World Fair Trade Day 2019 – Nachhaltigkeit mit schwerem Start

Sechs von zehn Verbraucher fremdeln noch mit Fair Trade! Am heutigen Samstag – 10. Mai 2019 –  findet zum 18. Mal der World Fair Trade Day statt. Sein Initiator, die World Fair Trade Organization (WFTO), möchte mit ihm bewusst machen, wie Fairer Handel die Lebensgrundlagen gerade in ärmeren Regionen verbessern kann. Zwar haben 83,2 Prozent der Konsumenten bereits ein Fair-Trade-Produkt gekauft. 63,1 Prozent fühlen sich aber „nicht ausreichend“ über Fair Trade informiert.

Wer im Internet nach Informationen sucht, erfährt auf den ersten Blick viel über Fair Trade oder – deutsch ausgedrückt – Fairen Handel. Die meisten Informationen sind allerdings recht theoretisch. Wikipedia definiert den Fairen Handel beispielsweise als „kontrollierten Handel, bei dem den Erzeugern für die gehandelten Produkte oder Produktbestandteile meist ein von den einzelnen Fair-Trade-Organisationen unterschiedlich bestimmter Mindestpreis bezahlt wird“, um „den Produzenten auch bei niedrigeren Marktpreisen ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im herkömmlichen Handel“ zu ermöglichen.

fair Trade

So komplex die Definitionen klingen, so wenig fühlten sich die befragten Verbraucher auch über Fairen Handel informiert. Nur jede dritte Frau (34,9 Prozent) und vier von zehn Männern (38,9 Prozent) erklärten Mitte April bei einer vom Verbraucherforum mydealz durchgeführten Umfrage mit 2.047 Teilnehmern, sie fühlten sich „ausreichend über Fair Trade informiert“. Jeweils sechs von zehn Frauen (65,1 Prozent) und Männern (61,1 Prozent) erklärten hingegen, sie würden sich mehr Informationen wünschen.

Dabei standen die meisten Verbraucher dem Fairen Handel nicht einmal ablehnend gegenüber. Drei von vier Frauen (75,4 Prozent) und 73,8 Prozent der Männer erklärten, sie fänden Fair Trade gut. Nur 0,9 Prozent der Frauen und 1,7 Prozent der Männer lehnten den Fairen Handel ab. Jede vierte Frau (23,7 Prozent) und jeder vierte Mann (24,5 Prozent) erklärten jedoch, sie hätten sich noch keine Meinung zum Fairen Handel gebildet.

Auf den ersten Blick wirken sich der Mangel an Informationen beziehungsweise das fehlende Wissen nicht nachteilig aus: 83,1 Prozent der Frauen und 83,2 Prozent der Männer haben bereits ein Fair-Trade-Produkt gekauft. Auf den zweiten Blick wird aber deutlich, dass nur wenige Verbraucher regelmäßig auf fair gehandelte Produkte zurückgreifen. Nur jeder sechste Verbraucher gab an, „sehr oft“ (2,5 Prozent) oder „oft“ (12,5 Prozent) Fair-Trade-Produkte zu kaufen. Jeder Dritte (30,0 Prozent) kaufte fair gehandelte Produkte wenigstens „gelegentlich“. Bei jedem vierten Verbraucher standen Fair-Trade-Produkte aber „eher selten“ (13,8 Prozent), „selten“ (5,8 Prozent) oder sogar „sehr selten“ (4,4 Prozent) auf dem Einkaufszettel.

faitrade_pressefoto_kaffee_12_Santiago Engelhardt

Frauen griffen etwas häufiger zu Fair-Trade-Produkten als männliche Verbraucher. Bei Männern fiel der Anteil der Verbraucher, die „sehr oft“ fair gehandelte Produkte kaufen, mit 2,6 Prozent zwar etwas größer aus als bei Frauen (2,4 Prozent). Wenigstens „gelegentlich“ oder öfter griffen 60,4 Prozent der von mydealz befragten Frauen und nur 58,2 Prozent der Männer zu Fair-Trade-Produkten. 11,5 Prozent der Männer und nur 8,8 Prozent der Frauen kauften fair gehandelte Produkte indessen „selten“ oder sogar „sehr selten“.

Wenn Verbraucher fair gehandelte Produkte kauften, dann meistens Kaffee, Süßwaren, Obst und Tee. Diese vier Warengruppen wurden jedenfalls bei der mydealz-Umfrage von Frauen wie Männern jeweils am häufigsten genannt. Fair gehandelten Kaffee hatten demnach bereits 61,6 Prozent der Frauen und 60,6 Prozent der Männer gekauft. Dabei waren die befragten Verbraucher durchaus bereit, für Fair-Trade-Produkte tiefer in die Tasche zu greifen. Auf die Frage „Könntest Du Dir vorstellen, ein Fair-Trade-Produkt zu kaufen, wenn es nicht wesentlich teurer als ein vergleichbares, nicht fair gehandeltes Produkt ist?“ antworteten immerhin 87,5 Prozent der Frauen und 66,4 Prozent der Männer mit einem klaren „Ja“. Wenn man die Verbraucher besser informiert, dann könnte sich fairer Handel auch besser entwickeln. Den Kaffeebauern würde es helfen!

 

Bildrechte: readytogo/Fotolia.com, marco2811/Fotolia.com, Santiago Engelhard/Fairtrade Deutschland; Quelle: ots/Original-Content von: Pepper Media Holding GmbH, übermittelt durch news aktuell.

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.