Korfiotisches Kaffee-Tagebuch: Benitses, Moraítika, Nótos, Lefkími & Cube

Über die „Epar.Od. Vrionis-Agiou Nikolaou“ geht es am der Küste Richtung Süden. Das Problem des Chronisten: entlang des Wegen oder oft nur wenige hundert Meter von der Hauptstraße entfernt befinden sich pittoreske Bergdörfer oder belebte kleine Häfen und Orte, mit schmalen Stränden direkt vor der Türe. Kein Wunder, dass gerade dieser Küstenabschnitt auch bei Pauschaltouristen beliebt ist.

Den Chronisten plagt noch ein ganz anderes Problem. Statt des angesagten Regens – der Leser mag sich erinnern – brannte nun die Sonne vom Himmel. Weshalb ich in Benitses am ersten Supermarkt anhielt, mir das Sonnenspray mit dem höchsten Lichtschutzfaktor kaufte und jede von der Sonne direkt erreichbare Stelle auf der Haut sofort einschmierte. Spoiler: ich habe diesen Urlaub einen Sonnenbrand geschickt vermieden. Auch wurde das Sonnenspray mein Begleiter auf jeder Ausfahrt.

Zurück auf die Landstraße. Und wieder eröffnet sich nach jeder Kurve der Blick auf eine besonders schöne Bucht oder erlaubt die Sicht auf das weite Meer. Noch ein kurzer Halt in Moraitika, ein vom Tourismus gezeichneter Ort, bei dem es aber zahlreiche Tavernen und Imbisse mit vorzüglichen Souvlaki-Pita gibt, dann geht es abseits der Hauptstrecke auf noch verschlungeneren Pfaden durch noch romantischere Dörfer, vorbei an Kirchen, Tavernen und verlassenen Gehöften und Häusern.

Zwischenziel ist eine Bucht bei Nótos, eine Empfehlung meiner Freundin und Leserin Anne. Entweder hat sie einen großen Bekanntenkreis, oder Nótos ist längst kein Geheimtipp mehr: die Strand-Taverne hatte noch geschlossen und das Strand-Café war so überlaufen, dass es meinem persönlichen Corona-Sicherheitsstandard zuwiderlief. Ein Besuch verbot sich deshalb und es ging weiter nach Linea und damit zurück zur gut ausgebauten Hauptstraße.

Nach den vielen Kurven, die hinter mir lagen, tat es gut mal einige Zeit mit Vollgas – was beim 50er-Roller ja nicht allzu viel bedeutet, aber für eine vertretbare Reisegeschwindigkeit ausreicht – zu fahren und sich den frischen Wind um die Nase wehen zu lassen. So erreichte ich zügig die relativ neue Umgehung von Lefkími und damit das nächste Etappenziel dieser Fahrt: das Café Cube.

Dieses moderne Café liegt zwar strategisch günstig gelegen an der Haupstraße, die Kérkyra mit dem Hafen von Lefkími verbindet (von dort gehen Fähren zum Festland, nach Paxós und Antipaxós), aber doch irgendwie im Nirgendwo. Hier gönne ich mir einen Cappuccino Freddo, der mir hier besonders lecker erscheint, was wohl auch am leckeren dafür verwendeten Espresso liegt.

Nach so viel Sonne reicht mir ein Platz im Schatten. Die eisgekühlte Flasche Wasser und der kühle Cappuccino kommen genau zur rechten Zeit. Das Café Cube hat eine (für mich zu hoch eingestellte) Aircondition, eine moderne Cafè-Bar, einen Kinderspielplatz mit einem Trampolin und ausgesprochen saubere Toiletten – der ideale Rastplatz für einen Boxenstopp.

Für die Statistik fahre ich noch bis zum Fährhafen, der fotografisch aber nichts hergibt. Die Fahrt nach Kávos etwas weiter im Süden spare ich mir – ich habe heute schon genug touristisches gesehen. Lieber mache ich bei der Rückfahrt einen Abstecher nach Lefkími, ein reizender, etwas verschlafen wirkender Ort, in dem man sich verlieben könnte.

Ich widerstehe der Versuchung hier an einem Café an einem lauschigen Kanal noch eine Pause einzulegen. Denn erstens hatte ich gerade erst Kaffee und zweitens liegt ein Ziel noch vor mir: eine byzantinische Festung! Doch davon erzähle ich erst morgen…

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