Mikrokredite machen Kaffee zur Lebensgrundlage

Noch vor drei Jahren führte Sopian El-Hadi auf der Insel Lombok neben seiner kleinen traditionellen Kaffee-Rösterei einen Laden für Campingausrüstung. Mitten im beliebten Wandergebiet rund um Lomboks Vulkan Rinjani war das eine vielversprechende Kombination für eine gute Zukunft. Doch nach einem verheerenden Erdbeben blieben die Touristen aus und die Einnahmen brachen weg. Ein Mikrokredit der Hösbacher Organisation Global Micro Initiative e.V. (GMI) half Sopian damals, trotz des Verlustes seine Kaffee-Rösterei auszubauen.

„Vor 25 Jahren brachte mein Vater die ersten Kaffeesamen, Robusta Kantim, in unser Dorf Beririjarak. Er hatte an Ausbildungen der Regierung für Kaffee- und Kakaobauern teilgenommen und mit dem Anbau von Robusta begonnen. Fünf Jahre später kam der Anbau von Arabica hinzu.“ Voller Stolz erzählt Sopian im Online-Chat mit Tobias Schüßler, dem Gründer und Vorstandsvorsitzenden von GMI, die Geschichte seiner Kaffee-Rösterei. „2017 habe ich die Kaffee-Rösterei begonnen, um den Touristen auch Kaffee verkaufen zu können. Nach dem Erdbeben wollte niemand mehr Zelte und Schlafsäcke mieten. Deshalb habe ich mich ganz auf den Kaffee konzentriert.“

Der kreative Kleinunternehmer kümmert sich selbstständig um das Verpackungsdesign und um die Vermarktung seines Kaffees. Seine Arabica- und Robusta-Kaffeebohnen bezieht er ausschließlich von traditionellen Kaffeebauern aus der Umgebung seines Dorfes.

Sopian nahm an verschiedenen, von GMI finanzierten Workshops teil. Dank mehrerer Mikrokredite konnte er sein Geschäft so weit ausbauen, dass er Kaffee nicht nur an Kunden aus dem Umkreis seines Dorfes, sondern auch über die Grenzen Lomboks hinaus auf andere Inseln Indonesiens liefern kann. Er ist er einer der wenigen von GMI geförderten Kleinunternehmer auf Lombok, die ihre Ware inzwischen auch über Instagram und Facebook verkaufen.

„In meinem Kaffeeladen verkaufe ich verschiedene Kaffee-Heiß- und Kaltgetränke, geröstete Kaffeebohnen und gemahlenen Kaffee“, berichtet Sopian. „Auch die Kaffeebauern in meiner Umgebung profitieren von meinem Geschäft, da ich wegen der großen Nachfrage immer mehr Kaffee von ihnen benötige.“

Sopians großer Traum ist es, seinen Kaffeeladen eines Tages mit einer Espresso-Maschine ausstatten zu können und so sein Kaffeesortiment noch weiter zu vergrößern, um noch mehr Kunden zu erreichen. Als ersten Schritt besuchte er dazu bereits ein Seminar zur Herstellung dieses für ihn neuen Produktes. Außerdem hat der engagierte Unternehmer begonnen, im Garten seiner Eltern selbst einige Kaffeepflanzen der Sorten Arabica und Robusta anzubauen. So wird Kaffee nicht nur für Sopian zur Lebensgrundlage, sondern auch für andere traditionelle Kaffeebauern in der Umgebung.

Bildrechte: GMI, Bilder freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Sopian El-Hadi; Quelle: Global Micro Initiative e.V.

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