Griechische Kaffee-Momente: Aller Anfang…

Es war ein Sommertag vor etwa 30 Jahren, als ich auf der Terrasse saß und in den Sonnenuntergang über der Stadt hineinblinzelte. Erst wenige Stunden zuvor hatte mein Fuß die Insel und damit ich zum ersten Mal griechischen Boden betreten. Und das legte den Grundstein für eine bis heute andauernde Freundschaft zu einem Land und seinen Menschen.

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In den letzten Tagen bin ich öfter gefragt worden, was den mein griechischster Moment gewesen sei. Das klingt ein wenig, wie der allfällige Aufsatz „Mein schönstes Ferienerlebnis“ zum Beginn des neuen Schuljahres. Und ich wurde gefragt, wann es denn wohl weiterginge, mit dem „Griechischen Kaffeetagebuch“. Nun hat Corona ja die Reisemöglichkeiten stark eingeschränkt, weshalb ich in meinen Reiseerinnerungen gekramt habe, um so etwas wie ein Trostpflaster für die zu finden, die gerade anfangen meine Geschichten zu vermissen. Da ich kein geeignetes Bildmaterial aus den ersten Griechenland-Reisen mehr besitze, habe ich mich – zumindest für die ersten Geschichten, bei Pixabay bedient.

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Vor 30 Jahren ging Reisen noch irgendwie anders. Meine erste Frau und ich planten unsere erste gemeinsame Reise zusammen mit unserem erste Sohn. Ich arbeitete in einem Auktionshaus und verdiente – nicht zuletzt dank zahlreicher Überstunden – gar nicht so schlecht. Vor der Reise liehen wir uns Reiseführer in der Bibliothek aus und schmökerten. Ich erinnere mich dunkel, dass irgendeine Freundin von Samos schwärmte. Also gingen wir irgendwann zum Reisebüro (!) und buchten Flüge. Um uns in einem preisgünstigen Charterflug unterzubringen, bekamen wir geheimnisvolle „Voucher“, die wir auf verlangen vorzuweisen hätten. Wir hatten nämlich keinen Pauschalurlaub sondern wollten uns vor Ort ein Quartier suchen und hätten sonst die teure Linie fliegen müssen.

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Und das war alles einfacher, als man es sich vielleicht heute vorstellt: vom Flughafen Samos-Aristarchos ging es mit dem Taxi nach Samos-Stadt (hier wurde ich wohl das erste mal von einem griechischen Taxifahrer ausgenommen), dort angekommen fragte man sich zum Touristenbüro durch, und erklärte dort, man wolle ein Privatquartier. Privatquartiere werden von der griechischen Tourismusbehörde in drei Klassen eingeteilt und kontrolliert. Bald erschien unsere zukünftige Vermieterin für die nächsten Nächte, führte uns zu ihrem nahegelegenen Haus in der Altstadt und zeigte uns das Zimmer. 5.000 Drachmen sollte es kosten – das entsprach damals in etwa 50,- D-Mark – hatte einen Schrank, ein großes Doppelbett (ein Kinderbett konnte zugestellt werden), einen Tisch mit zwei Stühlen und eine unglaubliche Terrasse mit zwei Liegestühlen und einem Blick über die Altstadt, den Hafen und das Meer… Wir schlugen ein.

Ich belasse es jetzt einmal bei diesem Moment: die Terrasse, der Blick, die Sonne, das Meer! Der erste Aufenthalt war nur ein paar Tage, denn bald sollte es mit der Fähre nach Patmos gehen. Deshalb beginnt die Geschichte eigentlich da, auch wenn ich spätestens am nächsten Morgen meinen ersten griechischen Kaffee getrunken haben dürfte. Ich erinnere mich noch, dass die griechische Wirtin natürlich nur griechischen Kaffee hatte und den bekam man morgens von ihr – umsonst! Die Details dieses Kaffee-Momentes, mein allererster griechischer Kaffee auf einer griechischen Insel, sind leider zwischen all den Urlaubserinnerungen verloren gegangen ist. Belegt ist allerdings, dass ihm noch viele weitere gefolgt sind. Doch davon und von Patmos und Samos erzähle ich in diesem Jahr mehr. Jetzt genießen wir erstmal den Sonnenuntergang…

 

Die Bilder zum heutigen Kapitel zeigen die Insel Santorini. Die Samos-Bilder hebe ich mir zur Illustration der Samos-Geschichten auf. Bildrechte: Klaus Stebani/pixabay.com (1 und 4), Herbert Gieser/pixabay.com, M. H., TassosB (Bild bearbeitet) /pixabay.com.

Ein Gedanke zu “Griechische Kaffee-Momente: Aller Anfang…

  1. Und wieder bin ich sehr angetan von den leeren Stühlen, die mich mehr zu einem Blick aufs Meer hinaus einladen, als darauf sitzende Personen es könnten. Versetzen kann ich mich offenbar nur, wenn ein Sitzplatz frei ist*.

    *Der Satz ist von mir, falls jemand ihn zitieren möchte. 😉

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