Kurze Kaffee-Kulturgeschichte VI – Amerikas Kaffee-Patrioten

16. Dezember 1773. Als Indianer verkleideten Kolonisten stürmen ein im Hafen vor Anker liegendes Handelsschiff aus dem Mutterland. Als Grund gilt die Empörung über die Teesteuer der Krone, die vor allem die Bewohner der nordamerikanischen Kolonisten hart trifft. Bekannt wurde diese Aktion als Boston-Tea-Party. Sie gilt als einer der Auslöser für den Unabhängigkeitskrieg. Zu dieser Zeit gab es schon Kaffeehäuser, so genannte Coffee Shops, in den Städten der Kolonie. Nicht nur in Boston, auch anderswo verweigerte man die Lieferung von Tee, auf den man, dem Kaffee sei Dank, auch verzichten könne.

Boston_Tea_Party_Currier_colored

Fortan galt das Trinken von Tee als britisch, das Trinken von Kaffee hingegen als amerikanisch, freiheitsliebend und patriotisch. Kein Wunder also, dass sich der Kaffee einer wachsenden Beliebtheit erfreute. Als am 24. April 1789 den Führer der Revolutionsarmee General George Washington zum ersten Präsidenten der USA kürte, fand die Feier zu seiner Amtseinführung im New Yorker Merchants‘ Coffee House statt.

Das Merchants‘ Coffee House, lag an der Kreuzung Wall Street und Water Street. Schon vor der Revolution war es einer der Treffpunkte der New Yorker, die für die Unabhängigkeit vom britischen Königreich waren. In den 1780er Jahren trafen sich hier Händler und andere um ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Außerdem wurden hier die Grundlagen für die neue Handelskammer geschaffen. Freunde und Unterstützer der Unabhängigkeitserklärung trafen und feierten schließlich in diesem Kaffeehaus.

Zu den Kaffeeschnüfflern des preußischen Königs geht es hier! Morgen besuchen wie ein Bordell!

 

Titelbild: „Zu den blauen Flaschen“, Altwiener Kaffeehausszene, etwa 1900, gemeinfrei. Bild „The Destruction of Tea at Boston Harbor“, Lithographie von 1846 von Nathaniel Currier, gemeinfrei. Quellen: Wikipedia, „Das Wiener Kaffeehaus“, Birgit Schwanner, K.-M. Westermann, Pichler Verlag, „Das Wiener Kaffeehaus“, Goldmann Austriatica, „Kaffee und Kaffeehaus“, Ulla Heise, Komet.

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