Kaffeemaschinen: Eldorado für Keime

Da hätte man ja schon früher draufkommen können. Aber es brauchte den Mikrobiologen Jan Schages aus Kleve, der zahlreiche Wassertanks von Kaffeemaschinen auf Keime untersuchte – und fündig wurde. Dabei sind jetzt nicht Kaffeeautomaten die Keimträger, den die werden regelmäßig vom Wartungspersonal gereinigt, sondern die Kaffeemaschinen in Büros und Privathaushalten.

Gerade die Wassertanks sind anfällig für Keimbefall, der sich durch alle wasserführenden Elemente verbreitet. Dort bilden sie einen Biofilm, wie man ihn aus Abflüssen kennt. Brüht man dann auch noch bei Temperaturen unter 68° Celsius, dann können sie ungehindert in den frischen Kaffee gelangen, wie Schages in seiner inzwischen in zahlreichen Medien von t-online bis zur Rheinischen Post zitierten Abhandlung. Weitere Schwachpunkte sind überdies Tresterbehälter. Übrigens: Es sind auch Kapselautomaten vom Keimen betroffen, wie eine ähnliche Studie der Universität von Valencia aufzeigt.

Hand fhrt eine Tasse zur Kaffeemaschine

Jan Schages weiß, wovon er spricht: er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Rhein-Waal in Kleve im Fachgebiet Biowissenschaften, Haushaltshygiene und Mikrobiologie. Schon 2017 hat er in seiner Masterarbeit „Untersuchungen zum Einfluss mikrobiologischer und technischer Parameter auf die hygienische Qualität von Kaffee aus Kaffeevollautomaten“ auf knappen 100 Seiten dargelegt, wo in Kaffeemaschinen die Keime lauern.

Schages weiß aber auch Rat, wie man den Keimbefall eindämmen kann. Mindestens täglich frisches Wasser nachfüllen, Wassertanks, Tropfschalen und Tresterbehälter regelmäßig reinigen, Kaffeemaschinen öfter entkalken als vorgeschrieben und – wo möglich – die Brühtemperatur auf über 68° einstellen. Bei dieser Temperatur werden die meisten Keime nämlich abgetötet. So bleibt der Kaffegenuss künftigt ungetrübt.

Fresh Coffee

Rückhalt bekommt allerdings die Nutzer von Mehrwegbechern als Alternative zu „Coffee-to-Go“-Bechern durch die Untersuchungen der Masterarbeit. Es konnte nachgewiesen werden, dass die mögliche Keimbelastung durch mehrfach verwendbare Kaffeebecher im Vergleich zu den möglichen Risiken einer schlecht gepflegten Maschine vernachlässigbar ist.

Für Schages hat sich so viel Forscherdrang ausgezahlt: für seine Abhandlung erhielt er den Nachwuchspreis der Heinrich-Stockmeyer-Stiftung. Mit ihren Förderprogrammen und Auszeichnungen will die gemeinnützige Stiftung Arbeiten mit besonderem Praxisbezug und anwendungsorientierte Forschung zur Erzielung von mehr Lebensmittelsicherheit fördern und damit zur Stärkung des Verbrauchervertrauens in die Qualität von Lebensmitteln beitragen.

 

Bildrechte: yingyaipumi/fotolia.com, olando/fotolia.com, Erik/fotolia.com; Quellen: Rheinische Post, t-online, Hochschule Rhein-Waal, Heinrich-Stockmeyer-Stiftung, Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung.

 

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