Griechisches Kaffee-Tagebuch: Tom und die versunkene Stadt Astypalaia

Man weiß, dass sie einmal da war. Und man weiß, dass sie groß gewesen sein muss. Die Rede ist von Astypalaia, der Hauptstadt von Kos in früheren Zeiten, die jetzt verschwunden ist, fast spurlos. In alten Schriften wird sie erwähnt. Sie hatte Tempel und ein Theater – und ein Theater hatten zu der Zeit nur die Metropolen!

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Fährt man von Kefalos Richtung Süden kommt man zuerst an der Panagia Palatiana, der Kirche der Muttergottes der Paläste, vorbei. Sie wurde auf den Grundmauern eines Dionysos-Tempels aus dem fünften vorchristlichen Jahrhundert errichtet um zu beweisen, dass der neue Gott der Christen stärker sei, als die alten Götter der Griechen. Der heutige Zustand des bei einem Erdbeben 1953 schwer beschädigten Gebäudes, lässt einem an dieser Behauptung zweifeln. Es ist zwar umzäunt, aber an der Rückseite ist eine, na sagen wie einmal Öffnung. Sehenswert der Blick auf Kefalos, Kamari und die kleine Insel Kastri!

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Ein paar Kurven weiter kommt man an einen Parkplatz mit einem Brunnen. Von dort führt ein unscheinbares Eisentor in einen kleinen Wald, Palatia, wie die Gegend genannt wird, mit den Überresten eines weiteren Tempels aus helenistischer Zeit und besagten Theaters, von dem die unteren zwei Ränge geblieben sind, nebst einer unübertrefflichen Aussicht. Von weiteren Zeugnissen der Stadt fehlt jede Spur. Wohl könnte man etwas finden, würde man danach graben. Doch wozu? Es gibt schon genügend Ausgrabungsstellen auf der Insel.

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Vom Johanniter-Kastell von Kefalos reicht der Blick weit übers Meer. Von hier aus beäugten den Kreuzritter das Treiben der Piraten vor der Insel. Und wer es weiß, der entdeckt unten am Strand die frühchristliche Basilika Ágios Stéfanos und die Insel Kastri – eines der dankbarsten Fotomotive der Insel!

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Wir aber wenden uns dem Ort Kefalos zu und eines Kafenio, dass zwar nicht so alt ist, wie Astypalaia, aber auch schon über 100 Jahre am Platz ist. Im Inneren kafeniotypisch eingerichtet. Vielleicht sogar eine Spur gemütlicher, als üblich. Neben ein paar Touristen kommen auch einige Einheimische auf einen Kaffee vorbei. Und natürlich wird laut diskutiert – wahrscheinlich über Politik.

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Wir haben eine lange Fahrt hinter uns – Kefalos ist genau am anderen Ende der Insel als Kos-Stadt – und stärken uns mit Wasser und Kaffee, bevor wir uns über Umwege auf den Rückweg machen.

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Morgen geht es zur Mühle von Petra und Dietmar.

Wie es kam, dass die Inselhauptstadt in den Nordosten verlegt wurde, das steht hier!

Wie es in einem traditionellen Kafenion auf Kalymnos zugeht hier!

 

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