Klappt das noch mit dem Lieferkettengesetz, Dr. Gerd Müller?

Wieder ist eine Einigung über die Einführung eines Lieferkettengesetzes in Berlin gescheitert. Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo hält ein Gesetz, das Unternehmen zu allgemeingültigen Regeln der sozialen und ökologischen Verantwortung verpflichtet, für dringend notwendig. Das sieht der Gesetzesinitiator Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, genau so.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) drängt schon seit langem auf ein Lieferkettengesetz. Es gehe darum, „Kinderarbeit endlich zu stoppen und Menschenrechtsstandards für deutsche Produkte umzusetzen“. Nach Müllers erfolglosen Verhandlungen mit Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Peter Altmaier (CDU) soll der Streit um das Gesetz nun auf höherer Ebene in einem „Spitzengespräch in der Koalition“ geklärt werden. Am 13. Januar wahr es so weit – doch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier legte wieder sein Veto ein. Er befürchtet, dass die deutsche Wirtschaft genug mit den Corona-Folgen zu kämpfen hat.

Davon erzählte Gerd Müller Tchibo-Sprecherin Sandra Coy und Moderator Ralf Podszus für den Podcast „Fünf Tassen täglich„. Dabei verriet er nicht nur, dass er sechs bis acht Tassen Kaffee täglich trinkt, sondern dass er dabei auf fairen Kaffee wert legt. Dabei lobt er das Unternehmen Tchibo ausdrücklich. Nicht nur, weil er gerade in ihrem Podcast zu Besuch ist, sondern weil er bei der Umsetzung von fairen Zielen Tchibo als einen der besten Partner wahrnimmt. So zu sagen eine ministeriale Expertise dafür, dass der Hamburg Großröster mit seinen Aktionen kein „Greeen-Washing“ betreibt, sondern sich aktiv für fairen Handel einbringt.

Ein besonderes Gräuel sind Entwicklungsminister Müller vor allem die Arbeits- und Lebensbedingungen in den rohstoffexportierenden Ländern und da vor allem die Kinderarbeit. Seiner Meinung nach muss Kinderarbeit dringen aus der Lieferkette raus. Wer sagt das ginge nicht, der will nicht. Und wenn es ihm möglich ist sich vor Ort ein Bild über die Arbeitsbedingungen zu machen und mit den Arbeiterinnen und Arbeitern zu reden, dann müsste das für Kontrollen auch möglich sein.

Schließlich ist eine faire Lieferkette eine Frage der Humanität. „Die Nachkolonialzeit ist Beendet!“, verkündete der streitbare Minister, zumindest wenn es um sein Lieferkettengesetz geht. Schließlich geht es um einen Mehrpreis von vielleicht zehn Cent pro Packung um sofort für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen. Aufgeben will der Minister trotz der jüngsten Rückschläge nicht. Am Ende sieht er noch den Verbraucher in der Verantwortung: „Mit jeder Konsumentscheidung treffen wir auch eine Entscheidung über ein würdiges Leben, ja oder nein!“

Bildrechte: Titelbild von REYNALDO ALVAREZ CRUZ auf Pixabay.com, Michael Gottschalk/ Photothek.net/ BMZ-Mediathek, Tchibo, Gideon Putra auf Pixabay.com; Quellen: Tchibo-Pressemeldung vom 19.01.23020, Tchibo-Podcast „Fünf Tassen täglich“, www.tchibo.de/podcast.

4 Gedanken zu “Klappt das noch mit dem Lieferkettengesetz, Dr. Gerd Müller?

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