Bloggerfalle Pixelio? Gratisbilder können teuer kommen!

Kann man bei der Verwendung eines Bildes aus einer Gratis-Datenbank zur Kasse gebeten werden? Ja! Zumindest nach Meinung einiger Anwälte im Zusammenhang mit dem Verband zum Schutz geistigen Eigentums, beziehungsweise nach Ansicht einiger skrupelloser Fotografen, die zusammen mit ebensolchen Juristen ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt haben!

Nein, heute geht es ausnahmsweise einmal nicht um Kaffee, sondern darum, wie man sich als Bloggerin oder Blogger viel Ärger ersparen kann und dabei – und so wird wieder ein Schuh draus – das Geld für viele, viele Tassen Kaffee sparen kann. Denn nicht nur Abmahnanwälte haben sich auf diesem Gebiet spezialisiert, auch die Anwälte, die man bezahlt um ungerechtfertigte Ansprüche abzuwenden, haben das.

Die Grundidee ist einfach: wer Bilder in seinem Blog oder auf seiner Webseite verwendet, der ist verpflichtet spätestens unten auf der entsprechenden Seite den Urheber des Bildes zu nennen. Tut man das nicht, verletzt man das Urheberrecht, selbst dann, wenn man berechtigt ist das Bild zu verwenden. So weit, so klar. Wer also auf Nummer Sicher gehen möchte, der nennt auf seiner Seite einfach den Namen des Fotografen und gegebenenfalls auch den Namen der Webseite, von der er das Bild bezogen hat.

Als ich mit meinem Blog anfing, habe ich hauptsächlich – wenn ich keine geeigneten eigenen Bilder zur Verfügung hatte – auf Fotolia zurückgegriffen. Zwar kosteten die Bilder etwas, dafür war man was die Lizenz betraf auf der sicheren Seite. Fotolia aber wurde zu Adobe und die Möglichkeit Bilder im preisgünstigen XXS-Format zu erwerben verschwand. Weshalb ich auf Pixelio auswich. So, wie es viele gemacht haben.

Nun durchforsten aber Abmahnanwälte das Netz auf der Suche nach angeblichen Urheberrechtsverletzungen. Die Masche: in den AGB von Pixelio steht, dass man neben der Nennung von Fotograf und Anbieter auf der eigenen Webseite auch mit Pixelio direkt verlinken muss. Bei der Suche nach Opfern tun sich die Anwälte leicht: sie suchen nach Blogs oder Webseiten, auf denen der Vermerk zur Urheberschaft zwar korrekt angegeben wurde, der direkte Link zu Pixelio aber fehlt. Fehlt dieser Link zum Anbieter, also Pixelio, sieht nun der Fotograf einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen und damit wird das Bild ohne Lizenz und damit rechtswidrig verwendet, was einen Verstoß gegen die Urheberrechte des Fotografen darstellt.

Pixelio selbst verfolgt diese „Vertragsverletzung“ allerdings nicht, sonst wäre sie wahrscheinlich bald alle Nutzer los. Dass die wiederum Pixelio nur im Fließtext nennen und nicht verlinken ist wohl gängige Praxis und sichert gierigen Fotografen wie Abmahnanwälten ihre Pfründe. Die Behauptung der Anwälte: wer den Lizenzvertrag gebrochen hat, der wird automatisch zum unberechtigten Nutzer, also zum Bilderdieb! Die Gerichte sehen das allerdings anders. Zumindest in den meisten bekannten Fällen.

Die auf Urheber- und Medienrecht spezialisierte Kanzlei Plutte bestätigt: „Wer nicht auf pixelio.de verlinkt, bleibt trotzdem berechtigter Nutzer des Fotos – immer vorausgesetzt, dass man das Foto als registrierter User bei Pixelio bezogen hat.“ Und weiter: „Wir sehen im Ergebnis keinerlei Unterlassungsanspruch des Fotografen mit der Folge, dass auch keine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben werden muss. Der abmahnende Fotograf darf nach dem KG Berlin schon fehlender Urheberbenennung keinen Schadensersatz in Gestalt von fiktiven Lizenzgebühren nach den Grundsätzen der Lizenzanalogie verlangen, da der Bildverwender berechtigter Nutzer bleibt. Erst recht darf er natürlich keine fiktiven Lizenzgebühren verlangen für den Fall einer fehlenden Verlinkung auf Pixelio.“

Trotzdem bleibt unter Umständen viel Ärger an einem von dieser Abmahnpraxis betroffenem hängen – und die damit verbundenen Kosten! Weshalb von der weiteren Nutzung von Pixelio-Bildern eher abzuraten wäre, leider. Ich habe rechtzeitig einen Tipp erhalten und alle Urheberrechtsvermerke, die mit Pixelio zu tun haben, mit einem Link auf die Plattform versehen. Wer also Pixelio-Bilder in Verwendung hat, dem kann ich dazu nur raten. Darüber hinaus gibt es weniger riskante Alternativen. Und lieber einmal zu viel Verlinken, als einmal zu wenig! Diesen segensreichen Tipp gebe ich gerne an Euch weiter! Übrigens ohne Anerkennung einer Rechtspflicht!

Bildrechte: Bild von Benedikt Geyer auf Pixabay, Bild von Markus Winkler auf Pixabay. Quellen: Rechtsanwaltskanzlei Plutte, Anwaltskanzlei Hechler, e-Recht24.

5 Gedanken zu “Bloggerfalle Pixelio? Gratisbilder können teuer kommen!

  1. Das sicherste ist und bleibt, selbst zu fotografieren. Ich habe vor längerer Zeit aber auch von einer Fotografin gelesen, die wegen eines von ihr selbst aufgenommenen Fotos, das sie auf ihrer eigenen Webseite veröffentlicht hatte, abgemahnt wurde. Das war natürlich eine Lachnummer.

    Gefällt 2 Personen

    1. Leider hat man nicht immer das passende Bild aus eigenen Beständen zur Hand oder kann es nicht selbst aufnehmen. Mir war Fotolia lieber, denn da bekam man viele Bilder noch zu einem vertretbaren Preis – bei Adobe Stock, dem Nachfolger, gibt es die erschwinglichen Bilder nicht mehr. Aber Du hast natürlich recht: das eigene Bild ist immer noch das beste!

      Gefällt 1 Person

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