Royusch Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“#klein – Cafè Borgia

Mein siebzehnter Beitrag für die Fotochallenge von ROYUSCH-UNTERWEGS. Er schreibt in seinem Blog: „Bei diesem Projekt soll des darum gehen, dass ich einmal pro Woche (Sonntags) einen Begriff vorgebe und Ihr dann die Woche über Zeit habt für Euch einen Beitrag zu erstellen und auf meinen zu verlinken; aber das kennt Ihr ja schon. Auch für dieses Projekt gilt: keiner muss, jeder kann und wie immer nur ein Bild. Hier jetzt der fünfundzwanzigste Begriff, der lautet: klein.“

Und weiter: „Das Wort klein kommt vom mittelhochdeutsch kleine oder althochdeutsch kleini, wohl ursprünglich = (mit Fett) bestrichen oder verschmiert.

Hier mal ein paar Beispiele zur Bedeutung des Begriffs klein:

  • in Ausdehnung oder Umfang unter dem Durchschnitt oder einem Vergleichswert bleibend (ein kleines Loch, Kleider in kleinen Größen, etwas auf kleiner Flamme kochen, der kleine Zeiger der Uhr, ein kleines Bier, die Schuhe sind ihm zu klein geworden)
  • Wendungen, Redensarten, Sprichwörter (klein, aber oho, klein, aber fein)
  • eine niedrigere Anzahl von Lebensjahren haben, jünger (mein kleiner Bruder, als du noch kleiner warst, musstest du früher ins Bett)
  • sehr jung und klein an Gestalt (er benimmt sich wie ein kleiner Junge, ihre Kinder sind alle noch klein, sie hat etwas Kleines (umgangssprachlich; ein Baby) bekommen)
  • verhältnismäßig wenig Zeit beansprucht, von verhältnismäßig kurzer Dauer (eine kleine Pause, einen kleinen Augenblick lang, eine kleine Rede halten)
  • von verhältnismäßig geringer Menge, Anzahl (eine kleine Leserschaft, wir sind eine kleine Familie, eine kleine Auswahl, kein kleines Geld (Kleingeld) haben)
  • von geringerem Ausmaß, von geringerer Bedeutung (eine kleine Feier, mir ist ein kleines Missgeschick passiert, jemandem eine kleine Freude machen, das ist meine kleinste Sorge)

Dies könnte man sicherlich noch fortsetzen, aber ich belasse es wieder mal bei dieser Auswahl.“

Für mich ist diese Challenge ja eine doppelte Herausforderung. Schließlich muss ich den Begriff der Woche mit dem Begriff Kaffee verbinden. Diesmal würde ich gerne ergänzen „aber fein!“. Denn das ist er, der Cafè Borgia, klein aber fein! Genauer gesagt: eine kleine Köstlichkeit in einem ebenso kleinen Tässchen. So genossen auf der legendären Sonnenterrasse des ebenso legendären Cafés Luigi Tambosi.

Die Familie Borgia hat bereits im 15. Jahrhundert belegt, dass es gut ist Verwandte in höchsten Kreisen zu haben. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht stellte sie zwei Päpste, Kalixt III und Alexander VI, scheiterte allerdings in ihren Bemühungen aus der vatikanischen Religionsfirma ein Familienunternehmen zu machen. Cesare und Lucrezia Borgia erlangten noch einige Berühmtheit. Cesare, weil er als erfolgreicher Feldherr der Kirche Erwähnung bei Macchiavelli fand. Lucrezia, weil sie offenkundig sowohl schön als auch gerissen war. Das beide – zwangsläufig uneheliche Papstkinder waren, mag ihre jeweiligen Karieren befördert haben. Im kollektiven Bewusstsein wird der Name Borgia deshalb mit Machtgier, moralischem Verfall, Korruption und Rücksichtslosigkeit verbunden bleiben.

Erhalten hat sich auch ein Rezept für ein Kaffee-Leckerei. In welchem Zusammenhang sie mit den machtgierigen Papstbälgern steht, bleibt ein Geheimnis. Bei Macchiavelli zumindest findet sich darüber nichts. Wichtigste Zutaten neben dem Kaffee selbst sind Zimt und Honig, die dem Cafè Borgia einen Hauch von Renaissance verleihen. In dieser Zeit gehörte Zimt zu den teuersten Gewürzen, um die damals Kriege geführt wurde. Daher lässt sich davon ausgehen, dass er nur den Edlen – oder die sich dafür dünkten – und Reichen vorbehalten blieb.

Traditionell wird der Cafè Borgia mit einem klassischen Mokka, einem kleinen starken Kaffee, zubereitet. In eine kleine Tasse – idealer Weise ein kleines Kaffee-Glas! – kommt eine kleine Schicht Honig. Vorsichtig kommt nun ein starker Mokka, hilfweise ein starker Espresso darüber. Vorsichtig deshalb, damit sich die Schichten nicht mischen! In Manchen überlieferten Rezepten wird das Getränk nur noch mit Zimt bestäubt, in anderen bekommt es noch eine kleine Sahnehaube mit Zimt.

Im Café Tambosi, dem ehemals ältesten Kaffeehaus Münchens, bis man daraus eine Edel-Pizzeria machte, bestand der Borgia nur aus Espresso, Zimt und Honig. Mir gefällt die „italienische“ Variante mit einem Klecks Milchschaum, also eine Art Café Borgia Macchiato. Aber egal welche Variation man bevorzugt, Cafè Borgia hat Suchtpotential. Nichts steht einem echten Renaissancemenschen besser zu Gesicht, als dieser Renaissancekaffee! Wie gesagt: klein. Aber fein.

Diesmal haben mich besonders beeindruckt:

windrose.rocks mit einer rührende Geschichte, die beweist, dass man klein sein kann und trotzdem ein Held! 

Klein aber fein…

… mag auch Dein Trinkgeld sein! Wenn Dir mein Blog gefällt, dann freue ich mich über ein solches!

2,40 €

 

14 Gedanken zu “Royusch Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“#klein – Cafè Borgia

  1. Vielen Dank Tom, dass auch du wieder mit deinem, wie immer, interessanten Beitrag bei meine Foto-Challenge zum Thema „klein“ dabei bist 😊 Klingt und sieht irgendwie sehr lecker aus.
    Liebe Grüße und komme gut in die neu Woche,
    Roland

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