Morgen ist Valentinstag

Glaubt man einer kürzlich erschienen Umfrage, dann finden 70% der Singles den Valentinstag schlichtweg scheiße. In einer Single-Stadt wie München müssten folgerichtig die Fahnen an öffentlichen Gebäuden morgen auf Halbmast wehen. Wer dessen ungeachtet an dem überflüssigen, wahrscheinlich von einem geschäftstüchtigen Floristen erfundenen, Feiertag Eindruck schinden möchte, der kann es mit einem Kaffee probieren.

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Doch was tun, wenn das mit dem Latte-Art-Herz auch nach zahlreichen Fehlversuchen nicht gelingen will? Im Fachhandel gibt es für kleines Geld Schablonen, mit denen sich reizvolle Motive mittels Kakaopulver auf den Milchschaum zaubern lassen. Wer mit der Schere besser als mit Milch umgehen kann, der könnte sich so eine Schablone auch aus Pappe schneiden. Wer aber auch daran scheitert, der findet im gut sortierten Supermarkt Marshmallows in Herzform, die man dem liebevoll zubereiteten Morgenkaffee zufügen kann.

Two cups of hot chocolate with heart shaped marshmallows over a white wood background

Gelingt es nicht mit Klasse, dann hilft vielleicht Masse? Von Harald Schmidt, übrigens einer meiner Taxikunden, stammt der Spruch: „Kaffee fördert die Potenz. Nach 10 Tassen Kaffee kann man die zitternden Hände sehr gut beim Vorspiel einsetzen.“ Wie dem auch sei, allen verliebten Lesern einen schönen Valentinstag. Allen übrigen sei gesagt, auch dieser Tag geht vorbei! Mit einem guten Trostkaffee in der Tasse sogar ganz erträglich… Morgen viel Glück!

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Bildrechte: weedezign/fotolia.com, CoffeeNewsTom, Jenifoto/fotolia.com, CoffeeNewsTom.

13 Gedanken zu “Morgen ist Valentinstag

  1. Ach Valentinstag… Zeit der Rosenblütenblätter in der Badewanne, der Tankstellenblumen und der Jagd nach frühzeitiger Tischreservierung (fällt dieses Jahr aus, anm. der Red.)

    Da bleibe ich lieber beim Kaffee… 😉

    Liebe Grüße
    Kasia

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  2. Nee, die Blumenhändler waren von Anfang an eher Trittbrettfahrer. Den ersten Blumenstrauß zum Valentinstag bekam ich von einem amerikanischen Jungendfreund, als der 14. Februar hierzulande noch ein Tag wie jeder andere war. Wir haben das Ding also aus den USA importiert (oder re-importiert) – genau wie Halloween. Womöglich haben Snoopy und die Peanuts nicht unwesentlich zur Verbreitung beigetragen. Ich mag den ewigen Loser Charly Brown und verzeihe ihm fast alles.

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    1. Ja, die Peanuts prägten meine Kindheit. Trotzdem ist die Tradition weit älter. Wikipedia schreibt: „Der Gedenktag des hl. Valentinus am 14. Februar wurde von Papst Gelasius im Jahre 469 für die ganze Kirche eingeführt, 1969 jedoch aus dem römischen Generalkalender gestrichen. Verbreitet gibt es jedoch um den Valentinstag herum Gottesdienste, in denen Ehepaare gesegnet werden. (…) Die erste Beschreibung des 14. Februar als jährliches Fest der Liebe erscheint in der Charter of the Court of Love. Die Charta, angeblich von König Karl VI. von Frankreich im Jahre 1400 in Mantes-la-Jolie herausgegeben, beschreibt große Festlichkeiten, bei denen Mitglieder des königlichen Hofes zugegen waren. Dazu gehörten ein Festmahl, Wettbewerbe zu Liebesliedern und -poesie, Turnierkämpfe und Tanz. Es existiert keine weitere Aufzeichnung des Hofes, und keine der in der Charta genannten Persönlichkeiten war in Mantes-la-Jolie dabei, außer der Königingemahlin Isabeau de Bavière, die sich alles wahrscheinlich nur erwünschte, während sie auf die Pest wartete. (…) In Westdeutschland wurde der Valentinstag nach dem Zweiten Weltkrieg durch im Land stationierte US-Soldaten bekannt. 1950 wurde in Nürnberg der erste „Valentinsball“ veranstaltet. Allgemein bekannt wurde der Valentinstag durch die vor dem 14. Februar verstärkt einsetzende Werbung von Floristik- und Süßwarenindustrie.“ Also doch nicht nur Charles M. Schulz…

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      1. Nein, das habe ich doch auch nicht behauptet, dass Charles M. Schulz den Valentinstag erfunden hat. Von Re-Import sprach ich, weil er wie andere Bräuche auch, die durch Auswanderer in den USA landeten, von dort geradezu zwangsläufig zu uns kamen, auch wenn sie hier nie – oder zumindest sehr lange nicht – gepflegt wurden. Er kam praktisch fast gleichzeitig mit den Peanuts nach Deutschland. Da ich in den 60ern für die US Air Force arbeitete, habe ich Peanuts, Dennis the Menace, den Playboy (1 Dollar, und neben Playmate of the Month durchaus niveauvoll), Thanksgiving, … damals kennengelernt.

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        1. Ja, diese Re-Importe sind manchmal lästig, zum Beispiel so Unarten, wie Jungesellenabschiede und Halloween. In nicht Corona-Zeiten spucken die Vorortzüge am Münchner Hauptbahnhof von Donnerstag bis Sonntag regelmäßig Gruppen von wahlweise Mädels oder Jungs aus. Einer der Jungen trägt entweder Strapse oder Sträflingskleidung und hat entweder eine Gummipuppe oder eine Eisenenkugel als Accessoire, Mädels müssen aus einem Bauchladen kleine Schnapsflaschen und/oder Condome verkaufen. Doch das ist erst der Anfang…. Und Halloween läuft hier als „Fasching II“ als reines Konsum- und Kostümfest. losgelöst von jedem Bezug zum historischen Kontext. Die neueste Pest ist der Super Bowl. Naja, vielleicht erleichtert es den Exit aus der Bundesliga… wer weiß. Nein, ich wollte Dir nicht unterstellen gesagt zu haben, dass Schulz den Valentinstag erfunden hat. Ich wollte nur dezent darauf hinweisen, dass es diesen Brauch bei uns auch schon früher gegeben hat, bevor er mit Coca Cola und Kaugummi zurück nach Europa geschwemmt wurde… Ich habe den Playboy auch immer gelesen – wegen der Kurzgeschichten! Gab’s da noch mehr drin?

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          1. Im Playboy? Ja, teilweise wirklich gute Witze. Und in dem Punkt bin ich anspruchsvoll. 😉 Aber die Kurzgeschichten waren auch für mich der eigentliche Kaufgrund, und einen Dollar (damals 4 Mark) am Stars-and-Stripes-Kiosk) waren sie mir allemal wert.
            Halloween hat mich ein einziges Mal zum Lachen gebracht. Da sah ich an einem 31. Oktober in der Gemüseabteilung eines Supermarkts einen junge Mann, der aus den Porreestangen die mit dem längsten Grün heraussuchte und sie dann wie eine Peitsche ausprobierte. Ich denke, mit so was kann man Mädels zum Kreischen bringen. Aber als dann die „Bösen Clowns“ aufkamen, die nach Einbruch der Dunkelheit alte Leute und junge Frauen fast zu Tode erschreckten, dachte ich: Wenn das einer mit mir versucht, lande ich wahrscheinlich im Knast, ohne über Verhältnismäßigkeit überhaupt nachgedacht zu haben.

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            1. Ja, auf diese Kandidaten wartet der Darwin Award. Habe erst vor ein paar Tagen eine Meldung gelesen, in der einer für Tiktok oder Youtube ein besonders realistisches Video zum Thema „Prank“ mit einem Messerangriff simuliert hat. Muss sehr realistisch gewesen sein, der der Freund des attackierten Mädchens zögerte nicht, zog seine Waffe und schoss den vermeintlichen Angreifer über den Haufen. Kann man ihm kaum verdenken. Lustig ist aber etwas anderes. Diese Verrohung zeigt sich auch im Format „Verstehen Sie Spaß?“ Im Original mit Kurt Felix waren das alles harmlose Scherze, heute geht es kaum ohne Explosion…

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              1. Stimmt. Uns kommt der Sinn für das, was wirklich witzig ist, ohne gemein (oder auch gemeingefährlich) zu sein, abhanden. Bin ja seit nu wohl 15 Jahren fernsehabstinent, aber in einem „früheren Leben“ pflegte ich hin und wieder auch „Vorsicht, Kamera!“ zu schauen – bis sie dann mal die tolle Idee hatten, eine junge Frau zu verarschen, die sich auf die Stellenanzeige einer Wursterei beworben hatte. Der Metzger erklärte ihr, wie sie den mit Wurstmasse sich füllenden Endloskunstdarm in gleichmäßigen Abständen zusammennuddeln sollte. Dann schmiss er die Maschine an, und sie machte das ganz gut – nur dass die Maschine immer schneller lief, das Mädel irgendwann völlig in der Wurstkette verheddert war und immer noch versuchte, die Arbeit hinzubekommen – mit Tränen in den Augen. Wirklich sehr komisch! Ich glaube, ich habe die Sendung danach nie mehr geschaut, denn wer sich jemals um richtige Arbeit beworben hat, weiß, wie sie sich gefühlt haben muss.

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