Toms Kaffee-Erinnerung: Thorn Tree Café im Stanley Hotel, Nairobi

Es gibt Orte, da wird Geschichte lebendig. In diesem Fall ein gutes Stück britische Kolonialgeschichte in Afrika. Das Stanley Hotel wurde ursprünglich unter dem Namen Viktoria Hotel bereits 1902 eröffnet und beherbergte unter anderem Persönlichkeiten wie König Edward VIII, Ernest Hemingway, Winston Churchill oder die Autorin des Bestsellers „Jenseits von Afrika“ Karen Blixen. Endgültig benannt wurde das Hotel nach dem Afrikaforscher, Offizier, Journalisten und Schriftsteller Sir Henry Morton Stanley, der sich unter anderem mit der erfolgreichen Suche nach David Livingstone einen Namen machte.

Elisabeth II. war hier 1952 zusammen mit Prinz Philipp im Rahmen einer Rundreise durch die Länder des Commonwealth. Es gibt ein Foto von dem Paar vor dem „The New Stanley Hotel“, wie es damals hieß, vom 5. Februar, also nur einen Tag, bevor Elisabeths Vater, König Georg VI., starb. Gut möglich, dass sie hier die Todesnachricht erreichte. Verbunden mit der Nachricht, dass sie nun die britische Königin ist.

Dort, wo 1902 noch ein eher bescheidenes zweigeschossiges Haus und 1913 bereits ein dreigeschossiger Bau in einem modernisierten maurischen Stil a la Casablanca stand, erhebt sich seit 1958 ein Hochhaus mit neun Stockwerken. Heute hat das Hotel 217 Zimmer und ist nicht nur eines der besten Häuser am Platz, es ist auch Nairobis ältestes Hotel. Das Fünf-Sterne-Hotel erinnert zumindest innen an den längst vergangenen Glanz der Kolonialzeit. Über deren Auswirkungen für die ursprüngliche Bevölkerung man durchaus geteilter Meinung sein darf.

Es beinhaltet zwei Restaurants, eines davon thailändisch, eine Bar, einen Ballsaal und ein legendäres Café, das Thorn Tree Café, dass sein Aussehen in den letzten 100 Jahren kaum verändert haben dürfte. Es befindet sich in einem Lichthof einer der wenigen Gebäudeteile, die die Renovierung von 1958 überlebt haben, weshalb man durchaus vermuten darf, dass es sich heute im großen und ganzen so präsentiert, wie es Hemingway, Churchill und Blixen gesehen haben dürften.

Das Thorn Tree Café ist benannt nach einem Akazienbaum, genauer gesagt einer Acacia Fabaceae Mimosieae, die in dessen Mitte wächst. Schon von Anfang an wurde dieser Baum als Poststelle benutzt. Reisende pinnten kurze Nachrichten an den Stamm, nachfolgende Reisende konnten sich so informieren. Dieses informelle Postamt nahm seinen Dienst auf, bevor es das erste offizielle Postamt in Nairobi gab. Noch heute wird diese Tradition fortgesetzt, allerdings werden Gäste gebeten statt des Baumes die bereitgestellte Pinnwand zu nutzen.

Heute ist das Thorn Tree Café eine der ersten Adressen für ein gutes Frühstück, English oder Continental, für stilvollen Lunch, ein luxuriöses Dinner oder ein einfach eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen, wie in unserem Fall, als wir fast auf den Tag genau vor neun Jahren in Nairobi waren. Und das ist natürlich eine besonders unvergessliche Kaffee-Erinnerung!

Historische Aufnahmen von Wikipedia.

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Das Thorn Tree Café ist eine ganz besondere Kaffee-Erinnerung!

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9 Gedanken zu “Toms Kaffee-Erinnerung: Thorn Tree Café im Stanley Hotel, Nairobi

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