur 60% der zum Erreichen des Zieles notwendigen Beschreibung. So zielführend, wie 60% eines Buches, 60% einer Schallplatte oder 60% eines Puzzles…

Es war heiß, meine Wasservorräte schwanden, mein Knie schmerzte und ich war auf dem falschen Weg. Demoralisiert drehte ich um, schwang mich auf meinen Roller, fuhr ein Stück zurück und stoppte erst in der Aussicht auf leckere Keftedes und dem Blick auf Marmari und das weite Meer in der bereits beschriebenen Taverna Old Pyli. Dort ließ ich mir vom Wirt Georgos Stavropoulos den Weg genauer erklären. So gestärkt und mit einer knapp zur Hälfte gefüllten 1-1/2-Liter-Flasche Wasser ausgerüstet, machte ich mich auf den zweiten Ansturm.

Schon nach wenigen Metern über dem Parkplatz stehen die ersten Häuser Ruinen. Zu ihrer Blütezeit vor 500 Jahren muss das eine – für damalige Verhältnisse – große Stadt gewesen sein. Zuerst erreicht man eine von vier wieder aufgebauten Kapellen. Dann sind es nur noch einige Schritte bis zu einer Art Marktplatz. Hier soll im Mittelalter die Taverne gewesen sein, doch ist man noch lange nicht am Ziel. Hier beginnt der mühsamste Teil des Weges hinauf bis zur eigentlichen Burg, der steile Weg entlang der Felsen und durch das Tor aus byzantinischer Zeit. Schließlich geht es ums Ankommen und nicht um Haltungsnoten.

Erst von oben erkennt man wie weitläufig die Festungsanlagen einst gewesen sein müssen. Und, ja, der Blick entschädigt für so einige beim Aufstieg erlittene Unbill. Dann geht es wieder runter zur Taverne, deren letzter Gast allerdings vor der großen Cholera-Epidemie 1830 bedient wurde, denn erst danach wurde die seit dem Mittelalter bewohnte Stadt aufgegeben.

Schon beim Abstieg schallte griechische Popmusik über den Sattel. Eine entgegenkommende Touristin riet mir die Taverna Oria zu besuchen. Ich zweifelte, schließlich müsste ich auf der anderen Seite wieder hinauf und ich wusste nicht, ob mein Knie das bis zum Ende durchhielt. Ich war schon wieder unten bei der ersten Kapelle, als der Durst gewann: der nach Wasser, nach Kaffee und nach einem guten Kaffee-Moment!

Also wieder hinauf immer der Musik entgegen. Und ich wurde nicht enttäuscht, fand ich doch am oberen Ende des Weges ein traumhaftes Café mit einem ebensolchen Ausblick. Ein uraltes Holzhaus, ein wilder Garten mit Früchten, Kräutern, ein lustiger, freundlicher Wirt, der in Brocken alle Sprachen dieser Welt zu sprechen schien und endlich frisches kaltes Wasser. Dazu gab es einen Frappé und hausgemachten griechischen Joghurt mit Honig von eigenen Bienen und Rosinen – herrlich!

Dabei durchströmte mich ein Gefühl der Freude. Ja, ich hatte es geschafft! Ja, ich hatte den Berg überwunden, die Festung erobert, mein Knie besiegt und einen paradiesischen Garten erreicht, in dem Kaffee, Milch und Honig fließen. Und ich habe das hochgelegene Kafenio mit dem erfrischenden Frappé erreicht! Der Kaffee ist auf dem Bild zu sehen, rechts die zuerst erklommene Festung, links der Blick übers Meer bis an die türkische Küste. Ja, der Reiseführer von Dumont hatte die Wahrheit gesagt: der schönste Blick der Insel. Aber man muss ihn sich verdienen! Bis heute für mich ein ganz besonderer Kaffee-Moment.

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Der nächste Frappé geht auf Dich?

Sehr gerne! Lass uns diesen griechischen Kaffee-Moment gemeinsam erleben und uns gemeinsam freuen! Wenn Dir mein Blog gefällt, dann freue ich mich über ein Trinkgeld!

3,90 €

16 Gedanken zu “Toms Kaffee-Moment: Royusch Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ #Freude

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