Erste Tegernseer Kaffeerösterei: Kolumbien Antioquia „Decaf“

Ende Oktober 2019 kam ich auf meiner Kaffeetour rund um den Tegernsee auch die Erste Tegernseer Kaffeerösterei in Weißach besucht. Ein Mitbringsel dieser Tour war eine Bohne aus Kolumbien, der Antioquia „Decaf“. Wie schlägt sich der entkoffeinierte Filterkaffee und reiht er sich nahtlos in das gute Kaffeeerlebnis im „Café Felix“ ein?

Das Verfahren: Der Rohkaffee wird zunächst mit Wasser auf einen höheren Feuchtigkeitsgrad gebracht und ihm dann in einem Extraktionsbehälter durch zirkulierende, flüssige Kohlensäure unter hohem Druck das Koffein entzogen. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis der Kaffee weitgehend von Koffein befreit ist (< 0,1%).

Der Röster stellt Aromen von Milchschokolade, Erdnuss und Dattel in Aussicht. Hält die Bohne das, was der Hersteller verspricht? Beim Öffnen fallen uns dreierlei Sachen auf: die Bohnen sind glatt und weisen ein gleichmäßiges Bild auf, sind mitteldunkel, fast schon wie ein Espresso geröstet und verströmen einen milden, leicht süßen Geruch mit Anklängen von Holz und Schokolade.

In der Tasse ergibt das einen milden, klaren Kaffee mit leicht erdigen Aromen und auch die Schokolade lässt sich erschmecken. Lediglich die Datteln blieb der Antioquia schuldig. Jetzt erinnerten mich die Bohnen ja schon beim Öffnen an einen Espresso, deshalb ließ ich ihn dann gleich noch einmal durch die Maschine laufen. Als purer Espresso ist er dann trotz stabiler Crema doch nur noch Mittelklasse und etwas sauer und eindimensional, aber in einem Cappuccino schlägt er sich allemal gut.

Aber als Espresso trat der Antioquia „Decaf“ ja auch nicht an, weshalb sich die Bewertung auch nur auf den zubereiteten Filterkaffee bezieht. Da präsentiert sich der Kolumbianer als guter und leicht schokoladiger Kaffee, nur eben in der koffeinfreien Variante.

4 Gedanken zu “Erste Tegernseer Kaffeerösterei: Kolumbien Antioquia „Decaf“

  1. Ich stelle bei Dir immer wieder fest, dass für Kaffee Ähnliches gilt wie für Olivenöl: Er schmeckt nach allerhand noch außer Kaffee. Und dann fürchte ich, mir fehlen ein paar Geschmacksknospen. – Datteln würde ich übrigens nicht vermissen, selbst wenn ich sie beim Kaffee herausschmecken könnte.

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    1. Mit über 800 Aromen gehört Kaffee zu den facettenreichsten Genussmitteln. Zum Vergleich: Wein hat nur etwa 500. Beim Einordnen der Geschmäcker hilft ein Aromarad. Wie beim Wein ist das mit dem Entdecken der Aromen nur zum Teil Begabung. Vieles davon ist allerdings eine Frage der Übung und ist lernbar, https://wp.me/p8O5tv-3D1 Das es beim Olivenöl ähnlich ist kann ich mir sehr gut vorstellen. Wenn Dir es beim Olivenöl gelingt, verschiedene Aromen zu entdecken, dann spricht eigentlich nichts dagegen, dass das beim Kaffee auch klappt…

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