Perspektivenwechsel: Cafè Bar LaBamba

Leute rennen nach dem Bus, ein Mann kommt mit einem Baguette aus der Bäckerei, eine Mutter schiebt einen Kinderwagen, ein Radler biegt bei rot ab, einer hupt und Autos brausen über die Kreuzung. Den Blick auf den Herzog-Ernst-Platz kenne ich ja nun zu Genüge. Schließlich blicke ich von meinem Balkon auf ihn herab. Da ist mal ein Wechsel der Perspektive angebracht. Und was wäre dafür besser geeignet, als die Cafè Bar LaBamba (sic!)?

Unter Taxifahrern hat die Location nicht unbedingt den besten Ruf. Im Gegenteil: als hier noch das Pfeufereck drin war, ein Absturzstüberl erster Güte, war die Freude über Aufträge unter dieser Adresse eher gering, waren sie doch ein Garant für betrunkene Fahrgäste. Verschiedene Pächterwechsel änderten das nur in Nuancen, lösten aber nicht das Grundproblem.

Doch spätestens der jetzige Pächter versucht das angeranzte Stüberl-Image hinter sich zu lassen. Mit Erfolg! Aus einer Kneipe wurde eine Café Bar mit befestigter Terrasse. Mit etwas Zweifel las ich Espresso, Cappuccino und Milchkaffee auf der Karte. Nun ging es darum, ob meine Erwartung sich erfüllt oder positiv „enttäuscht“ wird.

Gesagt, getan! An einem schönen Sommertag verließ ich meinen Balkon und begab mich auf Straßenniveau. Trotz lockerer Bestuhlung war auf der Terrasse noch reichlich Platz. Rasch war die Bedienung zur Stelle, so dass ich einen Cappuccino ordern konnte. Schon die mir vertrauten Geräusche aus dem Inneren des Cafés ließen auf eine professionelle Kaffeemaschine schließen.

Es wurde ein Siebträger ausgeklopft, eine Kaffeemühle kreischte, ein Kaffee brummte in die Tasse und in einem Kännchen schäumte die Milch. Im Ergebnis ein schöner, cremiger Cappuccino, der ein Ideechen stärker hätte sein können, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Positiv ist noch zu vermerken ist noch, dass ich zu meinem Haferl Cappuccino unaufgefordert ein Glas Wasser bekam.

So sieht also die Welt hier unten aus. Der Blick auf den belebten Platz hat schon was für sich. Der Herzog-Ernst-Platz mag kein besonders schöner Platz sein, aber hier ist immer was los und man hat genügend Gelegenheit die Leute bei ihren verschiedenen Tätigkeiten zu beobachten. Werfen wir noch einen Blick ins Innere: hier wurde alles renoviert! Aus der Kneipenzeit dürften die Spielautomaten übrig geblieben sein, etwas düster vielleicht, aber sauber und akkurat.

Welchen Erkenntnisgewinn ziehe ich aus dem Perspektivenwechsel? Zum einen lohnt sich das schon alleine deshalb, weil man mal etwas Anderes, beziehungsweise Altbekanntes aus einem neuen Blickwinkel betrachten kann. Zum anderen ist das LaBamba ein nettes Café mit gutem Kaffee und einer schönen Terrasse. Ich werde bestimmt öfters mal reinschaun…

 

Café Bar LaBamba, Pfeuferstraße 14, München-Sendling; Öffnungszeiten: siehe Bild.

3 Gedanken zu “Perspektivenwechsel: Cafè Bar LaBamba

  1. My gosh, you write and describe beautifully. I can tell you like/love coffee with all it entails — a different view or what you call perception. I think you would make a great coffee date: sit relaxed, have a casual conversation, and take a peek into other people’s lives.
    Please more posts like this! 🙂

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