Griechisches Kaffee-Tagebuch: Mikel

Gegenüber des Odeons geht es in das westliche Ausgrabungsgelände von Kos-Stadt. Hier kann man sich zu den Öffnungszeiten kostenlos aufhalten und frei bewegen. Wenn auch etwas unordentlich und nur zum Teil rekonstruiert, erlauben sie mit etwas Vorstellungskraft einen Einblick in das antike Kos. Da sind zwei großflächige Gymnasien – zur damaligen Zeit Sportstätten mit Badehäusern und Thermen – mit großzügigen Wandelhallen. Die vier rekonstruierten Säulen waren Teil einer Wandelhalle mit 81 dorischen Säulen. Es gab auch eine überdachte Laufbahn von 150 Metern Länge.

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Von Süden nach Norden verläuft die Via Cardo, eine antike, römische Straße. Sie besaß Bürgersteige an beiden Seiten der Fahrbahn, in die Wagenräder ihre Spuren eingekerbt haben. Sie mündete in die damalige Hauptstraße, die Via Decumana, die zur damaligen Zeit von Säulenhallen gesäumt war. An der Via Cardo liegen die Reste einer byzantinischen, frühchristlichen Basilika und ein rekonstruiertes Nymphaeum, eine Mischung aus Kultstätte und Wasserversorgung.

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Eine Maueröffnung erlaubt den Blick in einen von Säulen umrandeten Innenhof, in dem einst drei Wasserbecken standen. Hier wurden Nymphen verehrt. anmutige, weibliche Naturgottheiten niederen Ranges und galten als – vorwiegend – wohltätige Geister, sterblich zwar, aber mit einem sehr langem Leben fast unsterblich und oft Begleiterinnen höher Gottheiten. Wer über das Gelände geht, der sollte allerdings vorsichtig sein. Hier gibt es Löcher, die so groß sind, dass man darin verschwinden könnte – um Archäologen späterer Generationen Rätsel aufzugeben.

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Jetzt aber genug von Sagen, Mythen und Geschichte! Über die Leof. Grigoriou V geht es zuerst an der Tankstelle vorbei und weiter bis zu dem Kreisel, an dem sich die Straße in die Richtungen Platani und Flughafen – und damit in den Südwesten der Insel – teilt. Nimmt man die linke Straße, die Asklipioy, kommt man durch Platani an am Asklepieion vorbei schließlich zum Geisterdorf und nach Zia, rechts geht es über die Hauptstraße Epar.Od. Ko-Kefalou zum anderen Ende der Insel.

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Wählt man die Hauptstraße und biegt an der zweiten Kreuzung nach rechts ab, die Straße zwischen Bootswerkstatt und dem Haushaltswarengeschäft Kos Estia, und folgt ihr für etwa 300 Meter, dann kommt man zum AB Supermarkt, zum größten Supermarkt der Insel, der allgemein als Marinópoulos bekannt ist. Wer etwas braucht oder sucht oder nicht, der findet es mit Sicherheit hier – und ganz sicher mehr davon, als den Gepäckregeln der Fluggesellschaften zuträglich ist.

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Direkt am Kreisel liegt mit dem Mikel ein Café einer griechischen Kaffeekette. Selbige hat eine moderne Internetpräsenz mit interessanten Angeboten, die es dann in der Filiale nicht gibt. Einen Cold Macchiato grande gab es – leider nur im Einwegbecher. Was schade ist. Viele Cafés auf der Insel haben inzwischen von Einweg auf Mehrweg umgestellt. Was auch bitter Not tut, da das Müllproblem auf Kos nur unzureichend gelöst ist.

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Trotzdem ist das Mikel am Kreisel ein schöner Schattenplatz mit gut gemachten heißen wie kalten Kaffeegetränken. Ein idealer Zwischenstopp auf vielen Roller-Touren über die Insel. Das war der zweite Kaffee des Tages – der dritte kommt aus einer bei Marinópoulos gekauften Dose. Doch davon morgen mehr…

Zurück zum Barista ΚΑΡΒΟΥΝΗΣ ΝΙΚΟΣ geht es hier!

 

Mikel, Asklipioy 3, Kos-Stadt, Kos, Griechenland.

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