Rheinische Post: Minister Müller plant Lieferkettengesetz gegen Kinderarbeit

Sie fangen mit der Ernte an, wenn sie groß genug sind, um die Zweige mit Kaffeebohnen zu erreichen und alt genug, um zu erkennen, welche Beeren sie sammeln müssen. Kinder arbeiten in jedem Bereich der Kaffeeherstellung mit: Kaffee sammeln, sortieren, putzen, Sträucher einsprühen, düngen und Bohnen transportieren. Kinder müssen die gleichen Arbeitsbedingungen erleiden wie Erwachsene. Dabei sind sie viel anfälliger für Krankheiten und Unfälle. Kinder, die in der Kaffeeproduktion arbeiten, leiden häufig unter Malaria, Grippe und Lungenentzündung.

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Kaffee ist nach Erdöl der weltweit wichtigste Exportrohstoff. Er wird in 76 Anbauländern, meist Entwicklungsländern, produziert. Die größte Kaffeeproduktion findet in Afrika und Südamerika statt. In Kenia sind 60 Prozent der Kaffeearbeiter Kinder. Über 30 Prozent der Kaffee-Ernte in Guatemala wird durch Kinderarbeit gewonnen. Während der Pflanz- und Erntezeit werden auch in Honduras Kinder eingesetzt. Die Kaffeeproduktion in Tansania gilt als eine der schlimmsten Formen von Kinderarbeit.

Im Kampf gegen Kinderarbeit plant Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) in Kürze ein Lieferkettengesetz, wenn große Unternehmen Kinderarbeit nicht freiwillig ausschließen. „Nächste Woche haben wir die Ergebnisse, ob große Unternehmen freiwillig ihren Sorgfaltspflichten nachkommen und beispielsweise Kinderarbeit ausschließen. Sollten sie die Vorgaben nicht erfüllen, dann werde ich gemeinsam mit Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) Eckpunkte für ein Lieferkettengesetz erarbeiten“, sagte Müller der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vom letzten Donnerstag. „So viel kann ich aber schon sagen: Der Prozess der Freiwilligkeit läuft schleppend.“ Das sehe er beim Textilbündnis, wo weiterhin nur die Hälfte mitmache. „Es wird in anderen Lieferketten nicht anders sein.“

Interview mit BM Mueller

Die Rechte der Kinder nach der UN-Kinderrechtskonvention seien längst nicht Wirklichkeit. „Nicht in indischen Steinbrüchen, nicht in den Textilfabriken Asiens und auch nicht in den Kobalt-Minen im Kongo. Wir dürfen hier nicht länger wegsehen.“ Deswegen sei eine Zertifizierung nötig für globale Lieferketten von der Kobalt-Mine über die Weiterverarbeitung bis zum Verkauf – beim Handy, bei der Jeans und bei der Packung Kaffee.

 

Bildrechte: Dieter Schütz/Pixelio.de, Margit/Pixelio.de, Michael Gottschalk/Photothek.net/BMZ-Mediathek, Quellen: Aktiv gegen Kinderarbeit – Eine Kampagne von earthlink e.V., ots/Rheinische Post/Original-Content ab Absatz 3 von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell.

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