Korfiotisches Kaffee-Tagebuch: der Tag davor

Reisen und Corona? Wie geht das denn? Zugegeben: ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Was schließlich für den Urlaub sprach war ein preislich unschlagbares Angebot und der Umstand, dass am Reiseziel war Corona-Maßnahmen getroffen werden, in dieser speziellen Region die Infektionsrate pro 100.000 Einwohner etwa bei einen Zehntel von dem liegt, was sich hier in München abspielt. Es war also sicherer zu verreisen, als zu bleiben.

Und ich habe in der Zeit vor der Reise das Infektionsgeschehen intensiv beobachtet. Auf verschiedenen griechischen Inseln kam es vereinzelt zu Ausbrüchen, vermutlich angeschoben durch Touristen, weshalb die Maßnahmen auch hauptsächlich auf den Tourismussektor beschränkt waren, also Corona-Regeln in Hotels und ein beschränktes Nachtleben. Regeln bei der Personenbeförderung, also Bus und Taxi, werden dort sogar strikter umgesetzt, als hier. Und natürlich die Maskenpflicht in Geschäften und Supermärkten.

Für die Einreise nach Griechenland musste man sich auch vorher registrieren. In der Nacht vor der Einreise bekommt man dann einen QR-Code zugemailt oder auf eine App geschickt. Den Code muss man bei der Einreise vorzeigen. Auch können die Behörden bei der Einreise einen Corona-Test machen und man müsste dann für 24 Stunden im Hotel auf das Ergebnis warten, so die Infos. Meine einzige Sorge war, was passiert wenn der Code nicht kommt? Schließlich sollte der Code um Mitternacht kommen und um 2:30 Uhr muss ich aus dem Haus – keine Zeit um zu reagieren.

Solche Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich am Tag vor der Abreise in einer griechischen Taverne in der Donnersbergerstraße im Münchner Neuhausen einen griechischen Kaffee trinke und mein Korfiotisches Kaffeetagebuch beginne. Grün schien mir die passende Farbe, schließlich heißt mein Reiseziel auch „die grüne Insel“. Und schon gab es eine Überraschung: waren in den Wochen zuvor immer kleine Sonnen über der Insel zu sehen, hatten sie wohl dunklen Wolken Platz gemacht.

Klar, schließlich ist die grüne Insel nur deshalb so grün, weil es dort auch mal regnet. Ein paar Tage zuvor hatte ich über dieses Thema eine interessante Unterhaltung mit einem griechischen Fahrgast in meinem Taxi, der an besagtem Dienstag in der Früh, wenn ich im Flieger nach Korfu sitze, nach Thessaloniki fliegen wird. Tatsächlich wütete am Wochenende ein Sturm über der Ionischen Meer. Keine Sorge, meinte er, der Wind bläst bis Dienstag die Wolken wieder weg! Und offenbar neue her.

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist 20200921_153447.jpg.

Also nehme ich noch einen Schluck griechischen Kaffee in der Münchner Spätsommersonne. Wird das mein letzter Kaffee in der Sonne sein? Ich beobachte die Menschen, wie sie die Donnersbergerstraße entlanglaufen. Es ist schon merklich kühler geworden. Der Sommer ist aus der Puste und gibt ein letztes Gastspiel. Noch kann man in einem der zahlreichen Straßencafés hier draußen sitzen, doch schon bald wird das selbst den hartgesottensten Frischluftfanatikern zu kühl sein. Und nächste Woche auf Korfu? Wir werden sehen…

Über die Cafés in der Donnersbergerstraße werde ich ein anderes Mal berichten. Morgen muss ich nämlich ganz früh raus… 

 

 

2 Gedanken zu “Korfiotisches Kaffee-Tagebuch: der Tag davor

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