Sonnenplätze: Cafe&Bar 48

Habe ich nicht vor einigen Tagen noch über den Niedergang der Leopoldstraße gewettert? Das Cafe&Bar 48 gibt der schönsten Flaniermeile Münchens wieder ein Stück von seinem alten Glanz zurück und erinnert daran, wie schön es hier im Straßencafé sein kann. Obwohl, dieses Café hat auch Schlechtwetterqualitäten. Aber der Reihe nach…

In der Leopoldstraße 48 gab es bis vor drei Jahren noch das Roxy, die Stühle auf der Terrasse zur Straße ausgerichtet, die Fensterfront im Sommer aufgeschoben. Während der Boulevard seinen Niedergang erlebte und ein Flagshipstore nach dem anderen die Läden besetzte, hielt das Roxy hier die Stellung, als eine Bastion der Kultur der Straßencafés. Und während aus dem Rialto eine SB-Bäckerei wurde, verwandelte sich das Roxy in ein italienisches Restaurant. Doch auch mit dem klangvollen Namen „Via Appia“ hielt es sich nicht lange.

20190901_131523.jpg

Schön, jetzt stehen wieder Tische und Stühle zur Straße ausgerichtet und es gibt Kaffee aus der Rösterei Dinzler, denn tagsüber ist es eher eine Café mit reichhaltigem Frühstück, hausgebackenem Kuchen, bunten Salaten und leckeren Sandwiches, also mit allem, was ein Café so ausmacht. Abends kommt der Barcharakter zum Vorschein und das bedeutet vor allem Gin Tonic – und dafür 48 Sorten Gin!

Ich erwähnte ja anfangs schon, dass das Cafe&Bar 48 Schlechtwetterqualitäten besitz. denn innen ist das Café modern und stylisch eingerichtet. Dabei entstanden ist eine Mischung aus Wohnzimmer, Lounge, Bar und Café. Den Wohnzimmercharakter unterstreichen die Blumentöpfe vor den Fenstern, die Blumentapete und die gemütlichen Sesseln. Durch die Bestuhlung, besser gesagt Besesselung, sind gemütliche kleine Ecken entstanden. Etwas hipstermäßig, zugegeben, aber eben doch gemütlich und so ansprechend, dass – neben dem freundlichen Holzfällertypen von nebenan und dem rein zufällig hier gelandetem australischem Touristen – schon die ersten älteren Damen hier gesichtet wurden, schick, wie sich das für Schwabing gehört und in seltenen Fällen sogar mit Hut!

20190901_132218

Besonders positiv in Erinnerung bleibt mit der freundliche, junge Kellner, der mich mit einem fröhlichen „Grüß Gott!“, begrüßte und nicht – Gott sei Dank! – mit Hey oder Hallo! Ebenso schnell stand mein guter Cappuccino aus Dinzler-Bohnen vor mir. So soll das sein! Hinter dem Konzept steht Anja Hirschberger, die Tochter von Hans-im-Glück-Gründer Thomas Hirschberger. Auch, wenn das Cafe&Bar 48 auch nicht entfernt an Systemgastronomie erinnert, gut angewandtes gastronomisches Wissen kann man ihm nicht absprechen. Ich werde jedenfalls wiederkommen – sobald es Schmuddelwetter gibt – um die Schlechtwetterqualitäten zu erkunden.

Morgen verschlägt es uns zum Zeitlos in Erding.

 

Cafe&Bar 48, Leopoldstraße 48, München Schwabing, Öffnungszeiten: täglich von 09:00 – 01:00 Uhr, Freitag und Samstag bis 02:00 Uhr.

Gestern gab es Marocchino beim Segafredo im Tal.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.