Kaffee statt Komet

Neowise geht um. Da es extrem unwahrscheinlich ist, dass ich seinen nächsten Besuch noch erleben werde, machte ich mich am letzten Montag Abend auf den Weg zum Münchner Olympiaberg, einer der besten Komet-Beobachtungspunkte der Stadt, wie eine Lokalzeitung wusste. Und die beste Zeit sei kurz nach Sonnenuntergang. Und das war so wohl nicht ganz richtig.

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Neowise, den die Astronomen C/2020 F3 nennen, zieht nämlich an Sonne und Erde vorbei. Am 4. Juli war er der Sonne am nächsten. Von da an nähert er sich immer mehr der Erde und zieht, mit immer kleiner werdendem Schweif, an ihr vorüber. Der Schweif entsteht dadurch, dass das Eis, aus dem Kometen – neben Staub, Steinen und Gas – bestehen, schmilzt. Die dabei frei werdenden Gase fangen dann, vergleichbar mit der Entstehung von Polarlichtern, durch Sonnenwinde an, zu strahlen. Je weiter weg der Komet allerdings von der Sonne ist, desto weniger Gase werden frei und umso schwächer sind auch die Sonnenwinde.

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Also rechtzeitig den Berg hochgekeucht und tatsächlich etwas vom Schweif gesehen – auch mit Unterstützung von Opas Feldstecher – allerdings blieb das Leuchten aus. Gestern, ja gestern hätte ich kommen sollen, erzählte mir einer der etwa 20 Besucher auf der Bergkuppe. da hätte man den leuchtenden Schweif mühelos mit bloßem Auge gesehen. Aber heute… zu diesig. Die beste Zeit sei eh um 22.30 Uhr. Und das war so wohl auch nicht ganz richtig.

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Um 23:00 Uhr erfuhr ich dann, dass kurz vor Sonnenaufgang die beste Zeit sein soll. Mann ahnt es schon. Ich fuhr jedenfalls wieder nach Hause, aß etwas und schlief ein wenig. Um kurz nach drei ging es wieder los und um etwa Viertel nach vier stand ich wieder oben auf dem Berg. Nur der Komet ließ sich nicht blicken. Machte aber nicht viel. Denn erstens hatte ich gestern ja schon was von seinem Schweif gesehen und zweitens hatte ich eine kleine Thermoskanne Kaffee dabei, nämlich mit der Tchibo Rarität No.3/2020 „Pitalito Colombia“. So lässt sich ein Sonnenaufgang genießen.

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Vom Bayerischen Rundfunk erfuhr ich dann, dass die beste Zeit für spektakuläre Sichtungen und Fotografien zwischen 23:00 und 3:00 Uhr gewesen sei. Also genau in der Zeit, in der ich nicht auf dem Olympiaberg war. Auf der Habenseite lassen sich ein schöner Sonnenunter- und ein eben solcher Sonnenaufgang verzeichnen. und ein wenig Kometenschweif. Die letzten Nächte waren alle zu bedeckt. Vielleicht bietet sich bis zum 23. Juli noch eine Gelegenheit. Dann ist Neowise nämlich der Erde am nächsten.

 

Quellen: Bayerischer Rundfunk, In Franken.

4 Gedanken zu “Kaffee statt Komet

  1. Nicht verzagen. Mitten in der Stadt ist es wohl einfach zu hell. Auf belichteten Bilder wirkt der Komet spektakulär und ist es auch – mit dem freien Auge konnte ich selbst bei fast absoluter Dunkelheit kaum mehr als einen länglichen Nebelfleck erkennen.

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    1. Mir ging es ja ähnlich. Ohne eigenes Auto ist man nachts halt so demobil. Gegen Ende der Woche soll es wieder aufklaren. Vielleicht probiere ich es noch einmal. Hauptsache Kaffee ist dabei…

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