DUH: Corona-Krise darf nicht zur Müllkrise werden

Da muss ich mir wohl an die eigene Nase fassen: mit der Corona-Krise kam mir der eine oder andere Kaffee in den Einwegbecher. Warum eigentlich? Weil in vielen Cafés das sitzen verboten war oder verboten ist und weil man irgendwie das Gefühl hatte aus Hygienegründen einen Einwegbecher zu benützen, statt einen eigenen Becher mitzubringen. Wegen Covid-19 halt. Aber muss das so sein?

Nicht, wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe geht. Die kritisiert den zunehmenden Einsatz von to-go-Einwegverpackungen für Speisen und Getränke während der Corona-Krise. Mehrwegbecher und -Essensboxen sind unter Beachtung von Hygieneregeln problemlos nutzbar und ausdrücklich nicht verboten. Weil deren Wiederverwendung besonders klima- und ressourcenfreundlich ist, sollten sie auch während der Corona-Pandemie gegenüber Einwegverpackungen Vorrang haben. Denn durch die vielen Pizzakartons, Menüschalen und andere Einwegverpackungen wachsen die Abfallberge an, werden unnötig Ressourcen verbraucht und der Klimawandel angeheizt.

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„Mit der eigenen Mehrwegbox oder durch die Nutzung von Mehrwegbechern mit Pfand kann jeder zum Klimaschützer werden. Auch Gastronomen sparen Geld, wenn sie auf die Anschaffung unzähliger Wegwerfverpackungen verzichten. Trotz vollmundiger Umweltversprechungen haben die großen Kaffeehausketten und Bäckereien jedoch bislang kein Mehrwegbechersystem etabliert“, kritisiert die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Auch die Städte und Kommunen müssen ihren Beitrag zur Umsetzung von Mehrwegsystemen für Getränkebecher und Menüboxen leisten. Beispielsweise fördert die Stadt Tübingen Gastronomen, die von to-go-Einwegverpackungen auf Mehrwegsysteme umstellen, mit finanziellen Zuschüssen von bis zu 75 Prozent für den Kauf von Mehrweggeschirr und Gewerbespülmaschinen. „Solche beispielgebenden Zukunftsinvestitionen erwarten wir auch von anderen Städten und Gemeinden. (…) Eine Abgabe von mindestens 20 Cent auf Einwegbecher und -Boxen sowie ein erniedrigter Mehrwertsteuersatz könnten Mehrweg ebenfalls fördern“, so Metz weiter.

Coffee to go

Mehrwegbecher und -Essensboxen aufgrund hygienischer Bedenken während der Corona-Pandemie pauschal abzulehnen, ist nämlich nicht nachvollziehbar. Gastronomen können bepfandete Mehrwegbecher und -Boxen vom Verbraucher zurücknehmen und in industriellen Spülmaschinen hygienisch einwandfrei reinigen. Der erneuten Verwendung dieser Mehrwegbehältnisse steht nichts im Weg. Und die Lebensmittelhygieneverordnung schließt die Wiederbefüllung mitgebrachter Mehrwegbehältnisse ausdrücklich nicht aus.

Die DUH setzt sich im Rahmen des Projekts „Mehrweg. Mach mit!“ für den Einsatz klimafreundlicher Getränkeverpackungen ein. Das Projekt ist Teil der Nationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung und wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert, aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

 

Bildrechte: Sascha Krautz/DUH, Steffen Holzmann/DUH, Sascha Krautz/DUH, Quelle: ots, DUH, Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell.

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