Goldener Steig: Café Stephan’s Dom in Passau

Die Säumer vergangener Zeiten werden aufgeatmet haben, wenn sie die Silhouette von Passau am Horizont erkannt haben, war es doch ein untrügliches Zeichen dafür, dass die mitunter gefährliche Reise über den Goldenen Steig nach Böhmen und wieder zurück ein glückliches Ende findet. Für uns bedeute die Silhouette allerdings das Ende unseres Kurzurlaubs im Bayerischen Wald.

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Die Dreiflüssestadt liegt am Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz und Österreich ist um die Ecke. Hier wurden die Waren von und nach Böhmen, Österreich, Bayern und dem Rest der bekannten Welt von den Lasttieren wieder auf Fuhrwerke geladen und umgekehrt. Wichtige Waren waren damals Gold, Salz von Bad Reichenhall und Salzburg, sowie Gläser aus Böhmen.

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Passau ist schon seit römischer Zeit besiedelt. Auf der Halbinsel an der die drei Flüsse zusammenfließen, errichteten die Römer das Kastell Batavis, dass namensgebend für die Stadt sein könnte. Bis ins fünfte Jahrhundert sollen römische Söldner dort ausgeharrt haben, länger, als anderswo und obwohl zuletzt der Sold ausblieb. Ihnen folgten die Bajuwaren, die auf der Halbinsel eine Herzogsburg errichteten. Übrigens ungefähr da, wo heute der Dom steht und neben dem Dom das Café Stephan’s Dom – für uns der letzte Kaffee vor München.

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Das Café Stephans am Dom bietet Ihnen preisgekrönte Confiserie- und Konditoreispezialitäten in neobarocker Einrichtung. Betritt man das Café, wo bis vor einigen Jahren die Dompost residierte, findet man sich in einem farbenprächtigen Spektakel wie aus tausendundeiner Nacht wieder: Plüschsessel in pink treffen auf schwarze Stofftapeten, türkisfarbene Rückenlehnen auf goldene Lüster, barocke Formen auf indisches Flair. Mein Lieblingsplatz wäre ja der mit dem Thron gewesen, der stand aber coronabedingt nicht zur Verfügung.

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Für mich gab es eine Tasse belgische Trinkschokolade mit Sahne und einem Espresso. Und diesmal gönnte ich mir auch ein Stück Tartufo-Torte. Irgendwie hatte ich mich im Chalet in Grainet daran gewöhnt! Belgische Trinkschokolade mit Espresso gab es dort allerdings nicht – das einfache Landleben halt. Für uns war das Café Stephan’s Dom ein würdiger Abschluss unserer Fahrt. Wohl auch deshalb, weil einer von uns ein Namensvetter des Cafés ist.

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Café Stephan’s Dom, Domplatz 2, Passau, Bayern; Öffnungszeiten: täglich 09:00 – 18:00 Uhr, Sonntag erst ab 10:00 Uhr.

 

Quellen: Wikipedia, Unternehmensseiten.

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