Jeder Einwegbecher ist einer zu viel

Nicht erst seit den Europawahlen ist eines klar: Die Menschen in Europa sehen Umweltpolitik als die große Aufgabe der Politik. Bestätigt wird dieser Trend auch durch aktuelle Studien des Umweltbundesamtes, zum Beispiel durch die eben erschienene Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland 2018“. Die Umweltbewusstseinsstudie 2018 zeigt im Vergleich zur letzten Studie aus dem Jahr 2016, dass die Bedeutung des Umwelt- und Klimaschutzes und die Erwartungshaltung an die relevanten Akteure gestiegen sind.

Für Kaffeetrinker noch interessanter dürfte diese Studie mit einem etwas sperrigen Namen sein: „Untersuchung der ökologischen Bedeutung von Einweggetränkebechern im Außer-Haus-Verzehr und mögliche Maßnahmen zur Verringerung des Verbrauchs“. Kurz gesagt: es geht um Einwegbecher und nicht nur den „Coffee-to-go“-Wegwerfbecher, der in der vierten Folge der letzten „Game of Thrones“-Staffel zu sehen ist. Klarer Fall, der hat da eigentlich nichts zu suchen. Genau so wenig wie in unserem Alltag übrigens, denn diese Einwegbecher belasten unsere Umwelt.

Weggeworfener leerer Kaffeebecher liegt auf Gehweg.

Auf knapp 200 Seiten analysiert die Studie die aktuelle Situation, beurteilt die Wirkung von freiwilligen Aktionen und äußert sich schließlich zur Vorbereitung regulatorischer Maßnahmen, wie die verpflichtenden Erhebung von Abgaben auf Deckel und Einwegbecher, die Einführung eines überregionalen Pfandsystems. Gerhard Kotschik, UBA-Verpackungsexperte, bringt es auf den Punkt: „In Deutschland fallen jährlich 2,8 Milliarden Einwegbecher für Heißgetränke an. Das sind 34 Stück pro Kopf, auch wenn gar nicht jeder aus Einwegbechern trinkt. Die Menge entspricht 28.000 Tonnen – und, das kann man sich vorstellen, das ist ein Müllvolumen von acht Millionen Restmüllbehältern im öffentlichen Raum.“

Das Problem: Einwegbecher führen zu einem sehr großen Müllvolumen und sie sind auch anfällig, in der Umwelt zu landen. Einwegbecherabfälle gehören zu den 10 häufigsten Müllfunden an europäischen Stränden. Und selbst die Einwegbecher aus Pappe bestehen zum Teil aus Kunststoff, weil sie kunststoffbeschichtet sind. Und dazu gibt es dann natürlich noch 40 Prozent der Becher, die nur aus Kunststoff bestehen.

black coffee cup inside bin outside in public

Gerhard Kotschik, Verpackungsexperte beim Umweltbundesamt, hat auch eine Lösung für das Problem: „Nutzen Sie am besten Mehrwegbecher. Dazu können Sie entweder Ihren eigenen Becher von zu Hause mitnehmen, oder Sie benutzen ein Mehrwegbechersystem. Da bekommen Sie einen Mehrwegbecher für beispielsweise einen Euro Pfand. Den geben Sie zurück, der wird gespült und kann wieder eingesetzt werden. Wenn diese Becher im Schnitt mehr als 25 Umläufe haben, dann schneiden sie schon deutlich besser ab als Einwegbecher. Wenn die Becher mit Ökostrom gespült werden, da reichen sogar schon 10 Umläufe – und das schaffen die Mehrwegsysteme leicht.“

 

Wen die Details und Fakten interessieren, die aktuelle Einwegbecherstudie des UBA gibt es ab sofort im Internet unter http://ots.de/uEf2Oi zum Download. Morgen befassen wir uns hier im Blog mit der Reaktion der DUH auf die  Studie.

 

Bildrechte: Titelbild Sascha Krautz / DUH, weixx/Fotolia.com, Callum/Fotolia.com.

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..