Griechisches Kaffee-Tagebuch: Versuch und Irrtum in Palio Pyli

Einer der schönsten Orte der Insel – und der am mühsamsten erarbeite! Die Straße von Aminoy kommend endet mehr oder weniger an einem Parkplatz unterhalb von Ort und Burg. Ein Wegweiser weist den Berg hinan, der letzte Wegweiser seiner Art, weshalb die Wanderung im Trial-and-Error-Verfahren – zu deutsch durch Versuch und Irrtum – durchgeführt werden muss.

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Am Beginn des Fotos steht ein alter Mann in einer alten griechischen Uniform und mit einem Falken. Ein Bild mit ihm und Falken und, so man will, einem selbst, kostet einen Euro und beinhaltet wahrscheinlich eine genauere Wegbeschreibung. Ich wollte kein Bild, gab ihm 60 Cent und bekam wohl deshalb auch nur 60% der zum Erreichen des Zieles notwendigen Beschreibung. So zielführend, wie 60% eines Buches, 60% einer Schallplatte oder 60% eines Puzzles…

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Nach einem Irrlauf in praller Sonne und in Anbetracht eines noch zu leistenden Aufstiegs und meinem lädierten Knie geschuldet gab ich kurzerhand auf, schwang mich auf meinen Roller und stoppte erst in der Aussicht auf leckere Keftedes und der Aussicht auf Marmari und das weite Meer in der bereits beschriebenen Taverna Old Pyli und ließ mir vom Wirt Georgos Stavropoulos den Weg genauer erklären. So gestärkt und mit einer knapp zur Hälfte gefüllten 1-1/2-Liter-Flasche Wasser ausgerüstet, machte ich mich auf den zweiten Ansturm.

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Schon nach wenigen Metern über dem Parkplatz beginnen die ersten Ruinen von Häusern. Zu seiner Blütezeit vor 500 Jahren muss das – für damalige Verhältnisse – große Stadt gewesen sein. Zuerst erreicht man eine von vier wieder aufgebauten Kapellen. Dann sind es nur noch einige Schritte bis zu einer Art Marktplatz. Von dort beginnt der mühsamste Teil des Weges hinauf bis zur eigentlichen Burg.

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Die ist wohl um einiges älter als das Dorf zu seinen Füßen. Wohl um das Jahr 1.000 errichteten Ritter aus Byzanz die strategisch perfekt gelegenen Festung. von dort kann man weit in die Ferne sehen, ist aber selbst fast unsichtbar. Und ein Aufstieg ist beschwerlich und das letzte Stück Weges so eng, dass man mit einem Pferd wohl kaum voran kommt.

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Entlang des Hanges geht es steil hinauf und nach eine Kehre geht es dann schließlich durch das byzantinische Tor, nur um sich dann auf der anderen Seite des Gipfels weiter nach oben zu winden. Auch hier finden sich die Wappen längst vergangener Geschlechter. Doch wer die Bergspitze erreicht, den belohnt ein Blick weit über Kos hinaus. Da stört es kaum, dass die Anlage nicht gesichert ist und finstere Löcher aufweist, in denen man für immer verschwinden könnte.

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Auch erkennt man nur von hier wie weitläufig die Festungsanlagen einst waren. Sie erstrecken sich auf der ganzen Front zum Meer hin bis auf den nächstgelegenen Hang. So waren es auch nicht Feinde oder Piraten, die Burg und Stadt den Gar ausmachten, es war die Cholera, die hier 1830 wütete. Hat man Auf- und Abstieg überstanden, dann lohnt ein Besuch der Taverne auf einer Anhöhe gegenüber der Burg. Schon von weitem weht einem griechische Popmusik entgegen. Der letzte Anstieg raubt die letzten Kräfte, doch Blick und Bewirtung entschädigen für alle Mühen.

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Zuerst einmal brauchte ich unbedingt kaltes Wasser! Dazu einen Frappé und – eine ganz besondere Sache – frischen griechischen Joghurt mit Honig von der Insel und Rosinen. Das habe ich weder vorher noch nachher so lecker gegessen.

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Dazu ein uriger Wirt, der in Brocken alle die Sprachen spricht, die er für die Touristen, die täglich zu ihm kommen, braucht. Doch das Beste ist der Blick von der grün begrasten Terrasse, denn der sucht seines Gleichen. Palio Pyli ist, trotz aller Mühen, einer der Orte, die man auf Kos besucht haben muss. Ein absoluter Lieblingsort!

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