Espresso aus dem Bayerischen Wald, meine Kaffee-Station und ein neues Test-System

Wer erinnert sich an meinen Ausflug an den Goldenen Steig? Unter den besuchten Orten im Bayerischen Wald gehörte auch das Confiserie-Café Schreiner in Freyung. Dieses Café lässt sich exklusiv Kaffee von einer Rösterei in Hengersberg rösten und verpacken. Klar, dass mich mir selbst ein kleines Mitbringsel gekauft habe – in diesem Fall die Espresso Hausmarke, eine nachhaltig angebaute und fair gehandelte Bohne aus Kuba.

Dahinter steckt die Hengersberger Rösterei Heinrichs Kaffeemanufaktur. Röstmeister und Mitglied in der Röstergilde Heinrich Achatz werkelt hier seit 2009 nach dem Motto „Kaffee ist mehr als irgendein Getränk, es ist Philosophie und Leidenschaft!“ Ein besonderer Service des niederbayerischen Kaffeerösters- und -Händlers sind Packungen, die der Käufer ohne zusätzliche Kosten labeln lassen kann.

Auf Coffeenewstom werden nun im vierten Jahr Kaffees probiert, getestet und beschrieben. Genauso, wie sich die Form des Blogs erst nach und nach entwickeln konnte, ist es nun der Kaffee-Test, der einer kleinen Überarbeitung bedarf. Bisher wurden die Eindrücke doch eher ohne System und damit etwas willkürlich gesammelt und ohne großes Konzept niedergeschrieben. Jetzt wird ein Verfahren dazu eingeführt.

Das ist allerdings nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern basiert auf dem Fragebogen zum Espressotest zur Wahl des Espressos des Jahres beim Crema-Magaszin. In der letzten Ausgabe konnte man sich für den Espressotest bewerben und ein Testpaket mit sechs Espressos zum Vorzugspreis bekommen. Der ausgefüllte Fragebogen ist längst abgeschickt, die Ergebnisse werden in der nächsten Crema in Kürze veröffentlicht und die einzelnen Kaffees auf Coffeenewstom vorgestellt. Das Test-Schema verrate ich schon jetzt.

Mit den Bohnen geht es also zu meiner Kaffee-Station. Die besteht aus zwei Mühlen, einer Rommelsbacher EKM 200 voreingestellt für Filterkaffee und einer Graef CM 800 für Espresso, sowie einer Tamper-Station, zwei Waagen und einer De’Longhi Dedica Style EC 685 Siebträger-Maschine. Nicht im Bild ein Wasserfilter, der mir schon manches frühzeitiges Entkalken erspart hat, sowie ein Porzellanfilter mit Glaskanne von Hario. Alles zusammen bildet das Herzstück meiner kleinen Kaffee-Station. Von dem knappen Duzend weiterer Möglichkeiten Kaffee zu brauen will ich hier gar nicht erst anfangen.

Zurück zum Test-Schema: Zuerst wird das Aussehen der Bohnen begutachtet. Wie sieht die Qualität der Bohnen aus? Sind sie gleichmäßig? Welcher Röstgrad? Dann geht es um die Sensorik. Was verrät uns der Geruch der Bohnen über die zu erwartenden Aromen? Jetzt geht es um den zubereiteten Espresso. Wie macht sich die Crema und wie lange hält sie? Wie riecht der fertige Espresso? Wie vielfältig sind die Aromen? Und schließlich: trifft der Espresso meinen Geschmack?

Für alle sechs Bereiche – Aussehen, Sensorik, Crema, Sensorik, Aromen und Geschmack – werden Punkte von 1 bis 10 vergeben, wobei 1 braunes Abwaschwasser und 10 der Olymp der Kaffeegötter ist. Das zusammenrechnet ergibt eine Gesamtnote. Schauen wir uns das am Beispiel des Espressos von Schreiner beziehungsweise Heinrichs Kaffeemanufaktur an.

Die Bohnen haben eine Glatte Oberfläche und eine schöne, nussig-braune Farbe. Allerdings sind die Bohnen von verschiedener Größe. Eine kräftige Nase aus der frisch geöffneten Packung: Die Bohnen riechen ausgewogen, leicht süß und, typisch für Kaffee aus Kuba, leicht nach Zuckerrohr und Tabak.

Jetzt bereiten wir den ersten Espresso mit der neuen Bohne zu. Die Crema ist stabil, hält sich lange in der Tasse und ist cremig und von heller Farbe. Im Geschmack ist der Schneider`s Espresso ausgewogen und harmonisch, mit einem angenehm herben Abgang. Die Aromen sind dunkel, aber es fehlt etwas die Tiefe und Vielfalt. Da hatte ich mir vom Geruch her etwas mehr erwartet. Trotzdem reicht es in der Gesamtschau für eine gute Acht von Zehn, also ein sehr guter Espresso mit leichten Abzügen.

Morgen geht es übrigens los mit dem ersten Espressotest: dem El Paraiso von Hoppenworth & Ploch.  

 

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