So kocht man Ellinikos Kafes!

Wer in Griechenland ist, sollte auch Kaffee trinken wie die Griechen. Schon morgens sieht man in den Kafenia oder Tavernen die Männer zusammensitzen, jeder mit einer kleinen Tasse griechischen Kaffee und einen Glas Wasser. So ein Kafenion gibt es in jedem Dorf. Es ist Café, Kiosk, Imbiss, Jobbörse, Informationsquelle und inoffizielles Rathaus in einem. Früher durften sich hier nur Männer niederlassen, inzwischen sind auch Frauen erlaubt – der unaufhaltsame Fortschritt.

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Unverzichtbar neben den modernen Kaffeegetränken Nescafé frappé und Cappuccino freddo ist der Ellinikos Kafes, der griechische Kaffee oder Mokka. Der Unterschied zum deutschen Kaffee zeigt sich schon im Kaffeemehl: für typisch griechischen Kaffee wird staubfein gemahlener Arabicakaffee verwendet, manchmal dunkel geröstet, oft aber eine eher hellere Röstung. Zwei der beliebtesten Marken in Griechenland sind Loumidis und Bravo.

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Um einen griechischen Mokka zu kochen braucht man noch ein kleines Stieltopf, den Briki, mal aus Edelstahl, mal aus Kupfer und innen verzinnt, mal mit geraden oder leicht geschwungenen Wänden, mal konisch, aber immer mit Stiehl. Ihn bekommt man, wie auch den Kaffee, im griechischen Lebensmittelgeschäft für nur wenige Euro. Kleine Anekdote: einmal suchte ich in einem Supermarkt auf Kos nach einem Briki, fand keinen keinen. Also fragte ich eine Verkäuferin danach und erfuhr, dass gerade keine da wären. Daraufhin wollte ich wissen, wo ich denn einen Briki kaufen könnte, woraufhin sie mir leicht entrüstet antwortete: „Einen Briki kauft man nicht, den hat man!“

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Nun zur Zubereitung. Zuerst gibt man einen gehäuften Kaffeelöffel Kaffeepulver pro Espressotasse in den Topf. Wer es stärker mag, kann auch etwas mehr nehmen. Dann kommt der Zucker. In Griechenland unterscheiden man drei bis vier Süßegrade: „sketo“ ohne Zucker, „me olígi“ leicht süß mit wenig Zucker, „métrio“ ein Löffel Kaffee und ein Löffel Zucker oder „glyko“, also süß mit zwei Löffeln Zucker. Ich nehme übrigens für griechischen Kaffee auch griechischen Zucker. Jetzt noch eine Mokkatasse Wasser dazu und aufs Feuer. Ob man vorher noch umrührt ist übrigens eine Glaubensfrage. Ich persönlich rühre.

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Traditionell ist das mit dem dem Feuer sogar wörtlich zu nehmen. Gasherd, Campingkocher, offenes Feuer oder ein heißes Sandbett, jeder hat hier seine eigenen Vorlieben. Für mich tut es auch ein Elektroherd. Dabei muss man aber aber darauf achten, dass man den Herd nicht zu hoch aufdreht. Griechischer Kaffee braucht Zeit und er mag es nicht gehetzt zu werden. Jetzt lässt man den Kaffee kurz aufwallen und nimmt ihn dann vom Feuer. Manche lassen ihn zweimal oder sogar dreimal aufkochen. Wichtig ist, dass man den Schaum nicht zerstört. Dann kommt der Kaffee mit Schaum und Satz in die Tasse. Die lässt man vor dem Trinken etwa eine Minute stehen, damit der Satz sich absetzen kann. Ein Glas Wasser muss, ein Loukoumi, eine kleine Süßigkeit, kann dabei sein.

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Und jetzt genießen…

 

So kocht man Bosanska Kafa. 

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