Kaffee am Balkon in Zeiten von Corona

Da ist sie also. Die Sonne. Lange erwartet, jetzt sind wir bereit für den Frühling. Und dann das: selbstauferlegte Quarantäne, Verteilungskämpfe um Klopapier und die Aufforderung jetzt doch bitte daheim zu bleiben. Die Bevölkerung reagiert unterschiedlich. Die einen halten sich an die Abstandsregeln, vermeiden alle nicht unbedingt notwendigen Kontakte und sagen auch überschaubare private Termine und Verabredungen ab, die anderen feiern Corona-Partys, trinken Champagner am Münchner Viktualienmarkt oder drängeln sich in den Biergärten.

Gestern musste die bayerische Staatsregierung deshalb handeln. Es wurden umfangreiche Ausgangsbeschränkungen erlassen, wohl gerade deshalb, weil Bitten, Betteln und an die Vernunft Appellieren offenbar nicht funktionieren. Es scheint, dass die Beschränkten offenbar zusätzliche Beschränkungen brauchen, weil sich sonst die Dummheit schneller verbreitet, als das Virus. Schade – aber nötig! Wahrscheinlich wird Ähnliches bald in ganz Deutschland entschieden und umgesetzt. Wer vorher schon vernünftig gehandelt hat, ist davon kaum oder sogar gar nicht betroffen.

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Bei schönem Wetter geht es nämlich auch anders. Zum Beispiel auf dem eigenen Balkon. So habe ich am Donnerstag praktisch die Balkon-Saison für mich eröffnet. Guten Kaffee gibt es bei mir ja eh, die Sonne scheint von alleine, nur die gute Laune muss man mitbringen. Die fällt natürlich bei Kurzarbeit und einer ungewissen Zukunft nicht unbedingt leicht, das ist klar und verständlich. Umso wichtiger ist es sich gerade jetzt an den kleinen Dingen zu erfreuen, die uns das Leben verschönern können. Zum Beispiel eben der Kaffee am Balkon.

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Dabei habe ich auch gleich die Briefwahlunterlagen für die Bürgermeister-Stichwahl ausgefüllt und versandfertig gemacht. Trotz, oder gerade wegen Corona brauchen wir eine funktionierende Demokratie! Der Rest ist Vergnügen, die Sonne genießen und die wenigen Leute auf der Straße beobachten. Denn jeder, der in diesen Tagen daheim bleibt, der vermeidet Ansteckung, der unterbricht die Infektionskette, der rettet Leben – nicht unbedingt sein eigenes, vielleicht aber das eines anderen. Und, ehrlich gesagt, Kaffee in der Sonne am Balkon? Es hätte mich auch schlimmer treffen können!

 

 

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