Türkische Kaffee-Woche: Dibek kahvesi von Osso

Spoileralarm! Die drei von mir ausgesuchten türkischen Kaffeevarianten sind alle irgendwie ähnlich. Wie ich im Detail noch ausführen werde, bestehen sie aus interessanten, teilweise exotischen Mischungen. Allen gemein ist, dass sie mit einem Messlöffel aus Plastik verkauft werden. Der ist insofern nötig, da die zu verwendende Kaffeemenge durchaus größer ist als üblich, was auch an den zahlreichen Zusatzstoffen, wie zum Beispiel Milchpulver, liegt. Zum Vergleich: für einen klassischen Mokka nimmt man etwa 12,5 g pro Tasse, bei den türkischen Kaffeemischung dürfen es schon 15 g sein, sonst schmeckt das Ergebnis leicht fade.

Auch in der Zubereitung sind sie praktisch identisch: man gibt einen Portionslöffel Pulver zusammen mit dem Wasser in einen Cezve oder Ibrik, verrührt es und lässt es zweimal aufkochen. Aber Vorsicht! Lässt man den Kaffee überkochen, dann hat man statt eines leckeren Mokkas eine mühsame Putzarbeit vor sich. Ich mache es mir deshalb einfach und verwende meine Fakir Kaave Mokkamaschine, eine liebgewordene Anschaffung nach meinem letzten Griechenland-Urlaub auf Korfu. Kleiner Tipp noch: da alle diese türkischen Kaffeemischungen Satz enthalten, koche ich den Kaffee zusammen mit Zucker auf, so wie es bei den Griechen üblich ist. Zuckert man den Kaffee erst in der Tasse, dann wirbelt man immer wieder den Satz mit auf, was das Trinken erschwert.

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Werfen wir mal einen Blick auf die Zutatenliste des Dibek Kahvesi: Kaffee aus dem Jemen, Johannisbrot, Menengiç Kaffee, Sahlep, Schokoladendrops, Sahne, Mastix, Karamell. Der Menengiç Kaffee ist an sich schon eine Kaffee-Spezialität, die aus getrockneter und gemahlener Terpentin-Pistazie hergestellt wird, auch bekannt als Terebinthe- oder Pistazien Kaffee. Dieses traditionelle Heißgetränk ist beliebt in vielen Teilen Südostanatoliens, besonders in Gaziantep. Die Früchte werden getrocknet, geröstet und dann gemahlenen, ähnlich wie bei Kaffeebohnen, aber anders als normaler Kaffee ist der Pistazien-Kaffee koffeinfrei. Traditionell wird dieses Pulver mit Milch und Zucker in einem Cezve aufgekocht und in Mokkatassen serviert.

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Die Zutat Sahlep ist ein in arabischen Ländern und der türkischen Küche übliches süßes, heiß getrunkenes und vor allem im Winter serviertes Milchgetränk. Neben Milch und Zucker stellt Sahleppulver den Hauptbestandteil des Getränkes dar. Dieses wird aus wild wachsenden Orchideenwurzeln des Sahlepkrautes – landläufig besser bekannt als Knabenkraut – hergestellt. Verfeinert werden kann es mit Zucker, gemahlenem Zimt, Kokosraspeln, zerkleinerten Erdnüssen, Haselnüssen und/oder Pistazien. Da die Salep-Stärke innerhalb Europas nur in türkischen und arabischen Läden, meist mit Zucker und anderen Zutaten versehen, erhältlich ist, verwendet man auch oft Mais- bzw. Weizenstärke zur Zubereitung.

Werfen wir noch einmal einen Blick auf die Inhaltsliste: das Wort „Sahne“ ist fett gedruckt, was allerdings weniger ein Hinweis auf die Fettstufe der verwendeten Milch ist, sondern uns verrät, dass diese Zutat in nicht unerheblichem Umfang der Pulvermischung hinzugefügt wurde. Im Ergebnis erwartet einen damit ein eher mildes kaffeehaltiges Mischgetränk mit orientalischer Note. Fazit: kann ich mich dran gewöhnen.

Nachtrag: offenbar gibt es für Dibek Kaffee keine festgelegte Rezeptur. Obwohl sich die Zutatenlisten einander ähneln, gibt es leichte Unterschiede. Obwohl lecker, werde ich trotzdem versuchen Pistazienkaffee auch einmal in Reinform zu erstehen. Morgen geht es weiter mit einer Kaffeemischung, die hier als Zutat bereits erwähnt wurde: Menengiç Kaffee.

Quellen: Produktverpackung, Wikipedia, KochDichTürkisch. Der Kaffee für diesen Beitrag wurde aus Trinkgeldern finanziert. Danke!

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9 Gedanken zu “Türkische Kaffee-Woche: Dibek kahvesi von Osso

  1. Oh ja, der leckerer Pistazien-Kaffee. Den hat mir meine Freundin bei sich zu Hause mit Kennermiene aufgebrüht. Sie kommt aus Gaziantep, vielleicht kannte sie diese Kaffeeart deshalb. Die anderen türkischen Kaffeesorten sind mir unbekannt (bis auf das berühmt-berüchtigte Mastix…), es ist spannend zu lesen, was da alles mit drin ist. So so, viel Zucker und Sahne also. Da denkt man, man hätte ein harmloses Kaffeevergnügen vor sich, nix da… Vermutlich schmeckten sie auch deshalb so lecker. Die Zutatenliste liest sich sehr exotisch. Und wie bitte, Salz? Da bin ich sehr gespannt auf weitere Varianten.

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