Wien öffnet: der erste Kaffee im Kaffeehaus

Sie waren wahrscheinlich unter den Ersten, die nach mehr als sechseinhalb Monaten Corona-bedingter Pause wieder ins Café gegangen sind. Vergangene Woche haben Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und der Wiener Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck anlässlich der Öffnungen in der Gastronomie das älteste Kaffeehaus Wiens, das Café Frauenhuber in der Himmelpfortgasse, in der Inneren Stadt besucht. Kaum ein Kaffeehaus in Wien wäre für diesen symbolischen Akt besser geeignet. Hier luden schon Mozart und Beethoven zur Tafelmusik. Als Kaffeehaus wurde es seit 1824 erwähnt und 2000 zur Gänze renoviert. Heute gilt es als ältestes Kaffeehaus von Wien, dass bis heute durchgehend betrieben wird.

Um so wichtiger die Öffnung nach dem Corona-Lockdown: „Wir sind alle sehr froh, dass wir wieder die vielfältige Gastronomie in unserer Stadt genießen können“, freute sich der Stadtchef über seinen ersten Kaffee als Lokalgast in diesem Jahr. Zu verdanken habe man den Schritt hin zur „gewohnten Normalität“ der Einhaltung der strengen Schutzmaßnahmen durch die Wiener Bevölkerung in den vergangenen Wochen, dadurch sei der Rückgang bei der Belegung der Spitalsbetten schneller vorangegangen als prognostiziert.

„Doch die Lage bleibt weiterhin ernst. Deswegen müssen alle Öffnungsschritte von Schutzmaßnahmen begleitet werden, um das Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten“, betonte Ludwig die Notwendigkeit der Auflagen, unter denen die Öffnungen stattfinden. Ein Instrument zur sicheren Öffnung ist die seit Februar laufende Aktion „Alles gurgelt“ der Stadt, die dieses Angebot vor kurzem mit den Gurgelboxen noch ausgebaut hat. Zudem muss in Wien – anders als in anderen Bundesländern – das Gastro-Personal mehrmals pro Woche getestet werden. „Denn der Schutz der Wienerinnen und Wiener bleibt das Wichtigste“, sagte Ludwig.

Gurgeln könnte auch in Deutschland zur Eindämmung der Pandemie beitragen. Experten der Klinikhygiene sehen schon länger einen Zusammenhang zwischen medizinischer Reinigung des Mund-Rachenbereiches und der Senkung aufgenommener Viruslast sowie weiterer Übertragungen. Eine in Deutschland speziell entwickelte Mund- und Rachenspülung ist bereits seit Anfang 2021 auf dem Markt. Das viruzid wirkende Produkt wird seither auch von medizinischem Personal, von Rettungskräften oder auch von Lehrern verwendet. Darüber hinaus wird es für alle empfohlen, die sich entweder nicht impfen lassen können, oder für Personen mit vielen Kontakten, vor allem dann, wenn keine Maske Getragen wird, wie etwa von Gästen im Café.

Im Nachbarland Österreich ist man da schon einen Schritt weiter und begeistert sich über die ersten, vorsichtigen Öffnungsschritte: „Heute ist ein schöner Tag für uns alle, ich habe eine Riesenfreude“, sagt Wirtschaftskammerpräsident Ruck anlässlich seines ersten Kaffeehausbesuches im Jahr 2021. „Ich freue mich nicht nur für die Gastronomie-Betreiber, sondern auch für alle Gäste in Wiens Lokalen. Und mit der digitalen Gästeregistrierung stellen wir der Gastro-Branche eine einfache, sichere und vor allem datenschutzkonforme Anwendung kostenlos zur Verfügung“, so WKW-Präsident Walter Ruck.

Mit den aktuellen Öffnungsschritten kommt eine Registrierung der Gäste in Lokalen, in Wien wird den rund 9.000 Wirtinnen und Wirten dafür ein digitales Tool zur Verfügung gestellt. Die Anwendung ist kostenlos und wurde von der Wirtschaftskammer in Abstimmung mit der Stadt entwickelt. Die Gäste scannen beim Kommen einen QR-Code und geben am Smartphone die erforderlichen Daten ein: Name, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Zur Eingrenzung der Aufenthaltsdauer sollen Gäste sich auch wieder aus-checken. Bleibt zu wünschen, dass in Deutschland bald ähnliche Konzepte zur Anwendung kommen, die ein vorsichtiges und sicher Öffnen auch der Innengastronomie zulassen. Denn so berückend war der Frühling hier bisher ja nicht gerade…

Quellen: Wikipedia, Webseite des Café Frauenhuber, Presse-Service der Stadt Wien, Bürgermeister Ludwig (links) und WKW-Präsident Ruck (rechts), ots.at, ots, Dr. Wolff-Gruppe; Bildrechte: Titelbild: C.Jobst/PID, Presse-Service der Stadt Wien, Elisabeth 2502, Wikipedia, Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license, C.Jobst/PID, Presse-Service de Stadt Wien, Bürgermeister Ludwig (links) und WKW-Präsident Ruck (rechts).

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23 Gedanken zu “Wien öffnet: der erste Kaffee im Kaffeehaus

  1. Tja, das dumme ist nur, nicht alle können so eine App runterladen und dann auch nutzen. Mein Mobil macht das zum Beispiel auch nicht mehr mit. Der Speicher, übrigens der vom System mit den serienmäßigen Apps ist voll bis fast obenhin.

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  2. Fast zweihundert Jahre ist das Café alt? Herrlich. Tja, das ist schön für die Wiener, aber hat bei uns nicht auch schon die Außengastronomie geöffnet? Darauf haben die Menschen schon so lange hingefiebert. Hm, ich überlege gerade, ob ich ein Lieblings Café habe…

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  3. Mit der Luca App gibt es ja auch bei uns in Deutschland schon länger ein Tool zum Ein- und Auschecken z.b. in der Gastronomie. Man muss seine Daten da nur einmal eingeben. Beim Betreten checkt man via QR Code ein. Beim Verlassen checkt man mit einem Klick aus.

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