Griechisches Kaffee-Tagebuch: Platani

Bevor wir uns Kaffee und Kuchen widmen, zuerst etwas Kultur: Kos war in hellenistischer Zeit der Sitz einer Ärzteschule. Entgegen älteren Annahmen wurde diese aber nicht von Hippokrates von Kos, dem bekanntesten Arzt des Altertums, geleitet, da zu dessen Zeit noch keine Ärzteschulen im strengen Sinn bestanden, sondern Ärzte ausschließlich im Lehrlingssystem ausgebildet wurden. Dennoch begegnet uns Hippokrates auch heute noch in den Namen von Strassen, Plätzen und Tavernen und einigen Hot-Spots für Touristen, denn zumindest ist gesichert, dass der Mediziner, auf den der Eid, den alle Ärzte ablegen müssen, zurückgehen soll, auf Kos gelebt und gewirkt hat.

Zur Zeit Alexanders des Großen wurde an der Nordostspitze der Insel die neue, das alte Astypalaia und heutige Kefalos ablösende, Hauptstadt Kos gegründet und wenig später an der Stelle eines Apollon-Haines das Heiligtum des Asklepios erbaut, das von vielen auswärtigen Gästen und Patienten besucht wurde. Das Asklepieion von Kos liegt auf einem von Zypressen bewaldeten Hügel, knapp 100 m über dem Meeresspiegel. Es wurde 1901 nach Hinweisen des von Kos stammenden Historikers Iakovos Zaraftis von dem deutschen Archäologen Rudolf Herzog entdeckt und freigelegt. Es beeindruckt alleine schon durch seine pure Größe. Wie diese Stätte einmal ausgesehen haben muss, lässt sich aber erahnen.

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Auf halben Weg vom Asklepieion zurück nach Kos-Stadt liegt Platani, ein Dorf, dass auch ohne große Sehenswürdigkeiten von Reisenden unbedingt besucht werden sollte! Hier lebt friedlich mit ihren griechischen Nachbarn eine türkische Gemeinde. Hier gibt es als einzigem Ort auf der Insel auch eine Moschee, in der man sich zum Freitagsgebet versammelt. Es gibt einen muslimischen Friedhof mit Grabsteinen zum Teil aus osmanischer Zeit. Es gibt auch einen jüdischen Friedhof, doch die jüdische Gemeinde auf Kos existiert seit der deutschen Besatzung auf Kos nicht mehr.

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Die türkische Gemeinde in Platani aber existiert noch und prägt das Ortsbild, denn die Restaurants heißen hier Arap, Hasan und Serif und bieten eine türkisch geprägte Mittelmeerküche. Einmal sollte man hier gegessen haben. Mich allerdings verschlug es heute in die bekannt gute Konditorei am Hauptplatz. Der Kuchen war ausgesprochen lecker. Dazu gab es einen Cappucciono freddo, eine eiskalte Variante des italienischen Namensgebers. Über dessen Zubereitung bei Gelegenheit mehr. Außerdem gab es in dieser Konditorei eine Bedienung mit einem so unwiderstehlichen Lächeln und einer umwerfenden Freundlichkeit. So habe ich meinen Aufenthalt hier sehr genossen.

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Den Mitternachtskaffee gibt es im H20.

Konditorei Η ΠΑΡΆΔΟΣΗ, Ασκληπιού 66, Platani, Kos, Griechenland.

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