Warum Josef Hader im Kaffeehaus zwei Kaffee bestellt

Das Kaffeehaus – es gehört zu Wien wie der Stephansdom, das Riesenrad am Prater, der Heurige und der grantelnde Taxler. Das Kaffeehaus, UNESCO-Weltkulturerbe zum Anfassen, Riechen, Schmecken und vor allem zum Trinken. Das Kaffeehaus, zweites Wohnzimmer, Kontaktbörse, Büro, Arbeitsplatz, Existenzgrundlage, Ruhepol, Tradition und ein Stück Heimat.

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Doch dem Kaffeehaus geht es gerade schlecht. „Die Corona-Krise, der zweimonatige Shutdown und die rasante Veränderung des Ausgehverhaltens danach sowie die herrschende Unsicherheit führten bei vielen Kaffeehäusern zu dramatischen Umsatzeinbrüchen und existenziellen Sorgen. Die Auslastung liegt aktuell oft nur bei 40–50 Prozent“, beschreibt Wolfgang Binder, Obmann der Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser und Inhaber des Café Frauenhuber, die prekäre Situation, „viele sind noch im Homeoffice, Geschäftstermine finden oft noch nicht wieder im Kaffeehaus statt und natürlich merken wir auch ganz stark das Ausbleiben der internationalen Gäste.“

Unter dem Motto „Ein Kaffee kann den Tag retten, zwei vielleicht das Kaffeehaus“ ersuchen die Wiener Kaffeehäuser daher nun die Wienerinnen und Wiener um ihre Unterstützung. „Das Kaffeehaus ist ja seit jeher ein Ort, wo Zeit und Raum konsumiert und genossen werden. Man kann hier ganz leicht Stunden verbringen, ob zum Plaudern, Arbeiten oder einfach nur Leute beobachten. Am Ende steht dann aber oft nur ein Kaffee auf der Rechnung – in Zukunft hoffentlich zwei“, so Alexandra Psichos, Obmann-Stellvertreterin der Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser und Eigentümerin des Café Haller über die Idee.

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Verbildlicht wird die Kampagne mit sieben eigens erstellten Videos, die nun erstmals präsentiert wurden. Fünf Prominente stellen sich dafür in den Dienst der guten Sache: Josef Hader, Adele Neuhauser, Nicholas Ofczarek, Thomas Maurer und Michael Ostrowski inszenieren in kurzen Clips die Bedeutung der Wiener Kaffeehäuser und ihre ganz persönlichen Rettungsgedanken.

„Man sagt ja, wenn die Welt untergeht, dann besser in Wien sein“, sagt Michael Ostrowski, „weil da dauerts länger!“ Und auch wenn man sagt, der Tot soll ein Wiener sein, „Hauptsache er kommt nicht in mein Lieblingscafé!“, meint der Schauspieler am Burgtheater. Michael Ostrowski hingegen schätzt am Kaffeehaus, dass man hier nicht studiert haben muss, um mit Professor oder Hofrat begrüßt zu werden. Adele Neuhauser stellt fest, dass wenn wir öfter ins Kaffeehaus gehen, es nicht nur dem Kaffeehaus besser geht, sondern auch uns, wenn nämlich „wir alle a Bisserl öfter hinkommen und für jeden Touristen, der ausbleibt einen Kaffee extra bestellen.“ So heißt übrigens auch das Motto der Social-Media-Kampagne: „Ein Kaffee kann den Tag retten – zwei vielleicht das Kaffeehaus!“

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Entwickelt wurden die Videos von der Agentur kratkys.net. Authentisch, humorvoll und vor allem typisch wienerisch zeigen sie die Dringlichkeit der Situation. Damit die Kaffeehäuser bald wieder voll und auf der Rechnung dann nicht nur ein kleiner Brauner, sondern auch ein zweiter steht. Die Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser innerhalb der Wirtschaftkammer vertritt mehr als 2.200 Mitgliedsbetriebe. Neben den traditionellen Kaffeehäusern gibt es eine Vielzahl an Café-Restaurants und Espressi, die nicht nur im täglichen sozialen Leben der Wienerinnen und Wiener eine wichtige Rolle spielen. Sie prägen auch das gastronomische Bild, das unsere Gäste aus aller Welt von der Weltstadt Wien haben und das sie als wertvolle Erfahrungen wieder in ihre Herkunftsländer mitnehmen.

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Und Josef Hader? der hat einen ganz besonderen Trick! „Ich bestelle mir immer gleich einen zweiten Kaffee. So glauben alle, da sitzt noch jemand, und ich habe meine Ruhe beim Schreiben“, sagt der Kabarettist. Außer, wenn Kollege Thomas Maurer auch mit zwei Kaffee dazukommt und die zwei Kaffees vom Hader ignoriert. „Manchmal bin ich ganz froh, wenn mich einer stört, denn dann bin ich nicht alleine schuld, wenn einem nichts einfällt.“ Diesen Tag rettet dann nur noch ein Kaffee. Oder Zwei. Oder, wie in diesem Fall sogar vier…

 

Bildrechte: Lukas Partl/Josef Hader,  Wilhelmine Wulff/pixelio.de, Christiane Conzen/pixelio.de, motograf/pixelio.de, http://www.lukasbeck.com/Josef Hader; Quelle: wko.at.

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