Türkische Kaffee-Woche: „Turkish Delight“ von Çiloğlu

Ohne sie ist ein Mokka eigentlich undenkbar: Turkisch Delight, Greek Delight, Loukoumi oder Rahat Lokum genannt. Kleine, bunte, in Puderzucker gewälzte Würfel, traditionell mit Geschmäckern wie Rose, Zitrone, Orange, Granatapfel und Mastix, dem Harz des Mastixbaums. Auch, wenn die Türken für sich beanspruchen, dass es sich hier um „Turkish Delights“ handelt, findet man sie in allen Ländern des ehemaligen Osmanischen Reiches, als Lokum oder Rahat Lokum, eine Bezeichnung aus dem Arabischen, die so viel wie „bequeme Häppchen“ bedeutet.

Einer Sage zufolge hatte sich der Sultan von Konstantinopel an einem harten Bonbon einen Zahn abgebrochen. Damit der Sultan weiterhin naschen konnte ohne auch noch den Rest seines Gebisses einzubüßen, machte sich ein braver Konditor daran, eine weiche aber nicht minder gaumenschmeichelnde Süßigkeit zu erfinden, das Lokum. Für die Herstellung von Lokum wird ein Sirup aus Wasser, Zucker und gelierter Stärke mehrere Stunden gekocht, dann stehen gelassen, bis er fest ist; die Masse wird in Stücke geschnitten und in Puderzucker oder Kokosraspel gewälzt, damit sie nicht mehr an den Fingern klebt. Häufige Zugaben zur Aromatisierung des Sirups sind der Saft von Zitronen, Orangen und Granatapfel sowie Rosenwasser oder Orangenblütenwasser. Teilweise werden auch gehackte Nüsse, Mandeln, Pistazien oder pürierte Aprikosen zugesetzt.

Ich habe meine Packung kurz vor Eid al-Fitr, dem Tag des Fastenbrechens oder auch Zuckerfest gekauft. Diesmal wollte ich etwas machen, was ich mir schon oft vorgenommen hatte, nämlich den unter mir wohnenden türkischen Nachbarn zum Zuckerfest zu gratulieren. Irgendwie war ich wohl nicht der Einzige, der auf diese oder eine ähnliche Idee gekommen war, was die offenbar gestiegene Nachfrage erklärte. Von der Schachtel, die ich salopp einmal als „Bunte Vielfalt“ bezeichnen würde, gab es genau ein Stück. Trotzdem bestimmte ich genau diese als Geschenk für die Nachbarn und begnügte mich etwas monothematisch mit Granatapfel.

Irgendwie hatte man in der Verpackungsabteilung bei Çiloğlu wohl einen besonders freigiebigen Tag bezüglich des Puderzuckers. Beim öffnen der Packung entwickelte sich eine regelrechte Staubzuckerwolke. Danach sah ich aus, als hätte ich mich einer Müllerin oder Bäckerin unsittlich genähert. Erstaunlich, wo ich später überall Puderzucker finden sollte. Auch an Stellen, an die eine züchtige Bäckersfrau nie hinkommen würde. Meine schwarzen Wohnzimmerstühle erscheinen immer noch in Mausgrau. Trotzdem sind die kleinen Würfelchen unentbehrliche Begleiter für jeden türkischen Mokka!

Quellen: Wikipedia.

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