Weihenstephan Barista Milch

Irgendwie gerade im Trend: Produkte mit dem Zusatz Barista. Hauptsächlich zu finden bei Equipment zur Kaffeeherstellung, bei Kaffeeprodukten und bei Milch. Dabei suggeriert „Barista„, dass man hier ein besonders hochwertiges Produkt vor sich hat – eigentlich nur was für Profis – ohne das ein Hobby-Barista nur schwer überleben kann.

„Erfüllen Sie sich Ihre Schaumträume mit cremiger Barista Milch und begeistern Sie Ihre Gäste Zuhause mit perfektem Milchschaum auf Cappuccino, Latte Macchiato und Co“, heißt es vollmundig auf der Webseite des Herstellers, der Molkerei Weihenstephan mit Sitz in Freising bei München.

„Die neue Barista Milch vollendet Ihre Kaffeekreationen wie von Meisterhand. Sie hat einen Fettgehalt von drei Prozent Fett und enthält durch Anreicherung von Milcheiweiß vier Prozent Eiweiß. Die besondere Zusammensetzung sorgt für einen vollmundigen Geschmack und einen perfekten Schaumaufschlag – mit dem Milchaufschäumer wie mit dem Dampfstab. Die Barista Milch wird besonders sorgfältig und schonend verarbeitet und ganz kurz, nur drei Sekunden, ultrahocherhitzt. Als haltbare Milch ist sie ungeöffnet mindestens drei Monate lagerfähig. Ideal also für den kleinen Barista Vorrat!“

Die haltbare Barista-Milch im Tetrapack geht für 1,29 € bis 1,49 € über den Ladentisch, ist also leicht teurer, als frische Milch. Lohnt sich der tendenziell höhere Preis und bringt der Newcomer im Milchregal einen echten Zusatznutzen? Wir lassen die Weihenstephan Barista Milch gegen eine preisgünstigere Frischmilch von Bergader antreten.

Die Inhaltsangaben variieren minimal. Bei Weihenstephan lautet sie: „H-Trinkmilch angereichert mit Milcheiweiß, 3,0 % Fett, ultrahocherhitzt, homogenisiert.“ Bei Berader heißt es: „Frische Vollmich 3,8 % Fett, pasteurisiert, homogenisiert, länger haltbar.“ Kühlschrankkalt unterscheiden sich beide Marken leicht im Geschmack, die Milch von Bergader schmeckt etwas süßer.

Jetzt geht’s ans Aufschäumen. Dazu benutze ich meinen treuen Aufschäumer, die Alicia Latte von De’Longhi. Beide Milchgetränke schäumen fast identisch. Die Barista-Milch scheint ein Ideechen fester zu sein, dafür harmonisiert um ein My besser mit dem Kaffee. Wirkliche Unterschiede gibt es nicht. Wir schäumen mit dem Handmixer auch noch einmal kalte Milch. Hier entwickelt die Barista tatsächlich etwas mehr Festigkeit, allerdings nur in Nuancen.

Lohnt sich der Mehrpreis im Vergleich zu „normaler“ Kuhmilch? Was bei Sojamilch tatsächlich sinnvoll ist, nämlich ein Produkt, dass sich gut schäumen lässt, entbehrt bei richtiger Milch etwas der Notwendigkeit, denn die lässt sich schäumen. Auch frische Milch lässt sich im Normalfall gut und einfach schäumen, eine Eigenschaft, die manchem Sojaprodukt mangels Milcheiweiß oft schlicht fehlt. Was bei Sojamilch angebracht ist, verkommt beim Milchprodukt zum Gag. So groß ist der Unterschied zur Frischmilch tatsächlich nicht, dass ein höherer Preis dafür gerechtfertigt wäre. Und nur, weil auf der Milch Barista steht, wird man nicht automatisch zu einem.

Zur Barista Sojamilch von Alpro geht es hier!

Quelle: Unternehmensseite, Produktverpackung.

2 Gedanken zu “Weihenstephan Barista Milch

  1. Aus dem Lebensabschnittchen, während dessen ich in Spanien eine Kaffeebar (tagsüber Cafè, abends Bar) besaß, erinnere ich mich nur (ist ja mehr als mein halbes Leben her), dass die Milch zum Aufschäumen nicht kühlschrankkalt sein durfte. Aber auch bei nicht aufgeschäumter Milch sind Marke und Fettgehalt ja nicht egal. Mir sind 3,8% lieber als 3,5. Tatsächlich aber experimentiere ich zur Zeit eher mit Zucker als mit Milch. Dass die Bezeichnung „Barista“ hauptsächlich zur Rechtfertigung eines höheren Preises dienen sollte, war mir klar. Schauen wir mal, ob demnächst auch ein Barista-Zucker …

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  2. Meiner Erfahrung nach soll die Milch zum Aufschäumen gerade aus dem Kühlschrank kommen soll. Steht übrigens auch so auf der Weihenstephan-Verpackung. Bei den 3,8 % hingegen stimme ich Dir allerdings zu. Ich nehme die, wann immer ich sie kriege. 3,5 % ist noch ok, 1,5 % geht für mich gar nicht. Wenn es jemandem um die paar Gram Fett und Eiweiß geht, dann kann man sie anderswo besser einsparen. Ich probiere übrigens gerade Soja- und Hafermilch. In etwa zwei Wochen mehr darüber…

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