Tchibo begrüßt Einigung beim Lieferkettengesetz

Tchibo freut sich, dass das monatelange Ringen in der Bundesregierung um ein Lieferkettengesetz endlich zu einem positiven Ergebnis geführt hat. Vor gut zwei Jahr forderte die Hamburger Großrösterei zusammen mit 42 Unternehmen eine gesetzliche Regulierung menschenrechtlicher und unternehmerischer Sorgfaltspflichten in Deutschland. Damals ein Novum, doch bis heute haben sich noch 29 weitere Unternehmen dazu bekannt. Zusammen mit 25 internationalen Unternehmen und Organisationen hat sich Tchibo im August 2020 auch für ein europäisches Lieferkettengesetz stark gemacht.

„Wir freuen uns, dass mit dem Lieferkettengesetz ein wichtiger erster Schritt zu mehr Verbindlichkeit entlang der gesamten Lieferkette getan wird und begrüßen ausdrücklich die Einigung der Fachministerien im demokratischen Prozess,“ sagt Nanda Bergstein, Direktorin Unternehmensverantwortung bei Tchibo. „Wir werden unseren Weg konsequent weiter gehen und freiwillig über die Anforderungen des Gesetzes hinausgehen. Zum Beispiel in dem wir schon jetzt tiefer in die Lieferkette einwirken als nur bis zu den direkten Zulieferern,“ so Bergstein weiter.

Dass ein anderes Wirtschaften nötig ist, führt uns die Corona-Krise gerade deutlich vor Augen. Die globale Wirtschaftskrise verursacht Einkommensverluste und führt im schlimmsten Fall in die Armut. Das gilt insbesondere in Regionen, in denen viele unserer Produkte produziert werden. Denn in Entwicklungs- und Schwellenländern existieren oft keine sozialen Sicherungssysteme. Bisher weigern sich die meisten europäischen Firmen die Einhaltung von Menschenrechten – wie zum Beispiel der Verzicht auf Kinderarbeit! – zu garantieren.

Erst zur Weihnachtszeit wurde auf Coffeenewstom über die gravierenden Folgen berichtet, die alleine das Fehlen eines Lieferkettengesetzes nach sich zieht. So werden beispielsweise auch für deutschen Kaffee in Uganda Bauern enteignet, ganze Dörfer zerstört und deren Bewohner vertrieben. Den Kaffeepackungen im Supermarktregal sieht man das nicht an. Da die Importeure und Röster in Europa keine Rechenschaft über ihre Lieferkette ablegen müssen, können sie es sich leisten dauernde Menschenrechtsverletzungen zu übersehen.

Aktivisten protestierten deshalb Ende Dezember in der HafenCity Hamburg. Sie kritisieren den Hamburger Weltmarktführer im Rohkaffeehandel. „Vertreibung in Uganda verhindern, Lieferkettengesetz jetzt!“ steht auf Plakaten. „Vertrieben klagen ihre Rechte ein. Neumann-Kaffee-Gruppe verweigert Entschädigung“ kritisiert die Hamburger Initiative für ein Lieferkettengesetz, ein breites Bündnis aus Kirchen, Menschenrechtsgruppen oder Umweltverbänden. Mitgebrachte Grabsteine und zerstörte Häuser machen auf die Menschenrechtsverletzungen des Konzerns aufmerksam.

Unternehmen wie Tchibo, die sich jetzt schon freiwillig an die Einhaltung von Menschenrechten halten und oft über die Minimalforderungen eines Lieferkettengesetzes hinausgehen, haben dadurch einen wirtschaftlichen Nachteil. Firmen die weniger sorgfältig vorgehen nutzen oft den daraus entstehenden Preisvorteil, den der Verbraucher gerne annimmt. Erst mit einer gesetzlichen Regelung werden hier gleiche Voraussetzungen für alle europäischen Firmen geschaffen – und das kommt letztendlich den Kaffeebauern zugute.

Wer mehr über das Thema erfahren möchte, der kann das direkt von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hören. Im Tchibo-Potcast „Fünf Tassen täglich“ erklärt der Minister, wie er ein Lieferkettengesetz noch in dieser Legislaturperiode umsetzen will.

Bildrechte: Titelbild von Gideon Putra auf Pixabay, Bild von Gideon Putra auf Pixabay, Bild von goliathwatch.de; Quellen: Tchibo, Tchibo-Podcast „Fünf Tassen täglich“, www.tchibo.de/podcast, Tchibo Pressemeldung vom 12.02.2021, ots, goliathwatch.de, PHOENIX,

4 Gedanken zu “Tchibo begrüßt Einigung beim Lieferkettengesetz

  1. Da sieht man Tchibo plötzlich mit ganz anderen Augen… 🙂
    und zum Thema Lieferkettengesetz und Preisnachteil, ganz ehrlich: Kaffee ist ein Genussmittel. Für ein Genussmittel bin ich bereit, auch mehr zu bezahlen, wenn dafür die Menschenrechte geachtet werden. Wir beziehen unseren Kaffee längst nicht mehr beim Discounter…

    Danke übrigens für diesen Artikel. Auch wenn da nicht viele kommentieren (die meisten wissen wahrscheinlich nicht, was sie schreiben sollen…), ist es gut, dass du deine Leser auch über solche Themen und Hintergründe auf dem Laufenden hältst.

    Liebe Grüße
    Kasia

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für das Kompliment! Genau das wollte ich mit dem Beitrag bezwecken. Natürlich freue ich mich immer über Kommentare, aber mir ist klar, dass das ein schwieriges und komplexes Thema ist, zu dem nicht jedem auf Anhieb eine Erwiderung oder Ergänzung einfällt. Deshalb freut mich Dein Kommentar besonders. Ich mache das beim Kommentieren so: wenn mir sofort etwas dazu einfällt, dann schreibe ich was dazu. Fällt mir nichts ein, dann eben nicht. Das Schöne an der Blogger-Welt ist ja die Vielfalt und nicht zu jedem Thema muss mir etwas einfallen. Aber – wie gesagt – danke!

      Gefällt 1 Person

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